Wochenspruch für den 12. Sonntag nach Trinitatis
(Woche vom 08.09.2019 - 14.09.2019 )

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen,
und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. Jesaja 42, 3

Ach, was ist denn mit dir passiert?

Hallo, wer ist denn da, hier kann man ja kaum etwas sehen?

Ich bin es, die Kerze hier oben auf dem Bord - tut mir leid,
mein Lichtschein ist etwas funzelig.

Jetzt wo du es sagst - Lichtschein ist ja wohl echt übertrieben.
Aber sag mal, wo bin ich hier eigentlich gelandet?

In der Werkstatt des Meisters, auch Klinik oder Reha genannt.

Aha - ja nötig hab ich es wohl.

Keine Sorge, der kriegt fast alles wieder hin.

Da bin ich aber beruhigt.

Nun erzähl doch mal, was überhaupt passiert ist, du siehst ja
ziemlich zerknickt aus.

Ich könnte jammern - ein so schönes Rohr war ich, glänzend und
sehr stabil, dachte ich zumindest.
Irgendwie bin ich aus dem Stapel der anderen Rohre herausgerollt
und ehe mich jemand wieder zurücklegen konnte - ich darf garnicht
daran denken - kam wie aus dem nichts dieser schwere Lastwagen
und hat mich überrolt.
Gut, dass es hier so schummrig ist, sonst würdest du das ganze Elend
noch deutlicher sehen. Jedenfalls habe ich jetzt einen gewaltigen Knick
und liege hier gekrümmt und ziemlich ramponiert herum.

Oh, das tut mir aber wirklich leid, da hast du ja was mitgemacht.
Das bekommt der Meister bestimmt wieder hin, ich habe hier schon
einige unvorstellbare Heilungen miterlebt.

Mach mir nur Mut, ich kann es vertragen.
Aber jetzt will ich auch wissen, wie es zu deiner Funzeligkeit
gekommen ist.

Ja also, garnicht so was Spektakuläres wie bei dir, mehr so ein
schleichendes Absterben.
Beim ersten Anzünden meines Dochtes war da dieses helle, strahlende
Licht, das ein ganzes Zimmer in Wärme tauchen konnte.
Dann ging so eine Art Unzufriedenheit los.
Erst wurde ich in Zugluft gestellt und dann hieß es, meine Flamme
flackere zu sehr. Dann wurde am Doch herumgeschnippelt und
ein bischen mit dem Wachs gekokelt.
Dann warf man mir vor, einseitig abzubrennen und drehte mich
ständig, bis mir ganz schwindelig war und mir zu guter Letzt
der Wachs fast an der Spitze des Dochts stand.
Das war zuviel für mich und irgendwann konnte ich einfach nicht
mehr richtig entflammt werden und bin genau wie du hier gelandet.
Der Meister hat mich lange angeschaut und wusste dann genau, was zu
tun war.
Zuerst hat er etwas von dem festen Wachs entfernt, bis er meinen Docht
wieder anzünden konnte. Dann hat er geduldig gewartet und nach und
soviel Wachs entfernt, bis ich wieder ohne Probleme das Feuer halten konnte.
Was für eine Freude, endlich wieder frei brennen.
Zum Schluss hat er noch sehr sanft meinen abgekokelten Rand gerichtet,
so dass ich mich auch selber wieder ansehlich fand.
Gut, ich bin nicht mehr die Alte, der Lichtschein nicht mehr so hoch
aufgerichtet wie früher, aber wenn man sich an meine kleine Funzel gewöhnt
hat, reicht sie auf jeden Fall, den Raum mit etwas warmen Licht zu füllen.
Und der Meister entzündet mich jeden Tag und ist pfleglich zu mir.

Hm...das macht ja Hoffnung....was ist denn jetzt los?

...das ist der Meister, und ich kann sehen, dass er sein
weiches Poliertuch mitgebracht hat.
Jede Wette, dass er sich jetzt um dich kümmert!
Wenn er dich erstmal gereinigt hat und du wieder glänzt
wie vor dem Unfall, wirst du dich viel besser fühlen
und so wie ich ihn kenne, hat er bestimmt schon etwas im Sinn
mit dir, wobei dich der Knick nicht stören wird - und den Meister
schon garnicht.

(Heidi Taut)

  
  Herr, in unserer Welt zählen Ausdauer,  Kraft und Stärke
  Wo ist mein Platz, wenn mich das Leben überrollt hat
  Wem kann ich noch unter die Augen treten,
  Wenn ich geknickt und ramponiert auf dem Boden liege?

   Du Herr hebst mich auf
   Du versorgst und heilst meine Wunden
   Du schenkst mir neue Kraft
   Du kennst den Lebensort für das geknickte Rohr.

  Herr, in unserer Welt ist es wichtig schön und klug zu sein.
  Wo ist mein Platz, wenn ich den Forderungen nicht genüge,
  Wenn ich es nicht jedem recht machen kann und will
  Wenn ich in meiner Funktion versage?

   Du Herr gibst mir wieder Luft zum Atmen
   Du richtest den Doch und hälst das Wachs unter Kontrolle
   Du schützt mich vor Willkür und Beschädigung
   Du schenkst mir ein neues Leuchten.
  (Heidi Taut)  

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Andacht für den 11. Sonntag nach Trinitatis
(Woche vom 01.09.2019 - 07.09.2019 )

Wochenspruch:
Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen
gibt er Gnade. 1. Petrus 5, 5

 

Der Predigttext für diesen Sonntag steht in Hiob 23
(Neue evangelistische Übersetzung von
Karl-Heinz Vanheiden))

Wenn ich Gott nur finden könnte!

  1 Hiob erwiderte:
 2 "Auch heute lehnt sich meine Klage auf, / meine Hand muss mein Stöhnen bezwingen.
 3 Wüsste ich nur, wie ich ihn finden, / zu ihm hin gelangen könnte.
 4 Ich würde ihm meinen Rechtsfall erläutern, / meinen Mund mit Beweisgründen füllen.
 5 Ich würde wissen, was er mir erwidert, / erfahren, was er zu mir sagt.
 6 Würde er in seiner Allmacht mit mir streiten? / Nein, gerade er wird auf mich achten.
 7 Ein Aufrechter würde dort mit ihm streiten, / und ich hätte mein Recht für immer gesichert.
 

 8 Geh ich nach Osten, ist er nicht da, / und nach Westen, bemerke ich ihn nicht. 
 9 Wirkt er im Norden, kann ich ihn nicht sehen, / und im Süden, da erblicke ich ihn nicht.
10 Er kennt doch meinen Weg. / Wenn er mich prüfte, wäre ich wie Gold.
11 Mein Fuß blieb in seiner Spur; / ich blieb auf seinem Weg und wich nicht ab.
12 Ich ließ nicht ab von dem, was er mir gebot, / wich nicht von meinem Vorsatz ab / und verwahrte die Worte aus seinem Mund.

13 Doch er ist der Eine. / Wer kann ihm wehren? / Was er will, das tut er auch.
14 Er vollendet, was er mir bestimmt hat, / und hält davon noch mehr bereit.
15 Darum bin ich so bestürzt vor ihm, / ich denke daran und habe vor ihm Angst.
16 Gott hat mein Herz verzagt gemacht, / der Allmächtige macht mich bestürzt.
17 Denn nicht wegen Finsternis vergehe ich / und auch nicht, weil mich Dunkelheit bedeckt."

 

Dieses Buch der Bibel ist unglaublich.
In 42 Kapiteln muss ich mitleiden und bin voller Erschrecken über das, was da mit und an Hiob geschieht.
Und das Kapitel des heutigen Predigttextes ist erst das 23. ; es kommt noch viel schlimmer, kaum auszuhalten
für einen Menschen, der Gott seinen Vater nennt.

 

Wer ist dieser Hiob und was und warum muss er so viel Leid über sich ergehen lassen.

Im ersten Kapitel erfahren wir, dass Hiob ein aufrichtiger Mann war und vollständig Gott ergeben. Er fürchtete Gott und mied das Böse.
Ihm wurden sieben Söhne und drei Töchter geboren. Er besaß 7000 Schafe, 3000 Kamele, 500 Rindergespanne, 500 Eselinnen und sehr viele Sklaven.
Er hatte das größte Ansehen von allen Männern im Nahen Osten.
Gott hatte ihn reich gesegnet und beschenkt.

Weiter heißt es: Eines Tages kamen die Söhne Gottes, um sich vor Jahwe einzufinden. Unter ihnen war auch der Satan.
Da sagte Jahwe zum Satan: "Wo kommst du denn her?" – "Ich habe die Erde durchstreift", erwiderte der Satan, "und bin auf ihr hin und her gezogen."
Da sagte Jahwe zum Satan: "Hast du auf meinen Diener Hiob geachtet? Auf der Erde gibt es keinen zweiten wie ihn. Er ist mir aufrichtig und vollständig ergeben.
Er fürchtet Gott und meidet das Böse." Der Satan erwiderte Jahwe: "Ist Hiob etwa umsonst so gottesfürchtig?
Du beschützt ihn doch von allen Seiten, sein Haus und alles, was er hat! Du lässt ja all sein Tun gelingen, und seine Herden breiten sich im Land aus.
Versuch es doch einmal und lass ihn alles verlieren, was er hat! Ob er dir dann nicht ins Gesicht hinein flucht?"
Da sagte Jahwe zum Satan: "Pass auf! Alles, was er hat, ist in deiner Hand. Nur ihn selbst taste nicht an!"

Ich kann es nicht wirklich glauben, dass Gott sich darauf einlässt. Und der Satan leistet ganze Arbeit.

Hiob verliert zuerst alle seine Tiere und Knechte und auch seine Kinder kommen allesamt um ihr Leben.

Und was macht Hiob?
'Da stand Hiob auf, riss sein Obergewand ein und schor sich den Kopf. Dann ließ er sich zur Erde sinken und beugte sich nieder.
 "Nackt bin ich aus dem Leib meiner Mutter gekommen, / nackt gehe ich wieder dahin. / Jahwe hat gegeben und hat es wieder genommen.
Gelobt sei der Name Jahwes."
 Bei alldem sündigte Hiob nicht und schrieb Gott nichts Ungebührliches zu
.

Hiob geht davon aus, dass ihn ein großes Unglück ereilt hat.
Wie sollte er auch wissen, dass er zwischen Gott und den Satan geraten ist.

Im zweiten Kapitel nimmt das Unheil weiter seinen Lauf.
Der Satan wagt sich wieder Gott zu provozieren, als dieser den treuen Hiob verteidigt.
Gott wirft dem Satan vor::Du hast mich aufgereizt, ihn ohne Grund zu verderben."
Da erwiderte der Satan Jahwe: "Haut um Haut! Alles, was der Mensch hat, gibt er für sein Leben.
Taste ihn doch einmal selber an! Ob er dir dann nicht ins Gesicht hinein flucht?"
Da sagte Jahwe zum Satan: "Pass auf! Er ist in deiner Hand. Nur das Leben musst du ihm lassen!"

An Hiobs Körper brechen von Kopf bis Fuß Geschwüre auf und er hat solche Pein, dass er sich mit einer Glasscherbe kratzt.
Hiobs Frau verhöhnt seine Gottergebenheit, seine Freunde weinen und leiden mit ihm.

Bei alldem kam kein sündiges Wort über seine Lippen.

Eigentlich soll man es nicht machen, aber bevor der eigene Zorn über Gott und das demütige Verhalten des Hiob
den Leser in den Wahnsinn treibt ist es besser Kapitel 42, das Ende, zu lesen.
Es geht gut aus. Ob ich es Happy End nennen möchte? Eigentlich nicht.
Ein glückliches Ende einer Geschichte bedeutet für mich, dass ich verstanden habe und nachvollziehen kann, was geschehen ist; dass sich zum
Schluss aufklärt, warum was geschehen ist und dass alle Beteiligten glücklich und zufrieden sind.

Für mich sieht es so aus, dass Gott sich zwar sicher ist, dass Hiob diese Prüfungen bestehen wird, aber warum lässt er sich auf so einen
Handel mit dem Satan ein?
Schlimmer noch, warum lässt er den gottesfürchtigen Hiob so ins Messer laufen?
Warum lässt er zu, dass Hiob alles genommen wird, um ihn am Ende mit noch mehr Reichtum und zehn weiteren Kindern zu beschenken?

Hiob sucht in dem ganzen Leid nach Gott. Er ist sich sicher, wenn Gott sich nur finden lassen würde, ihm nahe käme, könnte er ihm alles
vortragen, für sich und sein Recht streiten. Er würde erfahren, was da mit ihm geschieht; Gott würde sich erklären und er, Hiob,  fände Ruhe.

Aber das geschieht nicht. Egal wohin sich Hiob wendet, Gott ist nicht da für ihn; aber er ist sich ganz sicher, dass Gott weiß und sieht, was mit
ihm geschieht. Gott kennt Hiobs Wege und Hiob bleibt in Gottes Spur.
Trotzdem geht es mit Hiob auf und ab. In dem einen Moment bekennt er sich zu Gott, der für ihn der EINE ist und im nächsten Moment beklagt er
seine Bestürzung über Gottes Schweigen.

" Gott macht keine Fehler", mit diesem Bekenntnis bin ich aufgewachsen.
Meine Eltern haben mir glaubhaft vorgelebt, wie bedingungslose Nachfolge gelingen kann.
Selbst, als mein Vater viel zu früh aus seinem und unserem Leben von Gott heimgerufen wurde, war meine Mutter nicht
bereit in das allgemeine Klagen und Fragen über dieses Vorgehen Gottes einzustimmen.
Völlig überzeugt vom Handeln Gottes war ihre Antwort: "Gott macht keine Fehler".
Ich war damals nicht so überzeugt und habe erst im Laufe vieler Jahre erkennen dürfen, wie gnädig auch Gott in diesem Verlust mit uns war.

Hiob beklagt sich nicht bei Gott über Verlust und Schmerzen, die ihn getroffen haben, er beklagt, dass Gott sein Herz verzagt gemacht hat.

Verzagt ist mein Herz auch oft. Nie scheint meine Kraft zu reichen. Aber meine Verluste sind erheblich überschaubar, wenn ich mich mit Hiob
vergleichen würde.
Gott war sich sicher, dass Hiob die Prüfungen bestehen würde - und was ist mit mir?

Über meinem Schreibtisch hängt schon lange der Bibelvers aus 1. Korinther 10, 13
 - Und Gott ist treu, er wird nicht zulassen, dass die Prüfung über eure Kraft geht -

Ich weiß nicht, ob es für mich erstrebenswert wäre, so zu werden wie Hiob.
Aber ich weiß, dass es für mich lebenswichtig ist, mich darauf zu verlassen,
dass Gott mich nicht über meine Kraft prüfen wird.

Amen

(Heidi Taut)

 

Lied der Woche
Aus tiefer Not schrei ich zu dir
Nr.  299 Evangelisches Gesangbuch

 

1. Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen.Dein gnädig` Ohren kehr zu mir und meiner Bitt sie öffne;denn so du willst das sehen an, was Sünd und Unrecht istgetan, wer kann, Herr, vor dir bleiben?


 

2. Bei dir gilt nichts denn Gnad und Gunst, die Sünde zu vergeben; es ist doch unser Tun umsonst auch in dem besten Leben. Vor dir niemand sich rühmen kann, des muss dich fürchten jedermann und deiner Gnade leben.

 

3. Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen; auf ihm mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort; das ist mein Trost und treuer Hort, des will ich allzeit harren.


 

4. Und ob es währt bis in die Nacht und wieder an den Morgen, doch soll mein Herz an Gottes Macht verzweifeln nicht noch sorgen. So tu Israel rechter Art, der aus dem Geist erzeuget ward, und seines Gotts erharre.

.
 

5. Ob bei uns ist der Sünden viel, bei Gott ist viel mehr Gnade; sein Hand zu helfen hat kein Ziel, wie groß auch sei der Schade. Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird, 
aus seinen Sünden allen.

 

 

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Andacht für den 10. Sonntag nach Trinitatis
(Woche vom 25.08.2019 - 31.08.2019 )

Wochenspruch:
Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk,
das er zum Erben erwählt hat. Psalm 33, 12

 

Der Predigttext für diesen Sonntag steht in Markus 12, 28 - 34
(Neue evangelistische Übersetzung von
Karl-Heinz Vanheiden))

Die Frage nach dem höchsten Gebot

28 Einer der Gesetzeslehrer hatte ihrem Streitgespräch zugehört und bemerkt, wie treffend Jesus den Sadduzäern antwortete.
     Nun trat er näher und fragte ihn: "Was ist das wichtigste Gebot von allen?"

29 "Das wichtigste", erwiderte Jesus, "ist: 'Höre, Israel! Der Herr, unser Gott, ist der alleinige Herr.

30 Und du: Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzem Verstand und mit all deiner Kraft!

31 An zweiter Stelle steht: 'Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Kein anderes Gebot ist wichtiger als diese beiden."

32 Da sagte der Gesetzeslehrer: "Rabbi, das hast du sehr gut gesagt.
     Es ist wirklich so, wie du sagst: Es gibt nur einen einzigen Gott und außer ihm keinen.

33 Und ihn zu lieben von ganzem Herzen, mit all seinen Gedanken und mit ganzer Kraft und seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst,
     das ist viel mehr wert als alle unsere Opfer."

34 Als Jesus sah, mit welcher Einsicht der Mann geantwortet hatte, sagte er zu ihm: "Du bist nicht weit weg vom Reich Gottes."
     Danach wagte niemand mehr, ihm eine Frage zu stell
en.

 

Jesus hatte mal wieder Streit, mit den "Gesetzeslehrern", den Obersten der jüdischen Frommen, könnte man so sagen.
Das kam ja häufiger vor und die Jünger haben in den evangelistischen Büchern der Bibel ausführlich darüber berichtet.
Und auch diese Streitgespräche liefen immer nach dem selben Schema ab, die Pharisäer provozierten Jesus mit oft hinterhältigen Fragen
und er antwortete ihnen in der Vollmacht seines Auftrages als Sohn Gottes immer sehr eindringlich und mahnend.

Einen dieser Gesetzeslehrer beschäftigten die Worte Jesu aber weit über diesen Streit hinaus, er bemerkte "wie treffend" Jesus
geantwortet hatte. Ich denke, er kannte die alten Schriften sehr gut und hat Jesu Antworten dort wieder gefunden.
Noch erstaunlicher, er fragt nach. Nicht prüfend, hinterhältig sondern ehrlich interessiert.
Was ist das wichtigste Gebot ?

Jesus nimmt dieses Nachfragen ernst und stellt zunächst noch einmal klar und deutlich fest, was schon dem Volk Israel vor vielen
Jahren mit auf den Weg gegeben war:
Der Herr, unser Gott, ist der alleinige Herr.

Dieser Anspruch Gottes ist unumstößlich, für das alte Volk Israel, aber durch Jesus Christus, seinen Sohn, auch für uns, wenn wir in
seiner Nachfolge stehen. Und es ist gut, immer wieder daran erinnert zu werden: Gott alleine ist mein Herr und Mittelpunkt meines
Lebens.

Weiter sagt Jesus:
Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzem Verstand und mit all deiner Kraft!

Da bin ganz bei Jesus. Auch wenn mein Herz manchmal schwer ist und meine Seele Lasten trägt, die mir zu groß erscheinen; mein Verstand
macht sich hier und da auch schon mal eigenartig selbstständig und meine Kraft lässt oft zu wünschen übrig, weil ich mich im Alltag
verzettele.
Zweifel habe ich aber nicht an meinem Gott und die Liebe zum Herrn erfüllt mich immer wieder. Ehrlicherweise muss ich aber auch zugeben,
dass ich in einem Teil der Welt lebe, in dem es keinerlei Beschränkungen gibt, davon zu reden und meinen Glauben zu leben.

Jesus ist aber noch nicht fertig mit seiner Antwort.

An zweiter Stelle steht: 'Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Kein anderes Gebot ist wichtiger als diese beiden."

Jetzt kommt der auch für mich schwierigere Teil und ich musste lange nachdenken, bevor ich diese Andacht hier schreiben konnte.

Die Liebe zu meinem Gott und Vater scheint ja ein Leichtes zu sein, wenn ich an die Liebe zu meinem Nächsten denke.
Ganz davon abgesehen, dass auch viele gläubige Menschen ein Problem damit haben, sich selbst so zu sehen und zu lieben,

wie der Vater es tut, ist "der Nächste" und meine Liebe zu ihm, ein Kapitel für sich.

Aber, so ist es, im Leben und bei Jesus, wer fragt bekommt Antworten und damit muss ich lernen umzugehen. Und so stelle ich mir und uns
allen ein paar Fragen:
Muss ich auch den Arbeitskollegen lieben, der mich bei den anderen schlecht macht, weil er mit meiner Kompetenz und Menschenfreundlichkeit
nicht umgehen kann?
Muss ich die Mutter meines Enkelkindes lieben, die mich als Oma kaltstellt?
Muss ich die Nachbarn lieben, die unverschämt und laut sind und mir Schlaf und Ruhe rauben?
Muss ich die Ex-Frau meines Partners lieben, die immer wieder unseren Frieden zerstört?

Ich könnte jetzt noch endlos weiter aufzählen und jeder möge diese Liste ergänzen und seine ganz persönlichen, schwierigen
Nächsten in Gedanken dazunehmen.

Der Gesetzeslehrer bei Jesus hat verstanden.
Jesus antwortet nicht nach Lust und Laune, sondern fundiert auf Gottes Wort bezogen.
Und er selber stellt fest, dass unsere ganzen vermeintlichen Opfer, die wir bringen, nichts wert sind, wenn wir nicht mit ganzer Kraft
Herz, Seele und Verstand einsetzen, um Gott als einzigen Herrn anzuerkennen.
Und unseren Nächsten lieben!
Diese Begegnung mit Jesus und die Klarheit, mit der er nicht nur dem Gesetzeslehrer damals, sondern auch mir, heute, die beiden
wichtigsten Gesetze der Nachfolge verdeutlicht, zeigen mir, dass ich noch viel zu lernen habe.

"Du bist nicht weit weg vom Reich Gottes."

Das ist es, was auch mir zugesprochen wird: Du bist nicht weit weg, aber noch auf dem Weg.

Und da habe ich wieder das Wort des Paulus aus der letzten Woche im Ohr und vor Augen:

Nein, ich bilde mir nicht ein, es schon geschafft zu haben, liebe Geschwister; aber eins steht fest:
Ich vergesse das Vergangene und schaue auf das, was vor mir liegt.
Ich laufe mit aller Kraft auf das Ziel zu, um den Siegespreis droben zu gewinnen, für den Gott uns durch Jesus Christus bestimmt hat.


Amen


(Heidi Taut)

Lied der Woche
Nun danket Gott, erhebt und preiset
Nr.  290 Evangelisches Gesangbuch

1. Nun danket Gott, erhebt und preiset
die Gnaden, die er euch erweiset,
und zeiget alle Völker an
die Wunder, die der Herr getan.
O Volk des Herrn, sein Eigentum,
besinge deines Gottes Ruhm.

 
2. Fragt nach dem Herrn und seiner Stärke;
der Herr ist groß in seinem Werke.
Sucht doch sein freundlich Angesicht:
Den, der ihn sucht, verlässt er nicht.
Denkt an die Wunder, die er tat,
und was sein Mund versprochen hat.
3. O Israel, Gott herrscht auf Erden.
Er will von dir verherrlicht werden;
er denket ewig seines Bunds
und der Verheißung seines Munds,
die er den Vätern kundgetan:
Ich lass euch erben Kanaan.

 
4. Sie haben seine Treu erfahren,
da sie noch fremd und wenig waren;
sie zogen unter Gottes Hand
von einem Land zum andern Land.
Er schützte und bewahrte sie,
und seine Huld verließ sie nie.

 
5. Gott zog des Tages vor dem Volke,
den Weg zu weisen, in der Wolke,
und machte ihm die Nächte hell;
ließ springen aus dem Fels den Quell,
tat Wunder durch sein Machtgebot
uns speiste sie mit Himmelsbrot.

 
6. Das tat der Herr, weil er gedachte
des Bunds, den er mit Abram machte.
Er führte an seiner treuen Hand
sein Volk in das verheißne Land,
damit es diene seinem Gott
und dankbar halte sein Gebot.
7. O seht, wie Gott sein Volk regieret,
aus Angst und Not zur Ruhe führet.
Er hilft, damit man immerdar
sein Recht und sein Gesetz bewahr.
O wer ihn kennet, dient ihm gern.
Gelobt sei der Name des Herrn.
 

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Andacht für den 09. Sonntag nach Trinitatis
(Woche vom 18.08.2019 - 24.08.2019 )

Wochenspruch:
Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen;
und wem viel anvertraut ist, von dem wird man
umsomehr fordern.
Luks 12, 48


 

 

Lied der Woche
Nr.  397 Evangelisches Gesangbuch


Herzlich lieb hab ich dich o Herr

 

 

1. Herzlich lieb hab ich dich, o Herr. Ich bitt, wollst sein von mir nicht fern mit deiner Güt und Gnaden. Die ganze Welt erfreut mich nicht, nach Erd und Himmel frag ich nicht, wenn ich nur dich kann haben. Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht, so bist doch du mein Zuversicht, mein Teil und meines Herzens Trost, der mich durch sein Blut hat erlöst. Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr, mein Gott und Herr, in Schanden lass mich nimmer mehr.

2. Er ist ja, Herr, dein G`schenk und Gab mein Leib und Seel und was ich hab in diesem armen Leben. Damit ich´s brauch zum Lobe dein, zu Nutz und Dienst des Nächsten mein, wollst mir dein Gnade geben. Behüt mich, Herr, vor falscher Lehr, des Satans Mord und Lügen wehr; in allem Kreuz erhalte mich, auf dass ich´s trag geduldiglich. Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott, mein Herr und Gott, tröst mir mein Herz in Todesnot.

3. Ach Herr, lass dein lieb´ Engelein an meinem End die Seele mein in Abrahams Schoss tragen. Der Leib in seim Schlafkämmerlein gar sanft ohn all Qual und Pein ruh bis zum Jüngsten Tage. Alsdann vom Tod erwecke mich, dass meine Augen sehen dich in aller Freud, o Gottes Sohn, mein Heiland und mein Gnadenthron. Herr Jesu Christ, erhöre mich, erhöre mich. Ich will dich preisen ewiglich.

 

Der Predigttext für diesen Sonntag steht in Philipper 3, 7 - 14
(Neue evangelistische Übersetzung von
Karl-Heinz Vanheiden))

Früher hielt ich diese Dinge für einen Gewinn, aber jetzt, wo ich Christus kenne, betrachte ich sie als Verlust. Ja wirklich, alles andere erscheint mir wertlos, wenn ich es mit dem unschätzbaren Gewinn vergleiche, Jesus Christus als meinen Herrn kennen zu dürfen. Durch ihn habe ich alles andere verloren und betrachte es auch als Dreck. Nur er besitzt Wert für mich. Und zu ihm möchte ich um jeden Preis gehören. Deshalb vertraue ich nicht mehr auf meine Gerechtigkeit, die aus dem Befolgen des Gesetzes kam, sondern auf die Gerechtigkeit, die ich durch den Glauben an Christus habe, auf die Gerechtigkeit, die von Gott kommt und dem Glaubenden zugesprochen wird. Ich möchte nichts anderes mehr kennen als Christus, und ich will die mächtige Kraft, die ihn aus den Toten auferstehen ließ, an meinem eigenen Leib erfahren. Ich möchte lernen, was es heißt, mit ihm zu leiden und in ihm zu sterben, um dann auch unter denen zu sein, die aus den Toten heraus auferstehen werden.Lauft wie ich auf das Ziel zu! Ich will nicht behaupten, das Ziel schon erreicht zu haben oder schon vollkommen zu sein; doch ich strebe danach, das alles zu ergreifen, nachdem auch Christus von mir Besitz ergriffen hat. Nein, ich bilde mir nicht ein, es schon geschafft zu haben, liebe Geschwister; aber eins steht fest: Ich vergesse das Vergangene und schaue auf das, was vor mir liegt. Ich laufe mit aller Kraft auf das Ziel zu, um den Siegespreis droben zu gewinnen, für den Gott uns durch Jesus Christus bestimmt hat.

Alles klar?
So stell ich mir den Gedankengang von Paulus vor. Er war ein Meister des Wortes, stimmgewaltig und wir würden
sagen eloquent - also er konnte sich sehr geschliffen und wortreich ausdrücken. In dieser Art begabte Menschen überfordern
ihre Zuhörer nicht selten, weil ihre Gedanken oder ihr Anliegen ihnen so wichtig erscheint, dass sie ohne Punkt und Komma
auf andere einreden.
Wer selber so reden kann, kennt die Blicke, die man bei seinem Gegenüber wahrnimmt; bis dem klar ist, was man ihm
mitteilen wollte, ist der Redner selber oft schon beim nächsten Thema und lässt den vermeintlichen Gesprächspartner
komplett auf der Strecke.
Und genauso ist es mir beim ersten Lesen dieses Bibeltextes ergangen: Was redet Paulus da, was will er sagen, was ist ihm so
wichtig, dass er in diese Sätze seine gesamte Glaubenshaltung und - Erwartung legt?

Also nochmal und in aller Ruhe - Philipper 3, 7 - 14

Früher hielt ich diese Dinge für einen Gewinn, aber jetzt, wo ich Christus kenne, betrachte ich sie als Verlust.
Ja wirklich, alles andere erscheint mir wertlos, wenn ich es mit dem unschätzbaren Gewinn vergleiche, Jesus Christus
als meinen Herrn kennen zu dürfen.
Durch ihn habe ich alles andere verloren und betrachte es auch als Dreck. Nur er besitzt Wert für mich.
Und zu ihm möchte ich um jeden Preis gehören.
Deshalb vertraue ich nicht mehr auf meine Gerechtigkeit, die aus dem Befolgen des Gesetzes kam,
sondern auf die Gerechtigkeit, die ich durch den Glauben an Christus habe, auf die Gerechtigkeit, die von Gott kommt
und dem Glaubenden zugesprochen wird.
Ich möchte nichts anderes mehr kennen als Christus, und ich will die mächtige Kraft, die ihn aus den Toten auferstehen ließ,
an meinem eigenen Leib erfahren.
Ich möchte lernen, was es heißt, mit ihm zu leiden und in ihm zu sterben, um dann auch unter denen zu sein,
die aus den Toten heraus auferstehen werden.
Lauft wie ich auf das Ziel zu!
Ich will nicht behaupten, das Ziel schon erreicht zu haben oder schon vollkommen zu sein;
doch ich strebe danach, das alles zu ergreifen, nachdem auch Christus von mir Besitz ergriffen hat.
Nein, ich bilde mir nicht ein, es schon geschafft zu haben, liebe Geschwister; aber eins steht fest:
Ich vergesse das Vergangene und schaue auf das, was vor mir liegt.
Ich laufe mit aller Kraft auf das Ziel zu, um den Siegespreis droben zu gewinnen, für den Gott uns durch Jesus Christus bestimmt hat.

Und noch einmal die Frage: Was redet Paulus da, was will er sagen, was ist ihm so
wichtig, dass er in diese Sätze seine gesamte Glaubenshaltung und - Erwartung legt?

Zunächst blickt er auf sein früheres Leben zurück, auf seine Herkunft, seinen korrekten und übereifrigen Einsatz als 
hundertprozentiger Jude und Christenverfolger. Er war ein angesehener Mann; nur, wie er später feststellen musste,
auf der falschen Seite. Das, was er so schätzte nahm er nach seiner Begegnung mit Jesus Christus als Verlust wahr, als wertlos,
nannte es sogar Dreck.

Was er nun über sein Leben sagt, hört sich ziemlich radikal an, alle Werte scheinen sich gewandelt zu haben, seit er
Jesus Christus als seinen Herrn kennt. Es ist für Paulus der Hauptgewinn und den will er festhalten, koste es was es
wolle.
Mit so einschneidende Veränderungen habe ich, haben wir, ja so unsere Probleme. Und wenn es dann noch im frommen
Raum stattfindet, steht man doch schnell in der Ecke der Sonderlinge und Spinner.
Dann doch lieber nur so ein bischen was anders machen, muss ja nicht gleich jedem auffallen; schließlich sollen sich Familie und
Freunde doch auf meine Beständigkeit verlassen können.

Das sah der gute Paulus aber ganz anders. Seine Sprache ist eindeutig und lässt die Klarheit und Überzeugung dahinter ohne
jeden Zweifel:

- Ich vertraue nicht mehr auf meine Gerechtigkeit, die aus dem Befolgen des Gesetzes kam
- Ich möchte nichts anderes mehr kennen als Christus
- Ich will die mächtige Kraft, die ihn aus den Toten auferstehen ließ, an meinem eigenen Leib erfahren
- Ich möchte lernen was es heißt, mit ihm zu leiden und zu sterben, um dann auch unter denen zu sein,
  die aus den Toten heraus auferstehen werden
- Ich strebe danach, das alles zu ergreifen, nachdem auch Christus von mir Besitz ergriffen hat
- Ich vergesse das Vergangene und schaue auf das, was vor mir liegt
- Ich laufe mit aller Kraft auf das Ziel zu, um den Siegespreis droben zu gewinnen,
  für den Gott uns durch Jesus Christus bestimmt hat.

Für mich liest und hört sich das keinesfalls nach " ein bischen" Bekehrung und Nachfolge an.
Paulus brennt für die Sache, für seinen Herrn Jesus Christus, und er lässt keinen Zweifel daran, was für ihn
das Wichtigste ist und wie er sich dafür ins Zeug legt.
Und es ist ja nicht gerade wenig was er für veränderungsbedürftig zählt.
Konsequent betrachtet, alles - komplett!

Ich erlebe in dieser flammende Rede des Paulus das Geheimnis des Glaubens und der Nachfolge.
Wenn der Glaube, wenn mein Glaube,  nicht eine radikale Wende in meinem Leben einläutet, ist er halbherzig, kalt und lieblos.
Wenn ich nicht wie Paulus darauf brenne, mein GANZES Leben auf Jesus Christus neu auszurichten, was soll es bringen?

Lauft, wie ich auf das Ziel zu - sagt und Paulus sehr eindringlich.
Keine halben Sachen auf halber Strecke. Es genügt nicht, ein bischen zu verändern.
Strebt danach, ALLES zu ergreifen, nachdem Christus von euch Besitz ergriffen hat.
Vergiss das Vergangene, das Gestern und Vorgestern - schau auf das, was vor dir liegt.

Mich berühren diese aufweckende Worte ganz neu, und ich lese sie immer und immer wieder.
Es scheint doch so einfach zu sein, auf dem richten Weg - und doch komm ich wieder ab, gerate ins
Straucheln, neige dazu, mich umzuschauen. Warum?

Mit Paulus will ich mich auf den Weg machen:

Ich laufe mit aller Kraft auf das Ziel zu, um den Siegespreis droben zu gewinnen, für den Gott uns durch Jesus Christus bestimmt hat.
Amen

(Heidi Taut)

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Wochenspruch für den 04.08.2019 – 10.08.2019  (06. - 12. Juli 2008)

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.
Epheser 2,19

 (Das Mahl von  Sieger Köder)

Hier haben Menschen sich einladen lassen nach Hause zu kommen.
Da sitzen sie nun, wie das Leben sie auf den Weg geschickt hat:
aufmerksam, klein, müde, fragend, staunend, liebend.

Der Durstige schließt die Augen und genießt das Trinken,
die Frau neben ihm blickt aufmerksam, abwartend.
Das Kind kann kaum über den Rand schauen, doch es hat seinen Platz sicher am Tisch
Die Liebenden gegenüber sind einander zugewandt und doch genau wie ihre
Tischnachbarn mit gespanntem Blick nach oben.

Die Frau hinten rechts, noch gezeichnet von den Strapazen, hat die Augen geschlossen
und sich eng an die Hand des Hausherrn geschmiegt.

Der Herr selber deckt den Tisch.
Seine durchbohrten Hände brechen das Brot des Lebens und im Kelch in der
Mitte spiegelt sich sein Angesicht.

Das ganze Bild ist in herrlich kräftigen Regenbogen-Farben gehalten.
Hier verbinden sich der Regenbogen, dem Zeichen des alten Bundes und das Abendmahl,
dem Zeichen des neuen Bundes.

Gott schafft Frieden unter den Völkern und an seinem Tisch.

Das vorne offene Ende des Tisches lädt dich und mich ein, Platz zu nehmen, am Tisch des Herrn und in der Gemeinschaft der Geheiligten und Hausgenossen.
(Heidi Taut)

Eingeladen zum Fest des Glaubens, eingeladen zum Fest des Glaubens.

Aus den Dörfern und aus Städten, von ganz nah und auch von fern,
mal gespannt, mal eher skeptisch, manche zögernd, viele gern,
folgten sie den Spuren Jesu, folgten sie dem, der sie rief,
und sie wurden selbst zu Boten, das der Ruf wie Feuer lief:

Eingeladen zum Fest des Glaubens, eingeladen zum Fest des Glaubens.

Und so kamen die in Scharen, brachten ihre Kinder mit,
ihre Kranken, auch die Alten, selbst die Lahmen hielten Schritt.
Von der Straße, aus der Gosse kamen Menschen ohne Zahl,
und sie hungerten nach Liebe und nach Gottes Freudenmahl.

Eingeladen zum Fest des Glaubens, eingeladen zum Fest des Glaubens.

Und dort lernten sie zu teilen Brot und Wein und Geld und Zeit;
und dort lernten sie zu heilen Kranke, Wunden, Schmerz und Leid;
und dort lernten sie zu beten, dass dein Wille, Gott, geschehe;
und dort lernten sie zu leben, dass das Leben nicht vergehe.

Eingeladen zum Fest des Glaubens, eingeladen zum Fest des Glaubens.

11 Jahre ist es her, dass ich diese Andacht gehalten habe.
Inzwischen habe ich das Originalbild des Künstlers Sieger-Köder gesehen; in Ellwangen, wo ihm ein ganzes Museum gewidmet ist.
Das Bild ist ein Ausschnitt aus dem Misereor-Hungertuch von 1996 mit dem bezeichnenden Titel
„Hoffnung der Ausgegrenzten“.

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Andacht für den 1. Sonntag im Advent
(Woche vom 02.12.2018 bis zum 08.12.2018)

Wochenspruch:
Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir,
ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.
Sacharja , 9

 

Lied der Woche
Nr.  Evangelisches Gesangbuch

 Nun komm, der Heiden Heiland

 

1. Nun komm, der Heiden Heiland, der Jungfrauen Kind erkannt,
dass sich wunder alle Welt, Gott solch Geburt ihm bestellt.

2. Er ging aus der Kammer sein, dem königlichen Saal so rein,
Gott von Art und Mensch, ein Held; sein' Weg er zu laufen eilt.

3. Sein Lauf kam vom Vater her und kehrt wieder zum Vater,
fuhr hinunter zu der Höll und wieder zu Gottes Stuhl.

4. Dein Krippen glänzt hell und klar, die Nacht gibt ein neu Licht dar.
Dunkel muss nicht kommen drein, der Glaub bleib immer im Schein.

5. Lob sei Gott dem Vater g'tan; Lob sei Gott seim ein'gen Sohn,
Lob sei Gott dem Heilgen Geist immer und in Ewigkeit.

.

Der Predigttext für diesen Sonntag steht in Lukas 1, 39 - 56
(Gute Nachricht Bibel)

39 Bald danach machte sich Maria auf den Weg und eilte zu einer Stadt im Bergland von Judäa.
40 Dort ging sie in das Haus von Zacharias und begrüßte Elisabet.
41 Als Elisabet ihren Gruß hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde sie vom Geist Gottes erfüllt
42 und rief laut:
    »Gesegnet bist du von Gott, auserwählt unter allen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes!
43 Wie komme ich zu der Ehre, dass die Mutter meines Herrn mich besucht?
44 Ja, das bist du; denn in dem Augenblick, als dein Gruß an mein Ohr drang, machte das Kind einen Freudensprung in     
     meinem Leib.
45 Du darfst dich freuen, denn du hast geglaubt, dass sich erfüllen wird, was der Herr dir ankündigen ließ.«

 

46 Maria aber sprach:
     »Mein Herz preist den Herrn,
47 alles in mir jubelt vor Freude
     über Gott, meinen Retter!
48 Ich bin nur seine geringste Dienerin,
     und doch hat er sich mir zugewandt.
     Jetzt werden die Menschen mich glücklich preisen
     in allen kommenden Generationen;
49 denn Gott hat Großes an mir getan,
     er, der mächtig und heilig ist.
50 Sein Erbarmen hört niemals auf;
     er schenkt es allen, die ihn ehren,
     von einer Generation zur andern.
51 Jetzt hebt er seinen gewaltigen Arm
     und fegt die Stolzen weg samt ihren Plänen.
52 Jetzt stürzt er die Mächtigen vom Thron
     und richtet die Unterdrückten auf.
53 Den Hungernden gibt er reichlich zu essen
     und schickt die Reichen mit leeren Händen fort.
54 Er hat an seinen Diener Israel gedacht
     und sich über sein Volk erbarmt.
55 Wie er es unsern Vorfahren versprochen hatte,
     Abraham und seinen Nachkommen  für alle Zeiten.«
56 Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabet und kehrte dann wieder nach Hause zurück.


 "Tue Gutes und rede darüber"
diesen Spruch haben sich einige Menschen aber auch Organisationen zum
Leitfaden ihres Handelns gemacht.

Eigenlob und gegenseitige Lobhudeleien gehören zum allgemeinen sozialen Auftreten.
"Finde dich selber - entdecke deine Stärken - besinne dich auf dein ICH";
und lass es alle wissen, was du für ein toller Mensch bist - möchte ich anfügen!

So richtig passt das nicht zu dem einfachen Lied meiner Kindheit:
"Pass auf, kleines Ich, werd nicht groß
 pass auf, kleines Ich, werd nicht groß,
 denn der Vater im dem Himmel schaut herab auf dich
 pass auf, kleines Ich, werd nicht groß".

Ja, wenn das so ist, dass ich bei meinem Denken und Handeln beobachte werde,
muss ich den Umgang mit meinem ICH wohl noch einmal genauer betrachten.

Zunächst schweben mir da die Menschen um mich herum vor, denen es gilt,
meine Vorzüge zu präsentieren. Da sind die Partner, die Familie, die Kollegen und natürlich
auch die Menschen in meiner Gemeinde.
Vermutlich kennen mich diese Menschen durch das beständige Miteinander viel genauer, als mir
manchmal lieb ist.
Gerade in Partnerschaft und Familie bleibt wenig verborgen, von meinen Schwächen und Stärken.
Und bei einem vollen Arbeitstag bin ich meinen Kollegen eher ein offenes Buch als ein
Geheimnis. Auch in der christlichen Gemeinschaft stehen oft nicht nur die
positiven Eigenschaften im Raum.

Das ist aber nichts zu dem Vater im Himmel, der ja nicht nur auf mich herab sieht,
sondern der meine Gedanken kennt, die guten und die bösen.
Dieser Vater, den ich immer wieder um Dies und Jenes bitte, den ich anflehe, wenn es mir schlecht geht;
vor dem ich klage und weine; und von dem ich mich trösten und beschenken lasse.

Wenn ich die Zeiten des Bittens mit denen des Dankens aufliste, komme ich schlecht weg.
Das steht in keinem Verhältnis, auch wenn ich glaube, Gott stets meinen Dank zu sagen,
überwiegt doch das Bitten und Klagen, besonders, wenn ich Gottes Handeln nicht verstehen
oder akzeptieren kann.

Vor diesem, meinem persönlichen Hintergrund, betrachte ich den
" Lobgesang der Maria ", der ja in den biblichen Texten einen besonderen
Stellenwert einnimmt zunächst eher skeptisch.

Maria war ja eher ein junges Mädchen als eine erwachsene Frau, als ihr der Engel die Botschaft
Gottes verkündete:
»Hab keine Angst, du hast Gnade bei Gott gefunden!
Du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Dem sollst du den Namen Jesus geben.
Er wird groß sein und wird 'Sohn des Höchsten' genannt werden.
Gott, der Herr, wird ihn auf den Thron seines Ahnherrn David erheben, 
und er wird für immer über die Nachkommen Jakobs regieren. Seine Herrschaft wird nie zu Ende gehen.
(Lukas 1, 30-33)

Mich hätte das bei allem Gottvertrauen umgehauen.
Abgesehen von der vordergründigen Frage "wie soll das möglich sein"
bliebe da ja noch der göttliche Auftrag!
Nichts steht geschrieben von einem großen Gejammer;
Maria klagt Gott nicht an, ihr junges Leben zu verpfuschen,
sie versucht es nicht mit endlosen Diskussionen und Verhandlungen.
Ja, sie erschrickt zunächst, als der Engel eintritt, aber dann hört sie genau zu.

Auch in meinem Leben gibt es immer wieder wunderbare und wundersame  Geschehnisse,
die ich kaum oder manchmal auch garnicht an Menschen vermitteln kann, die nicht an Gott glauben;
und so auch nicht verstehen können, wie der Geist Gottes in meinem Leben wirkt
und  mich verändert, hin in die Gegenwart Gottes.

Nur so ist es für mich nachvollziehbar, dass Maria einen derartigen Lobgesang  aussprechen kann.
In dieser, vom Geist Gottes erfüllten Situation, kann sie die Berufung Gottes annehmen
und findet Worte um Gott zu antworten.
Mit keinem Wort lobt Maria sich selbst - und um es ganz klar zu sagen, niemals hat Maria den
Anspruch erhoben, für diese göttliche Beauftragung verehrt oder angebetet zu werden.

»Mein Herz preist den Herrn,
 alles in mir jubelt vor Freude
 über Gott, meinen Retter!
 Ich bin nur seine geringste Dienerin,
 und doch hat er sich mir zugewandt.
 Jetzt werden die Menschen mich glücklich preisen
 in allen kommenden Generationen;
denn Gott hat Großes an mir getan,
er, der mächtig und heilig ist.
Sein Erbarmen hört niemals auf;
er schenkt es allen, die ihn ehren,
von einer Generation zur andern.
Jetzt hebt er seinen gewaltigen Arm
und fegt die Stolzen weg samt ihren Plänen.
Jetzt stürzt er die Mächtigen vom Thron
und richtet die Unterdrückten auf.
Den Hungernden gibt er reichlich zu essen
und schickt die Reichen mit leeren Händen fort.
Er hat an seinen Diener Israel gedacht
und sich über sein Volk erbarmt.
Wie er es unsern Vorfahren versprochen hatte,
Abraham und seinen Nachkommen  für alle Zeiten.«

Ach, wenn ich doch nur so einen Lobgesang  hätte für meinen Gott.
Grund genug habe ich doch jeden Tag.
Das 'ich möchte - ich will - ich bitte dich'
kommt mir doch auch so leicht über die Lippen.
Lobpreis-Zeiten sind nicht den Gottesdiensten und der Gemeinschaft
vorbehalten; sie dürfen und sollen meinen Tag begleiten.

Gott braucht keine schönen Sätze oder wohlgeformten Texte.
Wem das Herz voll ist, dem geht der Mund über - es kommt darauf an,
was ich in meinem Herzen bewege und bedenke.

Es gibt eine unüberschaubare Anzahl von bereits geschrieben Lobliedern, auf die ich
zurückgreifen kann und das ist mir ein reicher Schatz. Da haben Menschen schon
Worte gefunden und zur Verfügung gestellt.

Aber ich möchte ermutigen:
- auch eigene Worte und Lieder zu finden, als Antwort auf Gottes Handeln in meinem Leben
- Lobpreiszeiten als kleine Zeitfenster in den Alltag einzubauen
- bekannte Melodien mit ganz persönlichen Texten zu singen
- am Ende Tages immer wieder neu zu entdecken, wieviel Grund es zu Danken und Loben gibt.

Hast du ein persönliches Loblied, mit dem du Gott die Ehre gibst?
Ich will dem Lobpreis in meinem Leben einen viel größeren Raum geben und dem
Herrn immer wieder ein neues Lied singen - mach doch mit!

(Heidi Taut)

 

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Andacht für den 3. Sonntag im Advent
(Woche vom 14.12.2014 bis zum 20.12.2014)

Wochenspruch:
Seht Bereitet dem Herrn den Weg: denn siehe, der Herr kommt gewaltig. Jesaja 40,3+10

 

Lied der Woche
Nr. 10 Evangelisches Gesangbuch

 Mit Ernst ihr Menschenkinder
 

1. Nun komm, der Heiden Heiland, der Jungfrauen Kind erkannt,
dass sich wunder alle Welt, Gott solch Geburt ihm bestellt.

2. Er ging aus der Kammer sein, dem königlichen Saal so rein,
Gott von Art und Mensch, ein Held; sein' Weg er zu laufen eilt.

3. Sein Lauf kam vom Vater her und kehrt wieder zum Vater,
fuhr hinunter zu der Höll und wieder zu Gottes Stuhl.

4. Dein Krippen glänzt hell und klar, die Nacht gibt ein neu Licht dar.
Dunkel muss nicht kommen drein, der Glaub bleib immer im Schein.

5. Lob sei Gott dem Vater g'tan; Lob sei Gott seim ein'gen Sohn,
Lob sei Gott dem Heilgen Geist immer und in Ewigkeit.

.

Der Predigttext für diesen Sonntag steht in Matthäus 11, 2 - 10
(Gute Nachricht Bibel)

 

2   Der Täufer Johannes hatte im Gefängnis von den Taten gehört, die Jesus als den versprochenen Retter
     auswiesen; darum schickte er einige seiner Jünger zu ihm.

3   »Bist du wirklich der, der kommen soll«, ließ er fragen, 
     »oder müssen wir auf einen anderen warten?«

4   Jesus antwortete ihnen: »Geht zu Johannes und berichtet ihm, was ihr hört und seht:

5   Blinde sehen, Gelähmte gehen, Aussätzige werden gesund, Taube hören, Tote stehen auf
     und den Armen wird die Gute Nachricht verkündet.

6   Freuen darf sich, wer nicht an mir irre wird!«

7   Als die Abgesandten des Täufers wieder weggegangen waren, fing Jesus an, zu der Menge über Johannes zu sprechen:
     »Als ihr in die Wüste zu ihm hinausgezogen seid, was habt ihr da erwartet? 
     Etwa ein Schilfrohr, das jedem Wind nachgibt?

8   Oder was sonst wolltet ihr sehen? Einen Menschen in vornehmer Kleidung?
     Solche Leute wohnen in Palästen!

9   Also, was habt ihr erwartet? Einen Propheten ?
     Ich versichere euch: Ihr habt mehr gesehen als einen Propheten!

10 Johannes ist der, von dem es in den Heiligen Schriften heißt:
    'Ich sende meinen Boten vor dir her, sagt Gott, damit er den Weg für dich bahnt.'

 

Die Geschichte um Jesus und Johannes hat schon lange vor dieser Begebenheit begonnen.
In den ersten Kapiteln des Lukas-Evangeliums ist der Beginn genau aufgeschrieben und liest
sich wie ein spannendes Buch.
Empfängnis und Geburt wird jeweils durch einen Boten Gottes verkündet.

Bei Johannes ist es der Vater Zacharias, dem die Geburt des Sohnes und dessen,
vom Heiligen Geist erfülltem Leben verkündet wird.
Zu Maria, der Mutter Jesu, sendet Gott den Engel Gabriel, um ihr die 'frohe Botschaft'
zu überbringen.
Beide, Zacharias und Maria, erschrecken und können sich zunächst das Verkündete nicht
so in ihrem Leben vorstellen.
Doch sie glauben an Gott und akzeptieren dessen Handeln an ihnen.

Elisabeth, die Frau des Zacharias, und Maria sind miteinander verwandt. Als sie nun beide
schwanger sind, kommt es zu einer Begegnung, bei der Elisabeth zu Maria sagt: " Bei dem
Augenblick. als dein Gruß an mein Ohr drang, machte das Kind einen Freudensprung in
meinem Leib".

Es mag sein, dass diese Geschichte sich anhört, wie ein Märchen mit glücklichem Ausgang.
Mancher mag sagen: " kann ja sein, dass es früher so war; aber heute gibt es das nicht mehr."
Ich glaube zutiefst daran, dass Gott für jeden, also auch für mich, einen Lebensplan hat.
Gott spricht mit mir und zu mir und lässt mich nicht um Unklaren über seine Vorstellung
von meinem Leben.
Die Frage ist nur, wie genau höre ich hin. Wieviel Zeit habe ich, wie geduldig bin ich, wie
groß ist der Raum der Stille, den ich Gott einräume.
Denn alles das ist nötig, wenn ich nicht nur selber tausend Fragen habe,
sondern auch die Antworten erwarte und aushalte.
Nehme ich die Engel wahr, die Gott sendet, um mir in schwierigen und ängstlichen Momenten
noch spürbarer zur Seite zu stehen?

Beide, Johannes und Jesus wachsen heran und leben in der Verheißung Gottes, ziehen durch das Land
Israel und predigen zu den Menschen.

Johannes verkündigt eine Taufe der Umkehr zur Vergebung
der Sünden, so wie es schon im Buch des Propheten Jesaja stand (Lukas 3, 3).
Viele Menschen hören ihm zu. Und immer wieder verweist er sie auf den kommenden Messias.
Und weil Johannes so immer wieder für Unruhe sorgt, ist er schon lange im Gefängnis, als er von
Jesus und seinen Taten hört.

Dieser Jesus weist die Menschen nicht nur eindringlich auf Gottes neue Welt hin, er tut Wunder;
heilt Kranke, sogar Tote erweckt er zum Leben.
Das lässt Johannes aufmerken, und er will Gewissheit, ob dieser Jesus der versprochene Retter ist,
ob sich die Verheißung Gottes in diesem Wanderprediger erfüllt hat.
So schickt er einige seiner Jünger zu Jesus und lässt fragen:

                »Bist du wirklich der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?«

Ja, auch Johannes - selber Prediger und voll Heiligen Geistes - muss nachfragen und sich vergewissern,
ob dieser Jesus wirklich der Sohn Gottes ist!
Johannes hat vielleicht wie Viele eher an einen König gedacht, als an einen Wanderprediger.
Da lässt er lieber nachfragen, und zwar bei Jesus selber.
Damit wird deutlich, dass Johannes Ausschau gehalten hat, nach dem kommenden Herrn.
Das er nicht seine eigenen Interessen in den Vordergrund stellt, sondern ganz und gar seinen Platz
einnimmt, den er in der Verheißung Gottes zugewiesen bekommen hat.

Jesus versteht das Anliegen des Johannes, macht ihm keine Vorwürfe, weil er erst nachfragen lässt.
Einfach und klar bekennt er sich dazu, dass er  "der Christus" ist, indem er den Jüngern des Johannes
antwortet:

              »Geht zu Johannes und berichtet ihm, was ihr hört und seht
              Blinde sehen, Gelähmte gehen, Aussätzige werden gesund, Taube hören, Tote stehen auf
              und den Armen wird die Gute Nachricht verkündet."

Jesus erwartet kindliches Vertrauen von Johannes, den Menschen zu seiner Zeit, aber auch heute von mir.

               "Freuen darf sich, wer nicht an mir irre wird!«
In einer anderen Bibelübersetzung heißt es
                "Glücklich zu preisen, der an mir keinen Anstoß nimmt."

Und die Menschen, die da gerade vor Jesus sitzen fragt er, wonach sie bei Johannes auf der Suche waren.
Wollten sie ihn schwanken sehen, wie ein Schilfrohr; haben sie sich vorgestellt, einen gutgekleideten
Mann aus besseren Kreisen zu treffen; oder wollten sie tatsächlich einen Propheten hören?
Ob sie überhaupt genau wussten, wonach sie suchten?

Die Suche nach (Sinn-) erfülltem Leben war zu den Zeiten von Johannes und Jesus genau so groß wie heute.
Sich hier und da umzuhören und von jedem ein bischen zu beherzigen, kann nicht schaden, ist eine
verbreitete Methode.
Von Allem etwas und nichts richtig, immer interessiert sein, aber keine Verbindlichkeit leben.

Heute sind wir auch oft auf der Suche, ohne genau zu wissen, wonach?
Hören Worte, die uns nicht wirklich erreichen.
Wollen manchmal auch nur das hören, was wir für richtig halten.

Johannes hat sich von nichts anderem leiten lassen, als von Gottes Verheißung für sein Leben.
Er wusste um seine Berufung als Wegbereiter und Verkündiger des Herrn Jesus Christus.

Jesus selber hat sich zu Johannes bekannt:

    "Johannes ist der, von dem es in den Heiligen Schriften heißt:
    'Ich sende meinen Boten vor dir her, sagt Gott, damit er den Weg für dich bahnt."

Immer wieder darf ich mich bei Gott versichern,
 - dass ich am richtigen Platz stehe,
 - dass  ich meine von ihm gegebene Verheißung lebe
 - dass ich meine von Gott verliehene Berufung ausübe

immer wieder neu spricht Gott zu mir
korregiert liebevoll meine Position, wenn ich abgewichen bin
schenkt mir die Gegenwart seiner Boten, wenn ich schwach und ängstlich bin.

Glücklich und fröhlich kann ich sein, wenn ich die gute Nachricht vernehme und die kleinen und großen

Wunder wahrnehme, die auch heute noch an mir geschehen.

Wie lautet doch die wunderbare Verheißung der Jahreslosung

       Gott nahe zu sein ist mein Glück !
 

(Heidi Taut)

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Andacht für den 2. Sonntag im Advent
(Woche vom 07.12.2014 bis zum 13.12.2014)

Wochenspruch:
Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. Lukas 21, 28

Lied der Woche
Nr.  16 Evangelisches Gesangbuch

Die Nacht ist vorgedrungen

 

Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern.
So sei nun Lob gesungen
dem hellen Morgenstern.
Auch wer zur Nacht geweinet,
der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet
auch deine Angst und Pein.

Dem alle Engel dienen,
wird nun ein Kind und Knecht.
Gott selber ist erschienen
zur Sühne für sein Recht.
Wer schuldig ist auf Erden,
verhüll nicht mehr sein Haupt.
Er soll errettet werden,
wenn er dem Kinde glaubt

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Die Nacht ist schon im Schwinden,
macht euch zum Stalle auf!
Ihr sollt das Heil dort finden,
das aller Zeiten Lauf
von Anfang an verkündet,
seit eure Schuld geschah.
Nun hat sich euch verbündet,
den Gott selbst ausersah.

Noch manche Nacht wird fallen
auf Menschenleid und -schuld.
Doch wandert nun mit allen
der Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte,
hält euch kein Dunkel mehr.
Von Gottes Angesichte
kam euch die Rettung her.

Gott will im Dunkel wohnen
und hat es doch erhellt.
Als wollte er belohnen,
so richtet er die Welt.
Der sich den Erdkreis baute,
der lässt den Sünder nicht.
Wer hier dem Sohn vertraute,
kommt dort aus dem Gericht
.

.

Der Predigttext für diesen Sonntag steht in Lukas 21, 25-33

25 Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein,
     und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres,

26 und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde;
     denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen.

27 Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit.
28 Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.
29 Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an:
30 wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist.
31 So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist.
32 Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis es alles geschieht.
33 Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.


Zeichen der Zeit sind immer ein Thema und allgegenwärtig
Drei Beispiele:

- nach dem zweiten Weltkrieg fragte die nächste Generation immer wieder, ob denn niemand die
  Zeichen der Zeit erkannt habe, und wie es so weit hat kommen können

- wenn Ehen und Freundschaften zerbrechen wird im Nachhinein oft zermürbend hinterfragt,
  wann und wo die Zeichen übersehen worden sind, die das Ende ankündigten

- wenn Menschen nicht mehr mit ihrem Leben fertig werden und diesem selbst ein Ende setzen
  fragen sich die Zurückgebliebenen: welche Zeichen haben wir übersehen

Im Nachhinein gibt es immer viele Fragen nach den Zeichen, die wir überhört und übersehen haben
oder die wir schlicht verdrängt haben, weil es gerade nicht passte.
Nur - ändern, können wir nachträglich nichts mehr am Geschehenen.

Mag sein, dass das Weltgeschehen früher einfacher, überschaubarer war.
Doch schon damals ermahnte Jesus die Menschen, genau hinzusehen und das Geschehen
um sie herum genau zu beobachten. Das ist heute wesentlich schwieriger, unübersichtlicher.

Was da rund um die Uhr auf mich eindringt ist schon atemberaubend und kostet Zeit.
  - Kostbare Zeit ! -

Wieviel von dieser kostbaren Zeit nutze ich wirklich für das Wesentliche in meinem Leben?

Natürlich ist die Frage erlaubt,
-was ist wesentlich und notwendig, aber auch was ist unnütz, überflüssig, raubt mir die Zeit !

Hier muss jeder seine eigenen Listen führen und das Für umd Wider abwägen.

Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein,
und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres,
und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde;
denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen

Für uns Christen gilt die klare Ansage Jesu, die Zeichen der Zeit nach den Verheißungen
Gottes zu beobachten. Und was wir da sehen, sollte uns zu denken geben.
Himmel und Erde und die Wasser sind in Bewegung, und die Menschen fürchten sich.
Millionen Menschen verhungern, sind auf der Flucht und fallen Katastrophen und Kriegen zum Opfer.

Und noch niemals waren Menschen so genau darüber informiert, so nahe am Geschehen.

- Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht

Jesus hat oft Gleichnisse gebraucht, um damit wichtige geistliche Wahrheiten durch bekannte, natürliche Begebenheiten
zu veranschaulichen.
Und auch hier verdeutlicht er sein Anliegen durch das Gleichnis vom Feigenbaum.

Seht den Feigenbaum und alle Bäume an:  wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber,
dass jetzt der Sommer nahe ist. So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist.

Wenn Jesus spricht: Seht, siehe - ist das für mich der Augenblick der absoluten Konzentration auf auf ihn, meinen Herrn.
In der Stille vor Gott lasse ich das Bild des Baumes vor meinem Auge stehen. Die kahlen Äste, die zuerst ausschlagen und
Knospen bilden um dann in voller Blüte die vollendete Schöpfung Gottes aufzuzeigen.

- Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht

Nichts lässt Jesus unversucht, um meine ganze Aufmerksamkeit zu haben.
Mein Leben ist bunt und randvoll mit Arbeit, Familie, Aufgaben, Pflichten und vielen Dingen, von denen ich denke, dass es
ohne sie nicht geht.
Womit ich mich selber belaste und für was ich für notwendig halte ist schon erstaunlich.
Wenn ich genauer darüber nachdenke, bin ich erschrocken, wieviel  Kraft und Zeit mich das kostet!

- Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht

Aufsehen und das Haupt erheben verändert den Blickwinkel!
Nur, wenn ich nach oben blicke, kann ich die Entfaltung der Bäume sehen und erkennen,
wann die Blüte den Sommer anzeigt.
Mit den Füßen bleibe ich auf der Erde und behalte den Stand in meinem Leben.
Aber meine Augen sehen auf die Zeichen der Zeit, die Gott ganz deutlich macht.
Und mein Glaube erfährt die Gewissheit

-Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.
(Heidi Taut)

 

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Andacht für den 1. Sonntag im Advent
(Woche vom 30.11.2014 bis zum 16.12.2014)

Wochenspruch:
Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer.
Sacharja 9,9

 

Lied der Woche
Nr.  4 Evangelisches Gesangbuch

Nun komm, der Heiden Heiland

 

Wochenlied

1. Nun komm, der Heiden Heiland, der Jungfrauen Kind erkannt,
dass sich wunder alle Welt, Gott solch Geburt ihm bestellt.

2. Er ging aus der Kammer sein, dem königlichen Saal so rein,
Gott von Art und Mensch, ein Held; sein' Weg er zu laufen eilt.

3. Sein Lauf kam vom Vater her und kehrt wieder zum Vater,
fuhr hinunter zu der Höll und wieder zu Gottes Stuhl.

4. Dein Krippen glänzt hell und klar, die Nacht gibt ein neu Licht dar.
Dunkel muss nicht kommen drein, der Glaub bleib immer im Schein.

5. Lob sei Gott dem Vater g'tan; Lob sei Gott seim ein'gen Sohn,
Lob sei Gott dem Heilgen Geist immer und in Ewigkeit.

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Der Predigttext für diesen Sonntag steht in Matthäus 21, 1-9
 

1 Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den Ölberg, sandte Jesus  
   zwei Jünger voraus
2 und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich werdet ihr eine
   Eselin angebunden finden
   und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir!
3 Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer. Sogleich wird
   er sie euch überlassen.
4 Das geschah aber, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht
   (Sacharja 9,9):
5 »Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem
   Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers.«
6 Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte,
7 und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und er setzte sich
   darauf.
8 Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von
   den Bäumen und streuten sie auf den Weg.
9 Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna dem Sohn Davids! 
   Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna

Zunächst zu den Versen 1 -5

Irgendwie hört sich das ganz einfach an.
Jesus sucht sich zwei Jünger und sagt zu ihnen: Geht schon mal ins Dorf und holt die zwei Esel, die da schon stehen und auf euch warten.
Und übrigens, sollte da jemand nicht mit einverstanden sein oder dumm nachfragen, sagt einfach: der Herr bedarf  ihrer !
Sogleich wird er sie euch überlassen.

Das sagt Jesus aber nicht, um etwas in Szene zu setzen oder seine Jünger herauszufordern; er führt schlicht und einfach
die Verheißung Gottes voran:
Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel.
Und die beiden Jünger, die nicht genau wissen, was Jesus vorhat, gehen und erfüllen ihren Auftrag.
Alles ganz selbstverständlich!

Ich habe die Vermutung, dass heute der Einzug Jesu in Jerusalem vermutlich schon an den Vorbereitungen scheitern würde:

- warum soll ICH einen Auftrag erledigen, dessen Sinn mir nicht klar ist ?

- warum überhaupt ICH und nicht die Anderen ?

- warum soll ICH die Esel einfach so verschenken ?

- Wer ist dieser HERR, ICH bin mein eigener Herr !

Bei so viel ICH erstaunt es mich immer wieder, wie wenig die Menschen heute in der Lage sind, 
Entscheidungen für sich selber alleine zu tragen und auch zu verantworten.

Im Zeitalter des endlosen Zerredens und  der sozialen Netzwerke im Internet
wird jedes noch so kleine Vorhaben heute erst einmal der Öffentlichkeit zur gründlichen Mitsprache zur Verfügung gestellt.
Nicht selten weiß am Ende niemand mehr so genau, worum es im Grunde geht,
aber alle haben ordentlich mitgemacht und das Vorhaben selber…. verläuft im Sande.

Ja, wenn da nur weniger ICH und mehr Jesus wäre,
wenn ich nur mehr glauben könnte, als ich verstehen will
wenn ich mich nicht vom Zeitgeist, sondern den Verheißungen Gottes erfüllen ließe
könnte mich Jesus im übertragenen Sinne nach den Eseln schicken -
und ich würde staunen, was da für mich bereit steht und mich nichts kostet !

Die Verse 6- 9

6 Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte,
7 und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und er setzte sich
   darauf.
8 Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von
   den Bäumen und streuten sie auf den Weg.
9 Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna dem Sohn Davids!
   Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna


Die Menschen sind völlig aus dem Häuschen.
Da reitet dieser Jesus von Nazaret doch tatsächlich auf einem
Esel Richtung Jerusalem.

Immer mehr Menschen kommen dazu und die Sache wird zu einem Selbstläufer,
wie wir heute sagen.

Aus ein paar Menschen die die Szene beobachten, wird eine feiernde Menge.
Einer ruft es dem anderen zu: "Schau mal, da reitet einer auf einem Esel,
das musst du sehen."
Der Nächste beginnt zu rufen: "Hosianna!" und es dauert nicht lange, bis daraus
ein lautstarker Chor wird: "Hosianna, gelobet sei, der da kommt, Hosianna."

Endlich ist etwas los auf der Straße -
und um den Alltag zu vergessen, kommt Jesus auf dem Esel gerade recht.

Auch die Menschen unserer Tage lassen sich allzu gerne aus ihrem Alltagstrott
entführen; der gestresste Manager genauso wie der zurückgezogen lebende
Arbeitslose.

Ob es große Sportveranstaltungen, Konzerte oder Auftritte Prominenter auf dem
roten Teppich sind, hier kann jeder problemlos eintauchen in das sogenannte
'Bad in der Menge', da wird schon mal etwas gesungen und gerufen, was der
Einzelne bei näherer Betrachtung so eventuell nicht äußern würde.

So wird aus der Suche nach ein wenig Abwechslung und Entspannung oft auch ein
gedankenloses Mitmachen.

War doch nur ein Spaß, sagen die einen.
Am Aschermittwoch ist alles vorbei sagen die anderen und holen sich
Absolution und Aschekreuz.

Wenn alle singen kann ich doch nicht stumm dabei  stehen - halb so schlimm!

Halb so schlimm?

Ob die Menschen damals bemerkt haben, dass Einer ganz still war?

Jesus !

Er nimmt den Trubel um sich herum kaum wahr.
So sicher, wie Jesus weiß, wo seine Jünger den Esel finden und zu ihm bringen werden,
so genau weiß er, dass aus dem „Hosianna“ der Menge um ihn herum
ein „kreuzige ihn“ wird.

Jesus nimmt diesen Esels-Ritt auf sich, um den Willen seines Vaters zu
erfüllen: Sage der Tochter Zion: Siehe dein König kommt zu dir
sanftmütig und reitet auf einem Esel.

Jesus befindet sich auf dem  Weg zwischen seiner Geburt in Bethlehem und dem Kreuz in Jerusalem.

Die Adventszeit 2014 beginnt auch für uns auf diesem Weg.

Während wir in unserer Zeit auf die Geburt Jesu zugehen,
ist er schon auf dem Weg nach Jerusalem.
Jesus geht voran und bereitet uns den Weg.

Unsere Adventszeit gleicht eher dem Treiben der Hosianna-Rufer,
laut und von der Masse gelenkt und es scheint kaum ein Entrinnen zu geben.
.

O doch, möchte ich sagen ! O doch !

Jeder hat die Möglichkeit, aus der lauten Menge herauszutreten
und sich mit Jesus auf den Weg zu machen.

Mit jedem Adventssonntag, mit jeder Kerze, die ich mehr anzünde,
sehe ich den Weg zur Krippe deutlicher, leuchtet der Stern über dem Stall heller,
singen die himmlischen Heerscharen lauter und jubelnder.

Ich wünsche jedem von Herzen, dass auch in diesem Advent genügend Raum und Zeit ist,
aus der von uns selbst gemachten lärmenden Hektik herauszutreten
und der Erinnerung an die Geburt Jesu  voller Freude und Erwartung entgegenzugehen.
(Heidi Taut)

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Andacht für den letzten Sonntag nach Epiphanias
(Woche vom 09.02.2014 bis zum 15.02.2014)

Wochenspruch:
Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit
erscheint über dir.

Jesaja 60,2 

Lied der Woche
Nr.  Evangelisches Gesangbuch 67
Herr Christ, der einig Gottes Sohn

1. Herr Christ, der einig Gotts Sohn, Vaters in Ewigkeit,

  aus seim Herzen entsprossen, gleich wie geschrieben steht,

er ist der Morgensterne, sein Glänzen streckt er ferne vor

andern Sternen klar;

 

      3. lass uns in deiner Liebe und Kenntnis nehmen zu, dass wir

am Glauben bleiben, dir dienen im Geist so, dass wir hier
               mögen schmecken dein Süßigkeit im Herzen und dürsten
stets nach dir.

 

    4. Du Schöpfer aller Dinge, du väterliche Kraft, regierst von

  End zu Ende kräftig aus eigner Macht. Das Herz uns zu dir

 wende und kehr ab unsre Sinne, dass sie nicht irrn von dir.

.

Der Predigttext für diesen Sonntag steht in 2. Petrus 1, 16 bis 21)


16  Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus;
      sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen.

17  Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit:
      Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

18  Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.

19  Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht,
      das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.

20  Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist.

21  Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden,
      sondern getrieben von dem Heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.

Petrus findet hier flammende Worte für seinen Herrn Jesus.

Dieser Jünger war ein ganz besonderer, voller Begeisterung für die Sache aber auch impulsiv im Handeln und Auftreten.
Am Ende seines Lebens dürfte Petrus auf eine bewegte Zeit geblickt haben, voller Höhen und Tiefen, voller Gelingen und
Versagen, aber niemals aus dem Blick Jesu und immer wieder von der Einbahnstraße auf den richtigen Weg zurück.

Nur ein einziges Mal musste Jesus den Petrus überzeugen; an dem Morgen, als Petrus vom Fischen kam und seine Netze
total leer waren. Da stand Jesus am Ufer des Sees und forderte den Petrus auf, noch einmal hinaus zu fahren.
Viele erfahrene Fischer hätten gesagt: Klar, ich rackere mich jede Nach ab und dann kommt da so ein vergeistigter Typ
und weiß es besser - gute Nacht, ich gehe nach Hause.

Aber nicht Petrus, der war immer zu begeistern für ungewöhnliche Dinge; und warum nicht? Schaden kann es nichts und
vielleicht geschieht ja ein kleines Wunder.
Und dann kam er wieder zurück, das Netz zum platzen voll. Petrus wusste sofort, hier geht es um mehr als Recht haben.
Er konnte sich selbst zurücknehmen und dem Geist Gottes Raum schaffen.
Als Jesus ihn ansprach "Ich will dich zum Menschenfischer machen" wusste Petrus bestimmt nicht so genau, worauf er sich
da einließ; aber sofort, ohne Gegenrede ließ er sein altes Leben zurück und folgte Jesus in die Jüngerschaft.

Da ging es mit Petrus auf und ab.
Er war der Jünger, der sich traute, Jesus auf dem Wasser entgegenzugehen und prompt fast ertrank,
als er den Blick von seinem Herrn abwandte.
Er war es, der Jesus auf die Frage: "Was glaubt ihr, wer ich bin", stürmisch entgegnete "wir wissen, dass du Christus,
der Sohn des lebendigen Gottes bist".
Er war es, der es nicht wahr haben wollte, als Jesus von seinen kommenden Leiden sprach und musste sich von ihm
brüsk zurechtweisen lassen:
        Geh hinter mich, Satan! Du bist mir ein Ärgernis, denn du sinnst nicht auf das, was Gottes, sondern auf das, was der Menschen ist." 
        Matthäus 16,23

Er war es, der die Gefangennahme Jesu nicht einfach so hinnehmen konnte,  sich den Soldaten entgegenstellte und einem sogar das Ohr
abschlug. (Und ich stelle nebenbei fest, dass er in der unmittelbare Nähe Jesu ein Schwert dabei hatte ! Warum? Typisch Petrus, eben.)
Niemals, so versicherte Petrus, würde er seinen Herrn Jesus verraten. Und doch geschah es, als Petrus nach der Festnahme Jesu
 gefragt wurde, ob er nicht auch einer von denen um Jesus war.
Er gehörte zu den Jüngern, die einschliefen, als Jesus seine schwersten Stunden verlebte.
Aber es war auch Petrus, den Jesus dreimal fragte: "Hast du mich lieb?" und ihn dann beauftragte, seine Schafe zu weiden.

Ich könnte noch viele Berichte über Petrus hier ausführen,
Er ist mein Lieblingsjünger, seit Jahren schon; vermutlich, weil es auch in meiner Nachfolge diese Begeisterung aber auch diese
Niederlagen gibt. 
Auch ich gehe oft in völligem Vertrauen los und drohe dann zu versinken, weil ich nicht unbeirrt auf Jesus gesehen habe.
Mit Petrus lerne ich, wie treu mein Herr ist, dass er nicht nur beruft, sondern auch begleitet und darauf achtet,
dass ich immer wieder auf dem rechten Weg bin.

Petrus ist es wichtig, zu vermitteln, dass er nicht irgendetwas dahin fabuliert oder sich als Orakel versucht.
Er kann die Vollmacht Jesu bezeugen, er war dabei, als Gott sich zu seinem Sohn bekannt hat

        Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit:
        Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.       
        Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge

Das ist ein vollmächtiges Zeugnis und Petrus setzte es ein, um Menschen den Weg zu weisen in die heilsame Nachfolge Jesu.


       Umso fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein Licht,
       das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.



Petrus stellt Gottes gute Botschaft als ein Licht dar, das in unsere dunkle Welt scheint und er macht Mut,
diesem Licht zu vertrauen. Diese Licht will auch in uns aufgehen, so wie der Morgenstern den neuen Tag
ankündigt und dem Licht des Tages Raum schafft.

Ja, der hitzköpfige Petrus konnte auch einfühlsame, werbende Worte finden, wenn es darum ging, Jesus den Menschen lieb zu machen


        Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist.
        Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden,
        sondern getrieben von dem Heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.

Und Petrus wies mit Nachdruck darauf hin, dass die Bibel einzig und allein Gottes Wort ist.
Kein Mensch kann in Gottes Pläne schauen, wie sehr er sich auch bemüht.
Wahrsager und Hellseher gab es damals und gibt es heute. Menschen, die anderen vorgaukeln, sie könnten
sicher sagen, was kommen wird.
Diese Voraussagen machen viele Menschen ängstlich und verunsichern sie; und statt Zufriedenheit macht sich
Unruhe und Zweifel breit.

Wie anders ist es doch bei denen, die sich ganz und gar auf Gott, den Vater verlassen, der durch seinen Sohn
Jesus Christus die einzig wahre Zukunft für uns möglich gemacht hat.
Die Bibel ist voll von Verheißungen und Zusagen, und keine davon ängstigt mich oder schafft mir Unruhe.

Immer wieder versichert uns Gott seiner Gegenwart und Nähe - immer wieder bringt er uns auf den Weg,
wenn wir, wie Petrus, das Ziel aus den Augen verlieren.
Immer wieder schenkt Gott uns neu sein Vertrauen und begabt und beauftragt uns in seinem Dienst, so, wie er
den Petrus immer wieder korregiert und neu ausgesandt hat.
Immer wieder schenkt uns Gott Begeisterung und Ideen, Menschen vom ihm zu erzählen und in seine
Nachfolge zu rufen.
Und immer wieder ist es ein unglaubliches Erlebnis, wenn Gott sein Licht in und durch uns scheinen lässt,
damit sein Wille und seine Wahrheit sich ausbreitet.

- Gott nahe zu sein ist mein Glück -

(Heidi Taut)

Andacht für den 4. Sonntag nach Epiphanias
(Woche vom 02.02.2014 bis zum 08.02.2014)

Wochenspruch:
Kommt her und sehet an die Werke Gottes,
der so wunderbar ist in seinem Tun an den
Menschenkindern. Psalm 66, 5

 

Lied der Woche
Nr.  Evangelisches Gesangbuch

Singt das Lied der Freude über Gott

1. Singt das Lied der Freude über Gott! Lobt ihn laut, der euch

erschaffen hat. Preist ihn, heller Sterne, lobt ihn, Sonne, Mond,

auch im Welt all ferne seine Ehre wohnt: Singt das Lied der

Freude über Gott!

 

2. Singt das Lied der Freude über Gott! Lob ihn laut, der euch

erschaffen hat. Preist ihn, ihr Gewitter, Hagel, Schnee und

Wind. Lobt ihn, alle Tiere, die auf Erden sind: Singt das

Lied der Freude über Gott!

 

3. Singt das Lied der Freude über Gott! Lobt ihn laut, der euch

erschaffen hat. Simmt mit ein, ihr Menschen, preist ihn,

groß und klein, seine Hoheit rühmen soll ein Fest euch

sein: Singt das Lied der Freude über Gott!

.

Der Predigttext für diesen Sonntag steht in 1. Mose 8, 1-12

1    Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier und an alles Vieh,
      das mit ihm in der Arche war, und ließ Wind auf Erden kommen und die Wasser fielen.
2    Und die Brunnen der Tiefe wurden verstopft samt den Fenstern des Himmels,
      und dem Regen vom Himmel wurde gewehrt.
3    Da verliefen sich die Wasser von der Erde und nahmen ab nach hundertundfünfzig Tagen.
4    Am siebzehnten Tag des siebenten Monats ließ sich die Arche nieder auf das Gebirge Ararat.
5    Es nahmen aber die Wasser immer mehr ab bis auf den zehnten Monat.
      Am ersten Tage des zehnten Monats sahen die Spitzen der Berge hervor.
6    Nach vierzig Tagen tat Noah an der Arche das Fenster auf, das er gemacht hatte,
7    und ließ einen Raben ausfliegen; der flog immer hin und her,
      bis die Wasser vertrockneten auf Erden.
8    Danach ließ er eine Taube ausfliegen, um zu erfahren, ob die Wasser
      sich verlaufen hätten auf Erden.
9    Da aber die Taube nichts fand, wo ihr Fuß ruhen konnte, kam sie wieder
      zu ihm in die Arche; denn noch war Wasser auf dem ganzen Erdboden.
      Da tat er die Hand heraus und nahm sie zu sich in die Arche.
10  Da harrte er noch weitere sieben Tage und ließ abermals eine Taube fliegen aus der Arche.
11  Die kam zu ihm um die Abendzeit, und siehe, ein Ölblatt hatte sie abgebrochen 
      und trug’s in ihrem Schnabel. Da merkte Noah, dass die Wasser sich verlaufen hätten auf Erden.
12  Aber er harrte noch weitere sieben Tage und ließ eine Taube ausfliegen;
      die kam nicht wieder zu ihm.

"Wenn der Schiffschaukel, Schaukelschiff-, Schaukelhund auch auf der Arche reist, muss er einsichtig, umsichtig, vorsichtig sein, damit er keinen beißt. Aufpassen, aufpassen, aufpassen
einer muss den andern leben lassen. Achtgeben, achtgeben, achtgeben, alle wollen überleben."

Dieses Lied vom Aufpassen und Achtgeben konnten die Kinder so richtig schmettern und haben
ihren Gesang mit Mimik und Bewegungen begleitet. Da wurde das kleine Mäuschen genauso
beachtet wie der riesige Elefant oder der verfressene Löwe, der Kuschelhase war dabei das Zebra
und natürliche auch die Schlange.
Wenn Kinder die Arche malen ist der Phantasie keine Grenze gesetzt; und doch stehen fast immer
die Tiere im Vordergrund; sie sind auf der Arche platziert und schauen fröhlich in die Gegend.
Die Bilder sind bunt und voller Leben; am unteren Rand plätschert etwas Wasser und auf
den verschiedenen Aussichtsdecks der Arche geht es lebhaft zu.
Manchmal, wenn noch Zeit oder Platz auf dem Bild ist, ist auch Noah zu sehen, der ja ein
wichtiger Teil dieser spannenden Geschichte ist.

Ich finde es gut, wenn Kinder auch in der Reflexion solcher Geschichten auf ihr angeborenes
Vertrauen zurückgreifen können. Sie lieben Tiere und das Ganze geht gut aus:
Am Ende konnten alle die Arche verlassen. Auch die Natur hatte sich erholt und über der leeren Arche
und den davor tanzenden Menschen stand der Regenbogen.
Die Kinder haben gespannt gelauscht und in bunten Farben und kindlicher Phantasie das
glückliche Ende mitgefeiert.

Es ist ein Vorrecht der Kinder, die Dinge aus ihrer Sicht zu sehen. Wenn Geschichten
spannend und lebhaft erzählt werden, hören Kinder aufmerksam zu.
Dann können sie warten, bis zum Schluss, das gute Ende begrüßen, ohne vorher immer
wieder dies und jenes zu bedenken und in Zweifel zu ziehen.

Ja, wer möchte da nicht wieder Kind sein - gespannt lauschen und erwarten, dass die
Dinge gut ausgehen.

Ich liebe diese biblische Geschichte, die davon handelt, dass Gott noch einmal neu anfangen
wollte mit den Menschen bzw. mit einigen Menschen. Mit Noah und seine Frau, den drei
Söhnen und Schwiegertöchtern.
Über die räumlichen Verhältnisse in der Arche und die Gegebenheiten des Zusammenlebens
habe ich mir auch nicht wirklich Gedanken gemacht. Die Arche war nicht die Aida; keine
Schlafkabinen, Speisesäle, Mannschaftsräume, Gesellschaftszimmer und vor allem keine
Promenadendecks.
Alle rein, Arche zu, ein einziges Fenster, mit Pech verklebt...und los ging es, weil es ja auch
schon anfing zu regnen. Und das war es für ca. ein Jahr!

  So lieber Leser nun ist einfach mal DEINE Phantasie gefragt.
  Die Augen zu und das Kopfkino an: schau dich ausgiebig um in der Arche, nimm die
  Geräusche und Stimmen wahr; lass dich nicht von der Enge hier drinnen erdrücken und
  vergiss vor allem die Gerüche nicht.

  ....na, wie war es?

  Nein, das ist nichts, für uns hochzivilisierten Menschen heute. Wir sind es gewohnt zu gehen,
  wenn es uns stinkt, uns die Mitreisenden nicht zusagen, die Sache zu lange dauert, wir
  eh nicht glauben, dass es uns nützt oder gut ausgeht - Tür auf und nichts wie raus.

Der Bibeltext verrät nichts über die Stimmung an Bord, wie schwierig sich das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier gestaltete; ob die Männer sich gestritten und die Frauen sich
angezickt haben. Wie die Menschen sich ernährt haben, denn so ein Feuerchen zum Kochen
dürfte in diesem schwimmenden Holzkasten doch problematisch gewesen sein.

Konnte Noah als Familienoberhaupt so viel Gehorsam und Glaubensmut verbreiten, dass alle
zufrieden waren? Immerhin hat er ja zur Verwunderung aller auf Gottes Befehl hin, mitten aufs
Land die Arche gebaut; diesem Mann ist einiges zuzutrauen.

Und da war ja noch einer, der dieses ganze Unternehmen fest im Blick hatte: GOTT
1 Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier und an alles Vieh,
   das mit ihm in der Arche war, und ließ Wind auf Erden kommen und die Wasser fielen.

Gott hatte dem Noah nicht nur einen Auftrag gegeben, mit ihm und seiner Familie und einem
Teil seiner Schöpfung einen neuen Anfang begonnen; er hatte dem Noah auch Verstand und
Weisheit verliehen. Und Noah wusste, wie er es anstellen musste, um zu wissen, wann diese
Reise zum Ende kommt.
So schickte er den Raben und die Tauben auf Erkundungstour und machte sich so ein
Bild davon, wie es um die Arche herum aussieht.
Und erst, als die letzte Taube nicht wiederkam, wusste Noah, dass die Zeit gekommen war,
die Arche zu verlassen und sich selbst anzusehen, was Gott da neu erschaffen hatte.

Unvorstellbar, heute so etwas auch nur Annäherndes zu erleben?
Ich glaube nicht!
Durch Partnerschaft,  Familie, Arbeit, Gemeinde und Freunde bin ich selber
doch auch immer wieder in Gemeinschaften eingebunden, die manchmal mehr und
manchmal weniger einengend sind. Die Frage ist doch heute vielmehr, nehme ich diese
Gemeinschaften noch wahr als Orte, die Gott mir zugewiesen hat um mit meinen
Begabungen aber auch mit meinen Fehlern diesen Platz einzunehmen.
Halte ich die Nähe aus, lasse ich Schwierigkeiten an mich heran, mache ich Probleme
zu meinen eigenen, kann ich teilen; meine Stärke und die Schwäche des anderen?
Kann ich selber um Hilfe bitten und sie auch zulassen? Bin ich überhaupt noch
fähig zu wahrem Geben und Nehmen? Bin ich bereit die Achtung und den Respekt,
die ich selber für mich einklage ALLEN Anderen auch entgegenzubringen?

Oder wird mir alles zuviel - Tür auf und raus?

Was Gott anfängt bringt er auch zu Ende.
Er hat genau im Blick, wohin meine Reise geht, wie lange sie dauert und vor allem:
wie es mir dabei geht.
Gott will nicht, dass ich an seinen Plänen scheitere und ertrinke.
Wenn seine Zeit erfüllt ist, lässt er die Wasser sinken, die mich gefangen halten.
Während ich noch auf den Wellen meines alten Lebens hin- und herschaukel,
hat Gott vor meiner Arche längst begonnen neues Leben zu erschaffen.

Gott schafft immer wieder Neues, wenn es an der Zeit ist,
 - so wie dem Noah, seiner Familie und den Tieren.

Gott schafft immer wieder Neues, wenn es für mich an der Zeit
 - seine Güte ist jeden Morgen neu und seine Treue ist groß

Gott schafft ein ganz Neues, wenn seine Zeit gekommen ist
 -  dann sehen wir seine Neue Welt, wie es in Offenbarung 21, 3-5
    steht:

   "Hier wird Gott mitten unter den Menschen sein!
   Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein. 
   Ja, von nun an wird Gott selbst als ihr Herr in ihrer Mitte leben.
   Er wird alle ihre Tränen trocknen, und der Tod wird keine Macht mehr haben.
   Leid, Angst und Schmerzen wird es nie wieder geben;
   denn was einmal war, ist für immer vorbei. 
   Der auf dem Thron saß, sagte: Siehe, alles werde ich jetzt neu schaffen!"

Mit kindlicher Phantasie und den Buntstiften meines Lebens  lebe ich dieser Zeit
in Gottes Neuer Welt entgegen.
(Heidi Taut)

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Andacht für den 3. Sonntag nach Epiphanias
(Woche vom 26.01.2014 . 01.02.2014)

Wochenspruch:
Es werden kommen von Osten und von Westen,
von Norden und von Süden,
die zu Tische sitzen werden im Reich Gotten
(Lukas 13,29)

Lied der Woche
Nr. 291 Evangelisches Gesangbuch
Ich will dir danken, Herr

Kehrvers (wird nach jeder Strophe wiederholt)

Ich will dir danken, Herr, unter den Völkern:

ich will dir lobsingen unter den Leuten.

 

1. Denn deine Gnade reicht, soweit der Himmel ist,

und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

 

2. Herr Gott, erhebe weit über den Himmel dich

und deine Ehre weit über alle Land.

 

3. Ehr sei dem Vater Gott, Ehr sei dem Sohne Gott,

Ehr sei dem Heilgen Geist, Gott in Ewigkeit

 

 Der Predigttext für diesen Sonntag steht in der Apostelgeschichte 19, 21 - 35

21  Da stieg Petrus hinab zu den Männern und sprach: Siehe, ich bin’s, den ihr sucht; warum seid ihr hier?
22  Sie aber sprachen: Der Hauptmann Kornelius, ein frommer und gottesfürchtiger Mann mit gutem Ruf bei dem ganzen Volk der Juden,
      hat Befehl empfangen von einem heiligen Engel, dass er dich sollte holen lassen in sein Haus und hören, was du zu sagen hast.
23  Da rief er sie herein und beherbergte sie. Am nächsten Tag machte er sich auf und zog mit ihnen, und einige Brüder aus Joppe gingen mit ihm.
24  Und am folgenden Tag kam er nach Cäsarea. Kornelius aber wartete auf sie und hatte seine Verwandten und nächsten Freunde zusammengerufen.
25  Und als Petrus hereinkam, ging ihm Kornelius entgegen und fiel ihm zu Füßen und betete ihn an.
26  Petrus aber richtete ihn auf und sprach: Steh auf, ich bin auch nur ein Mensch.
27  Und während er mit ihm redete, ging er hinein und fand viele, die zusammengekommen waren.
28  Und er sprach zu ihnen: Ihr wisst, dass es einem jüdischen Mann nicht erlaubt ist, mit einem Fremden umzugehen oder zu ihm zu kommen;
      aber Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen meiden oder unrein nennen soll.
29  Darum habe ich mich nicht geweigert zu kommen, als ich geholt wurde. So frage ich euch nun, warum ihr mich habt holen lassen.
30  Kornelius sprach: Vor vier Tagen um diese Zeit betete ich um die neunte Stunde in meinem Hause.
      Und siehe, da stand ein Mann vor mir in einem leuchtenden Gewand
31  und sprach: Kornelius, dein Gebet ist erhört und deiner Almosen ist gedacht worden vor Gott.
32  So sende nun nach Joppe und lass herrufen Simon mit dem Beinamen Petrus, der zu Gast ist im Hause des Gerbers Simon am Meer.
33  Da sandte ich sofort zu dir; und du hast recht getan, dass du gekommen bist.
      Nun sind wir alle hier vor Gott zugegen, um alles zu hören, was dir vom Herrn befohlen ist.
34  Petrus aber tat seinen Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht;
35  sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.

Zwei Männer, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben und sich auch nicht kennen hatten eigentümliche Begegnungen.
Der eine, Petrus, gehörte zu den ersten Christen der damaligen Zeit; der andere, Kornelius, war ein gottesfürchtiger Jude.

Die Ereignisse beginnen schon vor unserem heutigen Text und gehen auch weit darüber hinaus.

Petrus hielt seine Gebetszeit, als er eine Vision hatte.
Er sah den Himmel geöffnet und es kam darauf etwas auf die Erde herab, das sah aus wie ein großes Tuch,
das an vier Ecken gehalten wird. Darin befanden sich alle Arten von vierfüßigen Tieren, Kriechtieren und Vögeln:
Eine Stimme rief: "Auf Petrus, schlachte und iss!". Aber Petrus antwortete: "Auf keinen Fall, Herr! Noch nie habe ich etwas
Verbotenes oder Unreines gegessen." Doch die Stimme forderte ihn ein weites Mal auf und sagte: "Was Gott für rein erklärt
hat, das erkläre du nicht für unrein!" Und noch ein drittes Mal erging an Petrus dieselbe Aufforderung.
Gleich danach wurde das Tuch samt Inhalt wieder in den Himmel hinaufgehoben. (Apostelgeschichte 11, 16)

Noch während Petrus über diese eigenartige Vision nachdachte, sprach der Geist Gottes zu ihm:

"Drei Männer wollen zu dir. Geh hinunter und folge ihnen ohne Bedenken, ich habe sie geschickt." (Apostelgeschichte 10, 19+20)

Petrus hatte keine Zeit, weiter darüber nachzugrübeln, denn schon standen die angekündigten Männer vor seiner Tür und er fragte:
Was führt euch zu mir?
Die Boten erzählten Petrus von ihrem Hauptmann Kornelius, einem frommen und gottesfürchtigen Mann, der ebenfalls eine einschneidende
Begegnung hatte, in der er aufgeforderte wurde, den Petrus einzuladen und anzuhören.
Petrus fragte nicht weiter nach, und reiste mit den fremden Männern und einigen Brüdern seiner Gemeinde am nächsten Tag nach Cäsarea zu Kornelius.

Kornelius hatte ebenfalls eine Vision bei seinem Mittagsgebet.
Ihm erschien ein Engel und er erkannte darin Gott. "Warum kommst du", fragte Kornelius und bekam zur Antwort, dass Gott ihm seinen Dienst
an den Armen vergelten wollte. Darum sollte er Boten nach Joppe senden, um den Petrus zu sich zu bitten.

Auch Kornelius grübelte nicht lange herum und schickte seine Boten los.

Petrus und Kornelius waren Menschen, die ihren Glauben gelebt haben.
Während Kornelius als Jude dem Glauben des Alten Testaments nacheiferte lebte Petrus in der Nachfolge des Herrn Jesus Christus.
Aber auch Petrus war im jüdischen Glauben erzogen worden und kannte sich in den Gesetzen aus.
Und eins wusste er ganz genau, einem Juden war der Umgang mit einem Nichtjuden - auch Heide genannt, verboten; und sein Haus zu betreten
war ein Greuel.
Bei Kornelius waren viele Menschen, und nicht nur Juden.
Jetzt wurde Petrus schlagartig klar, was seine Vision zu bedeuten hatte.
Gott hatte ihm gezeigt, dass nicht Juden oder Christen bestimmen, was rein oder unrein ist,
sondern Gott allein.
In der "Guten Nachricht Bibel" heißt es: Petrus begann zu sprechen: "Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott keine Unterschiede macht!
Er liebt alle Menschen, ganz gleich, zu welchem Volk sie gehören, wenn sie ihn nur ernst nehmen und tun, was vor ihm recht ist.
Seinem Volk Israel hat er die Botschaft verkünden lassen, das er Frieden gestiftet hat
durch Jesus Christus - aber dieser Jesus Christus ist ja der über alle." (Apostelgeschichte 10, 34-36)

Petrus und Kornelius halten Gebetszeiten nicht nur gesetzlich ein, sondern sie leben darin auch ein erwartungsvolles Hören.
Für Beide ist es nichts ungewöhnliches, das Gott in Bildern und Worten zu ihnen spricht.

Petrus wusste nicht sofort, was Gott ihm mit dem Tuch vom Himmel sagen wollte,
trotzdem war ihm klar, dass die fremden Männer an seiner Tür mit dieser Vision zu tun hatten -  und er ging los.

Kornelius sah sich einem Engel gegenüber, der Gottes Wohltaten ankündigte; er hatte keine Vorstellung was dieser Petrus, den er zu
sich bitten sollte, damit zu tun hat - aber er schickte seine Boten los.

Im Zusammentreffen dieser beiden gehorsamen und glaubenden Männer löste Gott selbst alle Zweifel und Fragen auf.
Petrus wusste in diesem Augenblick, dass Gott keine Unterschiede macht und die frohe Botschaft vom Sterben und Auferstehen
seines Sohnes Jesus Christus ALLEN Menschen gilt.
Auf Kornelius und allen Versammelten lag schon der Geist der Erneuerung und der Umkehr.

Feste Gebetszeiten   -  da sagen viele Menschen heute: das krieg ich nicht regelmäßig hin, mein    
                                  Terminplaner ist so voll  und sie quetschen die stille Zeit vor Gott irgendwie  
                                  dazwischen, oder lassen es ganz ausfallen

Hören auf Gott         -  da sagen viele Menschen heute: Mir schwirrt eh schon der Kopf und ich krieg nur die Hälfte mit
                                   und zur hörende Ruhe komme ich überhaupt nicht mehr

einfach losgehen        - da sagen viele Menschen heute: wie blauäugig kann man eigentlich sein
                                   Spontanität ist ja schön und gut, aber ich muss schon wissen wofür

Vor Gott sind alle      - da sagen viele Menschen heute: Solange es nicht an meinen Geldbeutel geht,
                                   ich mit keinem Ausländer die Sitzbank
Menschen gleich           teilen muss, mir keiner was wegnimmt ist mir fast alles egal

Danke Gott, dass DU immer Zeit für mich hast.

Danke Gott, dass DU mich immer hörst, wenn ich DICH rufe

Danke Gott, dass DU schon auf mich wartest, wenn ich mich auf den Weg mache

Danke Gott, dass DU mich mit niemandem vergleichst und mich uneingeschränkt liebst.

Gott, dir nahe zu sein ist mein Glück !

(Heidi Taut)

Wie es mit Petrus, Kornelius und den versammelten Menschen weiterging?
Die ganze Geschichte im Zusammenhang steht in der Apostelgeschichte, die Kapitel 10 und 11

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Andacht für den 2. Sonntag nach Weihnachten
(Woche vom 05.01.2014 . 11.01.2014)

Wochenspruch:
Das Wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes
vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Johannes 1, 14b

Lied der Woche
Nr. 395 Evangelisches Gesangbuch

Vertraut den neuen Wegen

1. Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist,

weil Leben heißt; sich regen, weil Leben wandern heißt.

Seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand,

sind Menschen ausgezogen in das gelobte Land.

 

2. Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit! Gott

will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid. Der uns in frühen

Zeiten das Leben eingehaucht, der wird uns dahin leiten, wo

er uns will und braucht.

 

3. Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt! Er

selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land. Wer

aufbricht, der kann hoffen in  Zeit und Ewigkeit. Die Tore

stehen offen. Das Land ist hell und weit.

 

 

Gott hat immer einen guten Plan!

Wir Menschen haben auch immer irgendwelche Pläne und Wünsche für die vor uns liegende Zeit;
besonders am Beginn eines neuen Jahres.
Woher nehmen wir eigentlich den Optimismus, dass dies ein guter Zeitpunkt sei, neue Vorhaben, Pläne
und vor allem Ansprüche an uns selber in Gang und auch tatsächlich zu Ende zu bringen?

Laut immer wiederkehrender Umfragen bleiben die alten Vorhaben meist auch die aktuellen:
gesünder leben und natürlich mehr bewegen und abnehmen!

Das sind auch für mich immer wieder gängige Optionen - aber ist mir das wirklich das Wichtigste
in meinem Leben?

Wann hattest Du die letzte zündende Idee, um Deinem Leben eine wirklich neue Richtung zu geben
- und wie hast du sie umgesetzt und in Deinem Alltag fest verankert?

Mich begeistert schon seit Wochen mit großer Vorfreude auf 2014 die Jahreslosung

- Gott nahe zu sein ist mein Glück! Jesaja 73, 28

Jedes Mal, wenn ich diesen Bibelvers höre, lese oder er durch meinen Kopf geht, ist es als würde
ein Lichtstrahl mich erwärmen und ein Lächeln in mich zaubern

Diese sieben Worte sind wie Atem holen, Sonne tanken, Frieden finden.

So ist mein Vorsatz für das Jahr 2014, mein Bibel lesen und bedenken und Andachten schreiben immer mit unter
diese Losung zu stellen....
Gott hat mit mir einen guten Plan -  Ganz nahe bei ihm zu sein ist mei Glück!

Und heute fange ich gleich mit dem

 Predigttext für diesen Sonntag. der in Römer 16 die Verse 25 - 27 steht, an:

25  Preis und Dank sei Gott!
      Er hat die Macht, euch in eurem Glaubensstand zu festigen.
      So bezeugt es die Gute Nachricht, die ich verkünde, die Botschaft von Jesus Christus.
      Sie offenbart den geheimen Plan, der seit Urzeiten verborgen gehalten,
26  jetzt aber enthüllt worden ist.
      Auf Befehl des ewigen Gottes ist er in prophtischen Schriften bekannt gemacht worden,
      damit alle Völker sich Gott im Gehorsam unterstellen und ihm vertraue
27  Ihm, dem allein weisen Gott gehört die Herrlichkeit durch Jesus Christus
      in Ewigkeit! Amen.

Gottes Plan ist es, mich in den Tag zu senden. Er will mir in der Frische des Morgens begegnen,
meinen Glauben stärken, mir seine Nähe versichern. Dafür kann ich garnicht genug danken und
Gott preisen.

- Im Loben, Danken und Preisen bin ich Gott ganz nahe -  und das ist mein Glück!

Beim Lesen in der Bibel oder durch lebendige Zeugnisse anderer Christen (in unserem heutigen Text ist es
der Apostel Paulus), erlebe ich, was die frohe Botschaft ist: Jesus Christus, der Mittelpunkt meines Glaubens!

Gottes Plan wurde durch seinen Sohn Jesus Christus vom Geheimnis ins Licht gestellt.

- Diese wärmende Nähe Gottes - ist mein Glück!

Schon in den prophetischen Büchern des Alten Testamentes lässt Gott den Menschen sagen:
Siehe, achte auf die Zeichen die ich setze, öffne deine Ohren.

Gottes Plan ist es, meine Aufmerksamkeit zu wecken, seinen Verheißungen zu vertrauen, ja auch das:
mich ihm "gehorsam" zu unsterstellen.
Er will mich dabei haben in seiner ewigen Herrlichkeit.
Darum kann ich voller Freude und Dankbarkeit sagen:

- Gott  nahe zu sein ist mein Glück!

(Heidi Taut)
 

Andacht für den 1. Sonntag nach Weihnachten
(Woche vom 29.12.2013 – 04.01.2014

Wochenspruch:
Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns,
wir sahen seine Herrlichkeit. Johannes 1, 14

Lied der Woche
Nr. 24 Evangelisches Gesangbuch

Vom Himmel hoch, da komm ich her

 

1. Vom Himmel hoch, da komm ich her,
ich bring euch gute neue Mär;
der guten Mär bring ich so viel,
davon ich sing und sagen will.

2. Euch ist ein Kindlein heut geborn
von einer Jungfrau auserkorn,
ein Kindelein so zart und fein,
das soll eu`r Freud und Wonne sein.

3. Es ist der Herr Christ, unser Gott,
der will euch führn aus aller Not,
er will eu´r Heiland selber sein,
von allen Sünden machen rein.

6. Des lasst uns alle fröhlich sein
und mit den Hirten gehn hinein,
zu sehn, was Gott uns hat beschert,
mit seinem lieben Sohn verehrt.

 15. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,
der uns schenkt seinen ein`gen Sohn.
Des freuet sich der Engel Schar
und singet uns solch neues Jahr.

Der Predigttext für diesen Sonntag steht in Jesaja  49, 13 - 16

13  Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen!
      Denn der HERR  hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.
14  Zion aber sprach: Der HERR hat mich verlassen, der Herr hat meiner vergessen.
15  Kann auch eine Frau ihr Kindlein vergessen, dass sie sich nicht erbarme über den Sohn
      ihres Leibes? Und ob sie seiner vergäße, so will ich doch deiner nicht vergessen.
16  Siehe, in die Hände habe ich dich gezeichnet; deine Mauern sind immerdar vor mir.

Kannst du dich noch an deinen letzten Jauchzer erinnern?
Wann hast du das letzte Freudentänzchen gemacht?

Wenn wir verliebt sind und das Herz voller Freude ist - läuft uns der Mund über!
Wenn wir ein gutes Geschäft gemacht machen - steht uns die Freude im Gesicht!
Wenn wir ein köstliches Essen serviert bekommen - sind wir des Lobes voll!

Nichts ist dagegen einzuwenden, wenn wir im menschlichen Miteinander Gefühle
zum Ausdruck bringen und aussprechen, was uns bewegt.

ABER - möchte ich fragen, wie ist es mit dem Jauchzen, Freuen und Loben,
weil der Herr sein Volk tröstet und sich seiner Elenden erbarmt?

Die tägliche Andacht ist ja eher die "Stille Zeit". Da nehme ich Rücksicht auf die "Anderen".
Morgens ist die Stimme noch nicht so da, tagsüber ist keine Zeit, am Abend bin ich doch
schon sehr müde. Und wer will schon im Ruf stehen, laute Selbstgespräche zu führen?
Also, eher kein lautes Jauchzen, Freuen, Loben!

Die sonntäglichen Gottesdienste wären auch eine gute Gelegenheit, so richtig von Herzen
einzustimmen in das Jauchzen, Freuen, Loben.
Bei dem gemeinsamen Singen geht es ja noch so einigermaßen, natürlich nur, wenn Allen
auch das Liedgut zusagt; und da gehen die Meinungen oft weit auseinander.
Und wenn nicht die Musik erschallt, könnte man vor der Kirchentüre schon den Eindruck
haben, da drinnen herrscht meditatives Schweigen.
Bei der Feier des Abendmahles hätten wir nun wirklich jeden Grund, laut und freudig
unseren Dank zum Ausdruck zu bringen - Jesus ist für uns gestorben und auferstanden;
hat uns zu seinen Brüdern und Schwestern gemacht; Gott hat sich seiner Elenden erbarmt!

ABER - wir machen zu.

Jeder Jauchzer wird unterdrückt
Keine Mimik verrät unsere Freude
Leise und verschämt murmeln wir unser Lob in uns hinein

Wovor fürchten wir uns eigentlich?

Dass meine Familie hört, dass ich mit Gott rede, dass ich gerne
in der Bibel lese und schon am frühen Morgen ein Loblied singe?
Dass im Gottesdienst die Grabesstille unserer Freude weicht?
Jesus ist doch auferstanden, er lebt!

Oder ist diese Botschaft überhaupt noch nicht richtig bei mir angekommen?
Bin ich der Meinung, dass es in meinem Leben gar keinen Grund zum
jauchzen, freuen, loben gibt?

ABER - spricht Zion (die künftige Gemeinschaft der von Gott Erlösten)
der Herr hat mich verlassen, der Herr hat meiner vergessen

Da bin ich ja in bester Gesellschaft, beziehungsweise Gemeinschaft.
Wir haben garnichts zu loben, keine Grund zur Freude; wer fängt schon
das Jauchzen an, wenn er verlassen und vergessen ist?

ABER - Weil Gott uns kennt, unsere ängstlichen Herzen immer wieder geduldig zur Ruhe bringt,
sagt er uns auch immer wieder seine Liebe zu.
Mehr noch als eine Mutter, die ihr Kind voller Liebe und Freude erwartet und nach
der Geburt nicht nur versorgt, sondern behütet und beschützt - liebt Gott mich und dich!
Wie kann ich ernsthaft glauben, ER habe mich verlassen oder vergessen?

Durch Jesus Christus bin ich in die liebende Hand des Vaters gezeichnet, ER hat mich
jederzeit im Blick - immerdar!

Darum wird es höchste Zeit, dass ich diesen Blick suche und auch zurückgebe.

Der Theologe Hermann Traub hat in einer seiner letzten Predigten darauf hingewiesen,
dass es an der Zeit ist, sich vorzubereiten auf den nahenden König:

'Die Zeit ist kurz
Lassen wir uns nicht von zweitrangigen Dingen überfluten
Nur Jesus schenkt die Ewigkeit

Die Zeit ist kurz
Lassen wir uns nicht von falschen Gefühlen bestimmen
Nur Jesus schenkt die Ewigkeit

Die Zeit ist kurz
Lassen wir uns nicht von falschen Toleranzen leiten
Nur Jesus schenkt die Ewigkeit

Die Zeit ist kurz
Lasst uns nicht dem Zeitgeist verfallen
Nur Jesus schenkt die Ewigkeit

Jesus allein führt mich in die Ewigkeit'

(Heidi Taut)
 

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Andacht für den 4. Advent
(Woche vom 22.12.2013 – 28.12.2013

Wochenspruch:
Freuet euch in dem Herrn allewege;
und abermals sage ich: Freuet euch. Philipper 4, 4-5

Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig. Jesaja 40,3.10

Lied der Woche
Nr. 9 Evangelisches Gesangbuch
Nun jauchzet all, ihr Frommen

1. Nun jauchzet, all ihr Frommen, zu dieser Gnadenzeit,

weil unser Heil ist gekommen, der Herr der Herrlichkeit,

zwar ohne stolze Pracht, doch mächtig, zu verheeren

und gänzlich zu zerstören des Teufels Reich und Macht.

 

5. Ihr Armen und Elenden zu dieser bösen Zeit,

die ihr an allen Enden müsst haben Angst und Leid,

seid dennoch wohlgemut, lasst eure Lieder klingen,

dem König Lob zu singen, der ist eu´r höchstes gut.

 

6. Er wird nun bald erscheinen in seiner Herrlichkeit

und all eu´r Klag und Weinen verwandeln ganz in Freud.

Er ist´s, der helfen kann; halt`eure Lampen fertig

und seid stets sein gewärtig, er ist schon auf der Bahn.

„ Gott loben, das ist unser Amt“…diese Zeile aus einem Lied kommt mir spontan in den Sinn.

Boten sind unterwegs, die Wächter auf den Türmen lassen laut ihre Stimmen erschallen um den
Menschen Gottes Liebe zu verkünden. Wer jetzt sagt, das sind Geschichten aus uralten Zeiten,
dem muss ich widersprechen. Es gibt sie auch heute, die Boten und Rufer, die aufmerksam machen auf Gott;
denen es ein brennendes Anliegen ist, Menschen den rechten Weg des Lebens aufzuzeigen.

Bei fast allen Radiosendern gibt es immer noch die „Morgenandacht“ – ein Ruf zum Innehalten,
bevor der Tag richtig begonnen hat;  zuhause , im Auto oder mittels neuester Techniken.
Der Evangeliumsrundfunk  sendet rund um die Uhr die Gute Nachricht in  Lied und Wort;
und wer glaubt, das wäre eine verstaubte Angelegenheit für alte Leute, dem empfehle ich dringend einmal reinzuhören,  
im Radio oder auch im Internet.
Und vor einigen Wochen habe ich ihn gehört, den Jugendchor, in der Stuttgarter Fußgängerzone,
frisch und fröhlich haben sie von ihrem Glauben gesungen. Ich habe mich daran erinnert, als ich
selber bei solchen
Gelegenheiten dabei war. Ja, ich hatte auch Herzklopfen, wie die Menschen
wohl reagierten;
aber  hinterher  haben wir Gott gedankt  für dieses Erlebnis und seinen Segen.

Aber diese Boten stehen Menschen gegenüber,  die, wie es heute heißt „zu machen“ wenn es um
ihre Lebensführung geht. Sie haben sich eingerichtet in der Gesellschaft, müssen Standards erfüllen
und auf keinen Fall aus der Reihe tanzen oder aus dem Rahmen fallen.

Andere Menschen sind so mit der Bewältigung ihres Alltagsprogramms beschäftigt, dass es da keine
Kapazität mehr gibt, die Boten Gottes überhaupt noch wahrzunehmen.

Dabei ist die Botschaft so wunderbar.
Es ist eine liebevolle Einladung an Gottes Wohltaten teilzuhaben:

Gott will in mir Frieden schaffen
Er will mich heil machen
Er will mich fröhlich  machen 
Er will das Wüste in mir ordnen
Er will mir Mut schenken, seinen Namen zu rühmen
Er will mich in seine heiligen Arme schließen
Er will, dass ich bei ihm das ewige Leben habe.

Im heutigen Text gibt es zwei  Aufträge für uns:

Aufmerksam  nach  Gottes Boten Ausschau halten
Selber Bote zu sein.

In dieser Woche habe ich im Adventskalender „Andere Zeiten“ so einen Boten bemerkt.
Da schreibt unser Bundespräsident Joachim Gauck an seine Enkelin:

Liebe Josefine

Es ist ein großes Geheimnis, dass, wenn wir selber verzagt sind, oft Menschen da sind,
die einen stabileren Grund unter den Füßen haben oder einen Kern in sich, dem sie trauen.
Die Menschen, denen ich nachlebe, hatten ihn aus ihrem Glauben. Sie vertrauten darauf,
dass dieses Bibelwort stimmt: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst.
Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein.“
Der Prophet Jesaja hat diese Worte seinen Zeitgenossen als Worte Gottes gesagt.
Zu hören, zu glauben, sich darauf zu verlassen, dass wir ganz zuletzt, vielleicht ganz am Ende  (oder auch ganz plötzlich)
nicht mehr unserer Angst gehören, sondern Gott, dass eine stärkere Liebe existiert als die,
die wir Menschen zustande bringen, das Josefine, lässt manche Menschen Hoffnung finden, wenn andere aufgeben.
Es lässt die Schritte machen, wenn andere schon liegen geblieben sind. Wir können Angst nicht aus der Welt vertreiben.
Aber Gott sei Dank – sie bleiben nicht unsere Herrin. Das wollte ich dir heute sagen, liebe Josefine.
Und wahrscheinlich sage ich es auch mir selber noch einmal.
Weit wird das Land, wenn Menschen das glauben, und ruhig unser ängstliches Herz.
Das meint, darauf hofft und das glaubt
Dein Großvater.

Das ist die frohe Botschaft direkt, von Mensch zu Mensch.

Wann hast Du zuletzt einem Menschen die Liebe Gottes nahegebracht?

Die Jahreslosung 2014 ist so ein Ruf aller Boten:  Gott nahe zu sein ist mein Glück!

Lass Dich gewinnen, Botschafter Gottes zu sein. Du wirst schnell merken, dass Du nicht alleine auf diesem Weg bist
– und, dass es immer wieder Menschen gibt, die mit sehnsüchtigem Herzen darauf warten,
dass ihnen endlich jemand von Gottes großer Liebe erzählt.

(Heidi Taut)
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Andacht für den 03. Advent 2013
(Woche vom 15.12.2013 - 21.12.2013)

Wochenspruch:
Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig. Jesaja 40,3.10

Lied der Woche
Nr. 10 Evangelisches Gesangbuch

Mit Ernst ihr Menschenkinder
(Melodie hören: Player oben links)

1. Mit Ernst, o Menschenkinder,
das Herz in euch bestellt!
Bald wird das Heil der Sünder,
der wunderstarke Held,
den Gott aus Gnad allein
der Welt zum Licht und Leben
versprochen hat zu geben,
bei allen kehren ein.

2. Bereitet doch fein tüchtig,
den Weg dem großen Gast,
macht seine Steige richtig,
lasst alles, was Er hasst!
Macht alle Bahnen recht,
die Täler all erhöhet,
macht niedrig, was hoch stehet,
was krumm ist, gleich und schlecht.

3. Ein Herz, das Demut liebet,
bei Gott am höchsten steht;
ein Herz, das Hochmut übet,
mit Angst zugrunde geht;
ein Herz, das richtig ist
und folget Gottes Leiten,
das kann sich recht bereiten,
zu dem kommt Jesus Christ.

4. Ach, mache Du mich Armen
zu dieser heilgen Zeit
aus Güte und Erbarmen,
Herr Jesu, selbst bereit!
Zeuch in mein Herz hinein
vom Stall und von der Krippen,
so werden Herz und Lippen
Dir allzeit dankbar sein.

Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht in Offenbarung 3, 1 - 6

1   „Schreibe an den Engel der Gemeinde in Sardes: So spricht Er, dem die sieben Geister Gottes
     dienen und der die sieben Sterne in der Hand hält:

  Ich kenne euer Tun. Ich weiß, dass ihr in dem Ruf steht, eine lebendige Gemeinde zu sein;
     aber in Wirklichkeit seid ihr tot. Werdet wach und stärkt den Rest, der noch Leben hat,
     bevor er vollends stirbt. Was ich bei euch an Taten vorgefunden habe, kann in den Augen
     meines Gottes nicht bestehen.

  Erinnert euch daran, wie ihr die Botschaft anfangs gehört und aufgenommen habt!
     Richtet euch nach ihr und lebt wieder wie damals! Wenn ihr nicht aufwacht und wach bleibt
     werde ich euch wie ein Dieb überraschen; ihr werdet nicht wissen, in welcher Stunde ich über
     euch komme.

  Aber einige von euch in Sardes haben sich nicht beschmutzt. Sie werden weiße Kleider tragen
     und immer bei mir sein; denn sie sind es wert.

  Alle, die durchhalten und den Sieg erringen, werden solch ein weißes Kleid tragen.
     Ich will ihren Namen nicht aus dem Buch des Lebens streichen. Vor meinem Vater und seinen
     Engeln werde ich mich offen zu ihnen bekennen."

  Wer Ohren hat, soll hören, was der Geist den Gemeinden sagt!“
     ( Gute-Nachricht-Bibel)

Wer möchte so einen Brief bekommen. Und wie würde er heute geschrieben sein?
Ich versuche es einmal:

Liebe Gemeinde,

ich beobachte dich nun schon eine ganze Weile und erlaube mir, dich darauf hinzuweisen, dass es da
noch einige Unstimmigkeiten zwischen mir als Beauftragtem der Geschäftsleitung und dir gibt.

Du hast zwar einen guten Ruf und ab und zu gibt es auch positive Rückmeldungen,  aber im Großen und Ganzen  
bist du mehr tot als lebendig.

Wisch dir den Schlaf aus den Augen und aktivier deine Reserven, bevor du völlig  im schwarzen Loch verschwindest.
Wenn die Bücher geprüft werden, zerreißt es dich in der Luft und deine Bilanz  ist bei 0.

Du hast doch auf deinem Werdegang gelernt, wie es geht; hast das Neue aufgesogen wie ein Schwamm
und deine Umgebung dafür interessiert und begeistert.
Erinnere dich daran und greife darauf zurück. Du willst doch von den kommenden Ereignissen nicht  überrollt werden,
nur weil du auf den Fall der Fälle nicht vorbereitet  bist.

Es gibt da nämlich auch andere, die gehen ihren Weg geradeaus, nach vorne.
Keine Schläfrigkeit, keine faulen Kompromisse – ehrlich, engagiert, immer dem verpflichtet,
was ihnen am Anfang wegweisend mitgegeben worden ist.  Die sind auf dem richtigen Weg und werden später dafür  belohnt.
Alle, die durchhalten und ihren Auftrag zu Ende bringen sollen belohnt werden.  
Denn auch ich führe Buch, über deine Treue und deinen  Einsatz. 
Und wer in meinem Buch geführt wird, für den werde ich auch persönlich bei der Geschäftsleitung bürgen.
Ich hoffe, du hast diese Botschaft verstanden.

Auch hier und heute wieder der Dreiklang

Glaube – Liebe – Hoffnung

Am Beginn dieses Bibeltextes weist Jesus mit Nachdruck auf seine Vollmacht hin, die ihm der Vater verliehen hat.
Er spricht aus der Kraft seiner Berufung zu dem Engel der Gemeinde.
In der Zahl sieben weist er auf die Vollkommenheit der Gemeinschaft zwischen Vater, Sohn und Geist hin.

Am Ende verspricht er ein Leben in ewiger Gemeinschaft und reinen weißen Kleidern.
Für den Glaubenden heißt das, alles, was mein Leben befleckt und besudelt hat ist abgewaschen. 
Nicht nur innerlich, alles ist rein und weiß; mein Leben erstrahlt bei  ihm in neuem Glanz.
Dies alles kann aber für mich nur gelten, wenn ich den Glauben habe,
dass Jesus Christus mein Heiland ist: der Herr, der mich persönlich einlädt in seine Nachfolge.

Wenn wir hier angesprochen werden, uns an alte Zeiten zu erinnern und wie damals zu leben,
ist damit der Beginn unseres Glaubens gemeint:
Die Bibel war zu entdecken, die Gemeinde war ein Ort, in dem ein geistliches Zuhause gefunden war,
die Herzen liefen über und die Freude über Jesus zu reden war groß.

In Offenbarung 2, 4 lässt Jesus den Ephesern sagen: „Ich habe wider dich, dass du die erste Liebe verlassen hast.“
Ja, auch diese menschliche Seite ist uns Christen nicht fremd.
Auch wir sind schnell zu begeistern und schnell wieder in unserem Schneckenhaus verschwunden.
Das ist Jesus zu wenig. " Die Sache Jesu braucht Begeisterte" nicht nur am Beginn des Glaubensweges
sondern bis zum Ende. Und diese erste Liebe soll niemals aufhören.

Für mich ist das wunderbare an meinem Herrn, dass ER die Hoffnung mit mir nicht aufgibt.
Er lobt mich, baut mich auf, sagt mir immer wieder zu, dass er mich beobachtet,  um mich weiß.
Er hat mich mit vielen Gaben beschenkt, mit einigen komme ich voller Freude zurecht,
andere bereiten mir immer wieder Schwierigkeiten.

So setzt sich jede Gemeinde  aus Nachfolgern zusammen, die begabt und fröhlich im Dienst sind,
aber eben auch manchmal schwächeln und aus dem Rahmen fallen.
Jesus fordert die Schlummernden auf, sich an ihre erste Liebe im Glauben zu erinnern
und sich um aufmerksames Wachen zu bemühen und Die zu stützen,  die wach und aktiv sind.
Er schenkt die wahre Hoffnung:
Alle die durchhalten und den Sieg erringen, werden ein weißes Kleid tragen.
Ich will ihren Namen nicht aus dem Buch des Lebens streichen.
Vor meinem Vater und seinen Engeln werde ich mich offen zu ihnen bekennen!

Diese Hoffnungsbotschaft wirft schon  ihr Licht auf Bethlehem, den Stall, die Krippe
und den kommenden Herrn, den wir in diesen Tagen so sehnlich erwarten.

(Heidi Taut)

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Andacht für den 02. Advent 2013
(Woche vom 08.12.2013 - 14.12.2013)

Wochenspruch:Seht auf und erhebt eure Häupter,
weil sich eure Erlösung naht. Lukas 21,28

Lied der Woche
Nr. 6 Evangelisches Gesangbuch
Wie soll ich dich empfang

 

1. Wie soll ich dich empfangenund wie begegn ich dir,
o aller Welt Verlangen,o meiner Seelen Zier?
O Jesu, Jesu, setze mir selbst die Fackel bei,
damit, was dich ergötze,mir kund und wissend sei.

2. Dein Zion streut dir Palmenund grüne Zweige hin,
und ich will dir in Psalmen ermuntern meinen Sinn.
Mein Herze soll dir grünen in stetem Lob und Preis
und deinem Namen dienen,so gut es kann und weiß.

4. Ich lag in schweren Banden,du kommst und machst mich los;
ich stand in Spott und Schanden,du kommst und machst mich groß
und hebst mich hoch zu Ehrenund schenkst mir großes Gut,
das sich nicht lässt verzehren,wie irdisch Reichtum tut.

.

Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht in Offenbarung 3, 7 - 13

07  Dem Engel der Gemeinde zu Philadelphia schreibe: So spricht der Heilige und Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat,
     der auftut, und niemand kann zuschließen, und der zuschließt, und niemand kann auftun:
08  Ich kenne deine Werke. Siehe, ich habe vor dir eine Tür geöffnet, die niemand zuschließen kann! Wohl  hast du nur eine geringe Kraft,
     aber du hast meine Worte festgehalten und meinen Namen nicht verleugnet.
09  Siehe, ich denke sogar an einige aus der Synagoge des Satans: Sie nennen sich Juden, sind es aber nicht, sondern sind Lügner.
     Ich will sie dahin bringen, dass sie kommen und zu deinen Füßen niederfallen und erkennen, dass ich dich geliebt habe.
10 Weil du das Wort vom geduldigen Warten auf mich bewahrt hast, werde ich dich aus der Stunde der Prüfung bewahrend herausholen.
     Sie wird über die ganze Welt kommen, um alle Bewohner der Erde zu prüfen.
11 Ich komme bald. Halte darum fest, was du hast, damit keiner dir deinen Kranz wegnehme!
12 Den Sieger  werde ich zum Pfeiler im Tempel  meines Gottes machen, er soll nie wieder von dort weichen.
     Ich werde den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes darauf schreiben, den des neuen Jerusalem, 
     das aus dem Himmel von meinem Gott herabkommt, meinen neuen Namen.
13 Wer ein Ohr hat, der höre, was  der Geist den Gemeinden sagt.

Die Offenbarung, gilt als das prophetische Buch des Neuen Testamentes. Sie erschließt sich dem Leser nicht so einfach, wie zum Beispiel
die Bergpredigt oder die Heilungsgeschichten Jesu.
Viele Aussagen beziehen sich auf Verheißungen, die schon im Alten Testament stehen,  manches wird sehr bildhaft ausgedrückt.

Der heutigen Text beginnt mit Jesus, als Hausverwalter mit Schlüsselgewalt.
Durch seinen Tod und seine Auferstehung hat Jesus den Weg zum Vater geschaffen, die Tür zum Vaterhaus aufgeschlossen.
Niemand außer ihm hat die Macht, diese Tür wieder zu verschließen. Und diese Tür wird offen sein, bis er wiederkommt.
Für mich ist das die wunderbare Botschaft, kein Mensch kann mich von dieser Verheißung ausschließen oder daran hindern,
wenn ich mich im Glauben an Jesus halte. Allerdings weist der Herr auch sehr deutlich darauf hin, dass der Tag kommt,
an dem er die Tür wieder verschließt. Wer dann nicht zu ihm gehört, kommt für immer zu spät.

Jesus kennt mich. Er weiß, dass mein Herz für ihn brennt  und ich mich an sei Wort halte. Jesus weiß aber auch,  
dass ich oft schwach bin und meine Kraft gering ist; was mich alles abhalten will, meinen Blick eintrübt.
Und genau meine schwachen Stellen sind es ja, die angreifbar sind für Versuchung und Gleichgültigkeit. Oft lade ich meinen Alltag so voll,
dass anscheinend  keine Zeit mehr bleibt, für die Stille vor Gott, das Lesen seines Wortes und die Gemeinschaft;
dann  muss ich mich nicht wundern, dass mein Geist in einen Dämmerzustand fällt.
Schnell kann daraus ein Dauerzustand werden und meine Seele verkümmert.
Sicher gehört es zum Leben, zu arbeiten, zur Schule zu gehen und tägliche Pflichten zu übernehmen, 
aber startet es sich nicht besser mit Gottes Wort in den Tag?
Wenn der Tag nicht gelingen will, hilft es mir auf jeden Fall  besser einen Moment die Stille vor Gott zu suchen,
als meinen Frust an den Kollegen oder der Familie auszulassen.
Wie soll ich in den erholsamen Schlaf finden,  wenn ich nicht die Sorgen und Mühen des Tages bei Gott abgelegt habe
– und ihm danke, für all das, was er mir Gutes getan hat? Festhalten an seinem Wort !

Geringe Kraft kann aber auch bedeuten:  Ihr seid nicht Viele!
Jesus hat gesagt: Wo zwei oder drei  in meinen Namen beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.
Für ihn müssen seine Nachfolger nicht zu Tausenden beieinander sein. Er traut auch einer kleinen Schar zu,
seinen  Namen glaubhaft zu bezeugen und sein Wort zu verbreiten.

In diesem Abschnitt der Offenbarung spricht er von falschen Juden, die aus der Welt des Bösen kommen. 
Sie lügen und spielen den Anderen etwas vor. Die christlichen Gemeinden hatten  damals regen Zulauf der Juden,
die sich taufen ließen und dazukamen. Da gab es auch Menschen, die nicht nur Gutes in die Gemeinden trugen.
Heute sind wachsende Gemeinden eher selten und werden argwöhnisch beobachtet.
Oft  wird dafür der „moderne Gottesdienst“, die neuen Formen des Singens oder besonders engagierte Mitarbeiter ins Licht gerückt.
Leider bleiben dabei gelegentlich auch die, die gestern noch die Gemeinde im Geist geleitet haben am Rande nur geduldet,
weil  sie nicht „mit der Zeit gehen“.
Wenn ich so in unsere Gemeinden sehe, werde ich traurig beim Lesen dieses Verses.
Sie nennen sich Juden, sind es aber nicht, sondern sind Lügner.

Ich hatte schon oft den Eindruck, dass es im Gottesdienst wichtiger ist, wie die Predigt „rüberkommt“, als  „Was“ verkündet wird.
Es ist nicht unsere Aufgabe, die Menschen mit Einfallsreichtum und kreativem Beiwerk in die Gemeinde zu locken;
unsere Aufgabe ist es, Zeugnis von Jesus zu geben, glaubhaft das Evangelium und nichts als das Evangelium zu verkünden;
im Loben, Preisen, Singen und Beten – und in der bevollmächtigten Verkündigung.  
Jesus braucht keine Menschen, die sich in der Gemeinde profilieren möchten, keine Kinoabende, kein Gala-Dinner für Mitarbeiter.
Wir sollen nicht unseren Lebensstil in die Gemeinde tragen, sondern Christus in die Welt!
Warum gibt es immer wieder Streit, Neid, Unfrieden und Tränen in den Gemeinden?
Warum wollen gerade auch  hier Menschen über Menschen herrschen?
Warum scheint der gesicherte Haushalt der Gemeinde wichtiger als der biblische Auftrag?
Hütet euch vor den Menschen aus der Synagoge des Satans ! Sie sind Lügner !

Wenn du leidest an der Gemeinde, an den Menschen in der Gemeinde, wenn dir das Herz blutet, weil du erkennst, 
da geschehen Dinge, die Jesus  nicht zur Ehre gereichen, sei gewiss, ER weiß es
– aber  Er sagt nicht: Geh hin, sag ihnen die Meinung;, hau auf den Putz, schaff dir Gehör.

ER, Jesus Christus sagt:
ICH will sie dahin bringen, dass sie kommen und zu deinen Füßen niederfallen und erkennen, dass ich dich geliebt habe.

Durch die Offenbarung zieht sich erkennbar ein roter Faden:
 „Siehe, ich komme bald – handelt bis ich komme!“

Ich komme bald. Halte darum fest, was du hast!
Was habe ich?
Ich bleibe im Bild dieses Textes: 

Da bin ich mit meiner kleinen Kraft unterwegs.
Jesus hat mich an die Hand genommen, weil der Weg uneben und  steinig ist. Immer wieder gerate ich ins Straucheln.
Ach, ich möchte  manchmal an mir selber verzweifeln, und auch an den Menschen,  die mit mir auf dem Weg sind.
Ich schaue zur Seite, auf meinen Herrn Er drückt meine Hand und sein Blick sagt mir:
" Hab doch keine Angst, ich bin bei dir. Du hast so geduldig auf mich gewartet, du hast an meinem Wort festgehalten,
meinen Namen nicht verleugnet; jetzt gehen wir zusammen zum Vater.
Die Tür ist offen für dich, an meiner Hand schaffst du auch das letzte Stück dieses  Weges .
Und dann bist du mit mir zusammen angekommen, in Gottes neuer Welt .
Endgültig zuhause angekommen!"

Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.

(Heidi Taut)

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Andacht für den 01. Advent 2013
(Woche vom 01.12.2013 - 07.12.2013)

Wochenspruch:Siehe, dein König kommt zu dir,
ein Gerechter und ein Helfer. Sacharja 9, 9

Lied der Woche
Nr. 16 Evangelisches Gesangbuch
Die Nacht is vorgedrungen

1. Die Nacht ist vorgedrungen,der Tag ist nicht mehr fern!
So sei nun Lob gesungendem hellen Morgenstern!
Auch wer zur Nacht geweinet,der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinetauch deine Angst und Pein.

2. Dem alle Engel dienen,wird nun ein Kind und Knecht.
Gott selber ist erschienenzur Sühne für sein Recht.
Wer schuldig ist auf Erden,verhüll nicht mehr sein Haupt.
Er soll errettet werden,wenn er dem Kinde glaubt.

3. Die Nacht ist schon im Schwinden,macht euch zum Stalle auf!
Ihr sollt das Heil dort finden,das aller Zeiten Lauf
von Anfang an verkündet,seit eure Schuld geschah.
Nun hat sich euch verbündet,den Gott selbst ausersah.

4. Noch manche Nacht wird fallenauf Menschenleid und -schuld.
Doch wandert nun mit allender Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte,hält euch kein Dunkel mehr,
von Gottes Angesichtekam euch die Rettung her.

5. Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt.
Als wollte er belohnen,so richtet er die Welt.
Der sich den Erdkreis baute,der lässt den Sünder nicht.
Wer hier dem Sohn vertraute,kommt dort aus dem Gericht.

Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht in Hebräer 10, 19-25

19 So haben wir denn, liebe Brüder, in dem Blut Jesu Christi die volle Freimütigkeit, jederzeit in das Heiligtum (der Gegenwart Gottes) einzutreten.
20 Das ist der neue und lebendige Weg, den er uns erschlossen hat, durch den (zerrissenen) Vorhang hindurch, d.h. durch die Hingabe seines Leibes.
21 Nun haben wir, den großen Priester über das Haus Gottes. Darum lasst uns auch wirklich hinzutreten mit aufrichtigem Herzen und freudigster Glaubenszuversicht.
22 Unsere Herzen sind ja gereinigt, und das böse Gewissen ist weg, und auch unser Leib ist mit reinem Wasser gewaschen (in der Taufe).
23 Lasst uns auch unbeugsam festhalten an dem Bekenntnis der Hoffnung! Denn er ist treu, der uns die Verheißung gegeben hat.
24 Lasst uns auch aufeinander achthaben, dass wir uns alle zur Liebe und zum Tun des Guten anspornen!
25 Wir wollen auch unsere Entrückung zu ihm nicht aus den Augen verlieren, wie es manche leider schon tun, sondern wollen uns gegenseitig ermahnen und ermuntern,
      und das um so mehr, als ihr ja seht, dass der Tag näher kommt.

Mein Haus, Mein Auto, meine Yacht, mein Konto, mein Fußballclub, mein Diplom, meine liebsten Urlaubsziele……

Das sind Angaben, damit kann jeder etwas anfangen.  Und da Angabe ja auch etwas zu tun hat mit angeben  - ich sag mal, passt schon! 
In manchen Fällen begleiten diese Dinge das Auftreten einiger Menschen, die sich auch darüber definieren, wie wir heute so schön sagen. Es ist ihr Lebensinhalt
und den gilt es nicht nur herauszustellen, sondern auch zu halten – mit mehr oder weniger großen Anstrengungen.

Bei anderen sind es Träume, von denen sie ganz genau wissen, dass sie sie nie erreichen werden.
Aber wie heißt es so schön „träumen kann man ja mal“.

Meine Brüder, meine Freimütigkeit, mein lebendiges Wasser, mein aufrichtiges Herz, meine Glaubenszuversicht, mein Bekenntnis, meine Hoffnung, meine  Ermahner,
mein Verlangen Gutes zu tun, meine Achtsamkeit auf das Ende hin, mein JESUS !!

Irgendwie nicht so werbewirksam – oder?  Stellt euch einmal vor, ihr würdet diese Dinge aufzählen: In der Familie beim Geburtstagskaffeetrinken;
auf der Arbeit in der Frühstückspause; im Bus oder Zug, wenn alle es eilig haben; oder Samstags, auf dem Markt.

Mit dem ersten Advent beginnt heute ein neues Kirchenjahr und mir gefällt dieser vorgegeben Text an diesem Tag.
Glaube – Liebe – Hoffnung !

Immer wieder werde ich an verschiedenen Stellen der Bibel auf diese Grundlage meines Lebens mit Jesus hingewiesen. 

Jesus , für mich geboren, gestorben und auferstanden ist der Mittelpunkt meines Glaubens.
In meinem Bekenntnis zu ihm und meiner Taufe hat sich der Sinn und das Ziel meines  Lebens  in neue, andere Bahnen gefügt.
Der ständige Zugang zu Gottes Gegenwart ist etwas ganz anderes als die Verfügbarkeit über materielle Dinge.
Ich bin persönlich eingeladen hinzuzutreten mit aufrichtigem Herzen und freudigster Glaubenszuversicht.
Das ist für mich nicht nur Theorie, sondern immer wieder erlebbare Befreiung aus Gedanken und Belastungen, die mich gefangen halten.
Wie erlösend ist da die Stille vor Gott in der sein Dasein für mich spürbar wird; wie er mein ängstliches Herz zur Ruhe bringt, egal ob ich laut klage und weine
oder mir die Worte fehlen. Nur durch Jesus Christus  und in ihm habe ich die Gewissheit ganz und gar Gottes Kind zu sein.

Aus dieser Liebe Gottes heraus soll ich mein Leben gestalten.
„Die Größte aber ist die Liebe“, heißt es an derer Stelle der Bibel; und ich möchte hinzufügen und ganz schön schwer.
Ich soll nicht nur meinen Nächsten und auch meine Feinde lieben, sondern sogar mich selbst. Wie schwer tu ich mich da,
mit meinen eigenen Macken und erstmal mit denen der Anderen.
Abschätzen, Einordnen in die sogenannten Schubladen, Beurteilen nach Äußerlichkeiten und einiges mehr.
Ja, und da sind noch meine Ungeduld, mein Besserwissen, mein loses Mundwerk und ebenfalls Unzähliges zu benennen.

Er ist schwer, der liebevolle Umgang miteinander – auch für mich, die ich mein Leben  unter Gottes Hand gestellt habe.

Der Vers 24 könnte ein guter, praktischer Anfang sein: Lasst uns aufeinander achthaben, dass wir uns alle zur Liebe und zum Tun des Guten anspornen!
Ich werde meine Freundin fragen, ob sie auf mich achthaben mag und mich zur Liebe und zum Tun des Guten anspornt – natürlich möchte ich dies für sie auch tun!
Such dir einen Menschen, dem du vertraust und frag ihn, ob ihr gemeinsam aufeinander achthaben wollt und euch zur Liebe und zum Tun des Guten anspornt.

Manchmal kann ich es nicht mehr hören „Die Hoffnung stirbt zuletzt“-
Die Hoffnung ist für mich Lebensbegleiter, Kompass und heute würde ich auch Navigator sagen.
Wesentlich ist natürlich, was der Grund meiner Hoffnung ist. Ich hoffe nicht darauf, morgen im Lotto zu gewinnen, dass es Weihnachten schneit oder,
dass sich die Probleme der Gegenwart in Nichts auflösen.
Meine Hoffnung richtet sich auf die Verheißung Gottes, die Vollendung meines irdischen Lebens in seine Herrlichkeit.
Der Grund meiner Hoffnung ist Jesus Christus, der am Kreuz und in der Auferstehung mein Bruder geworden ist.
Mit ihm bin auf dem Weg zum himmlischen Vater.

Und wie es in Vers 25 heißt: Wir wollen auch unsere Entrückung zu ihm nicht aus den Augen verlieren, wie es manche leider schon tun,
sondern wollen uns gegenseitig ermahnen und ermuntern, und das um so mehr, als ihr ja seht, dass der Tag näher kommt.

Gemeinsam auf dem Weg bleiben, das Ziel fest im Auge behalten; Niemanden auf dem Weg zurücklassen!

So stehen nun Glaube – Liebe - Hoffnung am Beginn der Adventzeit – Zeit der Erwartung !

Lasst uns gemeinsam  mit offenen Herzen erwarten , wie und wo Jesus  uns  in Menschen begegnet, seine Liebe für diese Begegnungen schenkt und unsere Hoffnung stärkt und festigt.
(Heidi Taut)

Wenn unser Glaube nicht mehr als ein Standpunkt ist,
den wir einmal für immer bezogen,
und nicht lebt und gelebt und erfahren wird,
ist er tot und wir selbst sind betrogen.

          Vater, lehr uns immer neu was glauben heißt,    
          und überwinde du den Tod,
          der in unserm Leben Raum gewann!
          Vater, gib uns immer wieder deinen Geist,
          und schaffe in und durch uns Leben,
          das die Welt verändern kann.

Wenn unsre Liebe nicht mehr ist als ein Gefühl,
reserviert für besondere Stunden,
und nicht treibende Kraft unseres Lebens wird,
ist sie tot und schlägt tödliche Wunden.

          Vater, lehr uns immer neu was lieben heißt,
          und überwinde du den Tod,
          der in unserm Leben Raum gewann!
          Vater, gib uns immer wieder deinen Geist,
          und schaffe in und durch uns Leben,
          das die Welt verändern kann.

Wenn unsre Hoffnung nicht mehr als ein Weltbild ist,
mit dem wir uns und die andren vertrösten,
und nicht Richtschnur für unsere Arbeit wird,
ist sie tot, weil wir sie von dir lösten.

          Vater, lehr uns immer neu was hoffen heißt,
          und überwinde du den Tod,
          der in unserm Leben Raum gewann!
          Vater, gib uns immer wieder deinen Geist,
          und schaffe in und durch uns Leben,
          das die Welt verändern kann.
(aus Feiern & Loben 376)

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Woche vom 24.11.2013 bis zum 30.11.2013  - Ewigkeitssonntag

           Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure
           Lichter brennen.
           Lukas 12, 35

Wochenlied: Wachet auf, ruft uns die Stimme
(Evangelisches Gesangbuch Nr. 147)

Zum Mitsingen und Nachlesen

1. Wachet auf, ruft uns die Stimme der Wächter sehr hoch

auf der Zinne, wach auf, du Stadt Jerusalem! Mitternacht

heißt die Stunde;  sie rufen uns mit hellem Munde: Wo seid

ihr klugen Jungfrauen? Wohl auf der Bräut´gam kommt,

steht auf, die Lampen nehmt! Halleluja! Macht euch bereit

zu der Hochzeit, ihr müsset ihm entgegengehn!

 

2. Zion hört die Wächter singen, das Herz tut ihr vor Freude

springen, sie wachet und steht eilend auf. Ihr Freund kommt

vom Himmel prächtig, von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig,

ihr Licht wird Hell, ihr Stern geht auf. Nun komm, du werte

Kron, Herr Jesu, Gottes Sohn! Hosianna! Wir folgen all zum

Freudensaal und halten mit das Abendmahl.

 

3. Gloria sei dir gesungen mit Menschen- und mit Engelszungen,

mit Harfen und mit Zimbeln schön. Von zwölf Perlen sind die

Tore an deiner Stadt; wir stehn im Chore der Engel hoch um

deinen Thron. Kein Aug hat je gespürt, kein Ohr hat mehr

gehört solche Freude. Des jauchzen wir und singen dir das

Halleluja für und für.

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Woche vom 17.11.2013 bis zum 23. 11.2013  - Vorletzter Sonntag im Kirchenjahr -

          Wir müssen alle offenbar werdenn
          vor dem Richterstuhl Christi
          2. Korinther 5, 10

Wochenlied: Es ist gewisslich an der Zeit
(Evangelisches Gesangbuch Nr. 149

 Zum Mitsingen und Nachlesen

1. Es ist gewißlich an der Zeit,
dass Gottes Sohn wird kommen
in seiner großen Herrlichkeit,
zu richten Bös und Fromme.
Da wird das Lachen werden teu'r,
wenn alles wird vergehn im Feu'r,
wie Petrus davon schreibet.

2. Posaunen wird man hören gehn
an aller Welten Ende,
darauf bald werden auferstehn
all Toten gar behände;
die aber noch das Leben han,
die wird der Herr von Stunden an
verwandeln und erneuen.

5. O Jesu, hilf zur selben Zeit
von wegen deiner Wunden,
dass ich im Buch der Seligkeit
werd angezeichnet funden!
Daran ich denn auch zweifle nicht,
denn du hast ja den Feind gericht
und meine Schuld bezahlet.

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Woche vom 10.11.2013 bis zum 16.11.2013

           

Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!
2. Korinther 6, 2b

 

Wochenlied: Wir warten dein, o Gottes Sohn
(Evangelisches Gesangbuch Nr. 152

Zum Mitsingen und Nachlesen

1. Wir warten dein, o Gottes Sohn, und lieben dein Erscheinen.

Wir wissen dich auf deinem Thron und nennen uns die Deinen.

Wer an dich glaubt, erhebt sein Haupt und siehet dir entgegen;

du kommst uns ja zum Segen.

 

2. Wir warten deiner mit Geduld in unsern Leidenstagen;

wir trösten uns, dass du die Schuld am Kreuz hast abgetragen;

so können wir nun gern mit dir uns auch zum Kreuz bequemen,

bis du es weg wirst nehmen.

 

3. Wir warten dein; du hast uns ja das Herz schon hingenommen.

Du bist uns zwar im Geiste nah, doch sollst du sichtbar kommen;

da willst uns du bei dir auch Ruh, bei dir auch Freude geben,

bei dir ein herrlich Leben.

 

4. Wir warten dein, du kommst gewiss, die Zeit ist bald vergangen;

wir freuen uns schon überdies mit kindlichem Verlangen. Was wird

geschehn, wenn wir dich sehn, wenn du uns heim wirst bringen,

wenn wir dir ewig singen!

Andacht für den 20. Sonntag nach Trinitatis
(Woche vom 21.10.2012 - 27.10.2012)

Wochenspruch: Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert,
nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.
Micha 6, 8.


Im Zusammenhang des Bibeltextes im Buch Micha stellt Gott die Frage: " Was habe ich dir getan, mein Volk" - ja sogar:
"Womit habe ich dich beleidigt?"
Gott versteht die Menschen nicht, warum sie sich von ihm abwenden. Er hat sie immer wieder aus Schwierigkeiten
herausgeführt und ihnen Gutes getan. Aber die Menschen haben offensichtlich schnell vergessen, sind zur Tagesordnung
zurückgekehrt. Gott wendet sich aber nicht einfach ab, er geht auf die Menschen zu, will eine Antwort.

Die Antwort bleiben die Menschen schuldig; stattdessen kommen sie lieber mit Gegenfragen, wollen den lästigen Dialog beenden.
Soll Gott uns doch sagen, was er erwartet und gut ist.
"Womit soll ich den Herrn versöhnen, mich bücken vor dem hohen Gott?"
Für mich hört sich das eher wie das bemühte Gespräch eines Vaters mit seinem genervten Teenager an. Mach schnell Papa, sag,
was du von mir willst und ich kann ja überlegen, ob das klar geht.

Gott lässt sich weder aus der Ruhe bringen, noch geht er auf den forschen Ton ein. Die Antwort kommt klar und deutlich über:
Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert,
nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.

Das ist eine klare Ansage und eine bemerkenswerte "To-do-Liste" , wie es heute so schön heißt.

Nun ist es raus, Gott will, dass es mir gut geht, aber dazu gehören auch bestimmte Voraussetzungen, hier im Text ganz
klar Forderung genannt. Jeder, der im Beruf steht, weiß, dass es Anforderungen gibt, denen er genügen muss; sonst sind Arbeitsplatz
und der Verdienst gefährdert. Im Zusammensammenleben in der Familie und auch in der Gemeinde geht es nicht ohne
Anforderungen und deren Erfüllung, sonst gerät das Leben aus dem Ruder.
Und auch in der Nachfolge gilt es Gottes Anforderungen zu genügen.

Gottes Wort halten
Dazu muss ich Gottes Wort ja erst einmal kennen. Ich muss in der Bibel lesen und den Inhalt verstehen. Lesen alleine genügt auch nicht.
Stille ist wichtig, damit ich auf die Worte hören kann und sie auch begreife.
Im Gottesdienst werden Bibeltexte erklärt, ausgelegt. In Bibel- und Hauskreisen wird gemeinsam gelesen, geredet und Gedanken vor
Gott gebracht.
Das Wort Gottes halten ist ein lebenslanger Prozess in meinem Glaubensleben und
- braucht Zeit und Geduld!



Liebe üben
Dazu muss ich erst einmal begreifen, was Liebe ist.
Die Liebe verbindet Gott mit mir und mich mit den Menschen um mich herum. Liebe wird mir geschenkt und ich schenke sie anderen.
Das ist nicht immer so leicht, wie es sich anhört. Liebe, die ehrlich ist, ist manchmal auch schmerzhaft. Liebe kann plötzlich hell entflammt
da sein, aber auch langsam in ganz kleinen Schritten wachsen; sie kann sich ausschleichen oder ein jähes Ende finden. Es gibt Menschen,
denen scheint die Liebe zuzufliegen und andere verzehren sich danach.
Und dann ist da auch noch der Anspruch, meinen Nächsten zu lieben wie mich selbst. Gerade sich selbst zu lieben fällt vielen Menschen schwer;
wie soll das dann erst mit dem Nächsten geschehen?
Liebe zu üben ist auch ein lebenslanger Prozess und
- braucht Zeit und Geduld!

Demütig sein vor deinem Gott
Demut scheint kein Begriff zu sein, der in die heutige Zeit passt.
Wer von Demütigung spricht, meint das Gefühl der Erniedrigung, der Herabwürdigung; fühlt sich beschämt oder besiegt.
Soll Gott, der mich liebt, das mit "demütig sein" meinen? Nein, ganz klar nicht!
Teresa von Avila hat es so beschrieben:
Demut besteht darin, Gnade anzunehmen und zu wissen, wie übergroß sie ist und sich daran zu erquicken.
In Gottes Handeln seine große Gnade  zu erkennen und für micht dankbar anzunehmen!

In der Demut Gottes Gnade zu erkennen ist ebenfalls ein lebenslanger Prozess und
- braucht Zeit und Geduld!

Ob ich mich darauf einlassen kann?
Warum eigentlich nicht?
Gottes Wort besser kennenzulernen, mich selbst und den anderen lieben zu lernen und in Demut Gottes Gnade zu erfahren
erscheinen mir doch recht erstrebenswert. Gott will, dass es mir gut geht und seine Forderungen hören sich nach erfülltem Leben an.

Es ist mir gesagt, was gut ist und Gott von mir fordert,
nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor meinem Gott.


(Heidi Taut)

 

Andacht für den 19. Sonntag nach Trinitatis
(Woche vom 14.10.2012 - 20.10.2012)

Wochenspruch:   Heile du mich, Herr, so werde ich heil 
                         Hilf du mir, so ist mir geholfen. Jeremia 17,14



Bei dem Lesen dieses bekannten Bibelverses fällt mir auf, dass hier zuerst von der Heilung und dann von der Hilfe gesprochen wird.
Ist es nicht umgekehrt, erst die Hilfe, dann die Heilung? Doch wie sieht es damit heute aus?

Wer bei einer Erkrankung oder einem Unfall Hilfe und Heilung benötigt, kann sehr zwiespältige Erfahrungen machen.
Zum Glück erfahren die meisten Menschen durch gut organisierte Rettungssysteme eine schnelle "Erste Hilfe".
Beim Hausarzt fühlen sich viele Menschen gut aufgehoben, und ein großer Teil der Kranken findet seine Informationen im Internet.
Doch manchmal ist es auch ganz anders.
Ältere Menschen möchten nicht schon wieder die berufstätigen Kinder oder die Nachbarn bitten, sie zum Arzt zu bringen, wenn sie es
aus eigener Kraft nicht schaffen. Nicht jeder Kranke kann sich in unserem Wohlstandsland ein Taxi leisten, mit dem der Arzt erreichbar wäre.
Und längst nicht jeder Kranke fühlt sich in unserer wichtigtuerischen Gesellschaft wertvoll genug, den Arzt um einen Hausbesuch zu bitten.
Nicht zuletzt haben es auch manchmal Menschen schwer, die in der vollen Stadt zusammenbrechen. Die bedrohlich Unterzuckerung
eines Diabetikers wird nicht selten mit Trunkenheit verwechselt - und da bleibt Hilfe gelegentlich auf der Strecke.

Wie sieht es umgekehrt aus, wenn ich einen Menschen leiden sehe, der sich schwer tut, Hilfe anzunehmen; zu stolz oder zu beschämt ist,
offensichtliche Hilfsbedürftigkeit verdrängt oder garnicht wahrnimmt?
Da braucht Hilfe Phantasie und manchmal auch einen langen Atem.

In der Bibel gibt es eine Erzählung über Hilfe und Heilung, die zu meinen liebsten gehört; sie steht in Lukas 5, 18-25

Und siehe, etliche Männer brachten einen Menschen auf einem Bett, der war gichtbrüchig; und sie suchten, wie sie ihn hineinbrächten und
vor ihn (Jesus) legten.
Und da sie vor dem Volk nicht fanden, an welchen Ort sie ihn hineinbrächten, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn durch die Ziegel
hernieder mit dem Bett mitten unter sie, vor Jesum.
Und da er ihren Glauben sah, sprach er zu ihm: "Mensch, deine Sünden sind dir vergeben".
Und die Schriftgelehrten und Pharisäer fingen an zu denken und sprachen: "Wer ist der, dass er Gotteslästerung redet? Wer kann Sünden
vergeben denn allein Gott?"
Da aber Jesus ihre Gedanken merkte, antwortete er und sprach zu ihnen: "Was denkt ihr in euren Herzen? Welches ist leichter zu sagen:
Dir sind deine Sünden vergeben; oder zu sagen: Stehe auf und wandle?
Auf dass ihr aber wisset, dass des Menschen Sohn Macht hat, (sprach er zu dem Gichtbrüchigen): Ich sage dir, stehe auf und hebe dein Bett auf
und gehe heim!"
Und alsbald stand er auf vor ihren Augen und hob das Bett auf, darauf er gelegen hatte, und ging heim und pries Gott.


Hier wird der Unterschied deutlich:

Die Freunde schaffen Hilfe und hoffen auf Heilung
Jesus bringt Heilung und schafft Hilfe


Bemerkenswerterweise wird nicht erzählt, dass der Kranke und seine Freunde verwundert waren oder enttäuscht;
Jesus hatte sie gesehen und wahrgenommen, mit ihrer Freundschaft und ihrem Glauben. Das genügte.
Es sind die Menschen drumherum, die ein Wunder der Heilung erwarteten, aber keine Sündenvergebung!
Die seelische Heilung ist ihnen verborgen geblieben.

Ja, selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Jesus hilft, nicht zum einzigen mal, ihrem Unglauben auf die Sprünge und
dem Kranken auf die Beine; und der schien mit der Reihenfolge und dem Ergebnis zufrieden zu sein - und seine Freunde wohl auch.
Jedenfalls ging der Geheilte mit dem Bett unter dem Arm nach Hause und pries Gott.

Wie sieht es heute aus?
Für mich ist der Vers
Heile du mich, Herr, so werde ich heil - Hilf du mir, so ist mir geholfen
hochaktuell.
Nach einem Unfall und Operation am Knie bin ich auf dem Weg der Genesung, wie wir so sagen; aber wie habe ich
Heilung und Hilfe erlebt und erfahren?
Wie der Kranke in der biblischen Geschichte habe ich erste, zweite und weitere Hilfe durch Familie, Freunde und gute Ärzte erfahren.
Dann musste nur noch die Heilung erfolgen - dachte ich !!
Von meinem Gott wurde ich eines Besseren belehrt.

Der äußere Druck, wieder schnell auf die Beine zu kommen, arbeitsfähig zu sein, im täglichen Leben meinen Platz einzunehmen, machte mir
schwer zu schaffen. Schmerzhafte, dem allgemeinen Druck angepasste Physiotherapie brachte mich endlich zum Nachdenken, was da
eigentlich mit mir geschehen war und wo der Fehler lag.
In der Stille wurde mir klar, dass Gott es war, der mich von den Beinen geholt hatte; er hatte die Fahrt aus meinem Alltag genommen und mir
das "STOP - BITTE FOLGEN" vor die Augen gehalten.
Als ob ich nicht längst wusste, wo die wirkliche Wunde in meinem Leben liegt und ich Gottes Vergebung und Korrektur bedurfte.

Nach dieser heilsamen Begegnung mit meinem Gott kam umgehend die Hilfe in einer schmerzarmen Therapie und dem wachsenden Verständnis
der Menschen um mich herum für meinen ganz eigenen Weg der Heilung und Gesundung.

Ich möchte Mut machen,  den kleinen und großen Beschwerden und Krankheiten in unserem Leben mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Dem äußeren Druck standzuhalten und den eigenen Bedürfnissen nachzuspüren.
Hilfe in Anspruch zu nehmen und Anderen zu erbringen.
Die Nähe Gotte wahrzunehmen und Heilung von ihm zu erwarten
- und nicht zuletzt die Reihenfolge im Handeln Gottes dankbar anzunehmen.


Heile du mich, Herr, so werde ich heil 
                         Hilf du mir, so ist mir geholfen. Jeremia 17,14



(Heidi Taut)

 

Andacht für den 3. Advent - dritter Sonntag des neuen Kirchenjahres
(Woche vom 12.12.2010 bis zum 18.12.2010)

In dem fünfzehnten Jahr des Kaisertums Kaisers Tiberius, da Pontius Pilatus Landpfleger in Judäa war und Herodes ein Vierfürst in Galiläa und sein Bruder Philippus ein Vierfürst in Ituräa und in der Gegend Trachonitis und Lysanias ein Vierfürst zu Abilene, da Hannas und Kaiphas Hohepriester waren: da geschah der Befehl Gottes zu Johannes, des Zacharias Sohn, in der Wüste.
Und er kam in alle Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung Sünden,
wie geschrieben steht in dem Buch der Reden Jesaja's, des Propheten, der da sagt: "Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des HERRN und macht seine Steige richtig!
Alle Täler sollen voll werden, und alle Berge und Hügel erniedrigt werden; und was krumm ist, soll richtig werden, und was uneben ist, soll schlichter Weg werden.Und alles Fleisch wird den Heiland Gottes sehen."
Da sprach er zu dem Volk, das hinausging, dass sich von ihm Taufen ließe: Ihr Otterngezüchte, wer hat denn euch gewiesen, dass ihr dem zukünftigen Zorn entrinnen werdet? Sehet zu, tut rechtschaffene Früchte der Buße und nehmt euch nicht vor, zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken. Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; welcher Baum nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und in das Feuer geworfen.
Und das Volk fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun?
Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Wer zwei Röcke hat, der gebe dem, der keinen hat; und wer Speise hat, der tue auch also.Es kamen auch die Zöllner, dass sie sich taufen ließen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen denn wir tun?
Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, denn gesetzt ist. Da fragten ihn auch die Kriegsleute und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemand Gewalt noch Unrecht und lasst euch genügen an eurem Solde. Lukas 3,1 14



Johannes, der zur Zeit Jesu lebte hat hier noch einmal die Worte des Propheten Jesaja wiederholt, 
als die Menschen zu ihm kamen, weil sie glaubten Johannes sei der Messias, auf den sie warteten. Verständlich ist diese Verwechselung schon.
Genau wie bei Maria, der Mutter Jesu, ist es ein Engel der die Geburt des Johannes ankündigt. Sein Vater ist gerade im  Tempel, als der Engel ihm die Geburt eines Sohnes verkündet. Zacharias und seine Frau Elisabeth sind aber schon älter und können sich nicht mehr vorstellen Eltern zu werden. Darum setzt Gott ein Zeichen, Zacharias bekommt den Auftrag, den Jungen Johannes zu nennen und ist bis zur Geburt stumm.
Auch zu Maria kommt der Engel und verkündete ihr, schwanger zu sein. Sie soll den Heiland zur Welt bringen und ihn Jesus nennen.
Die werdenden Mütter Elisabeth und Maria kennen sich und begegnen sich während der Schwangerschaft. Im Lukas-Evangelium ist zu lesen, dass der ungeborene Johannes im Mutterleib hüpfte, als Elisabeth Maria begegnete.
Als Johannes geboren wird ist er der Sohn „später“ Eltern, wie wir heute sagen, und sein Lebensweg ist durch göttliche Verheißungen vorbestimmt. So gibt es viele Gemeinsamkeiten bei Jesus und Johannes.
- an dieser Stelle kann ich nur anmerken, wie spannend die Bibel ist und es sich auf jeden Fall lohnt, die Geschichte um Johannes und Jesus herum in den Evangelien nachzulesen

Als Johannes predigt und die Worte des Jesaja wiederholt, wollen die Menschen wissen, wie sie sich verhalten sollen, was sie tun können:

Und das Volk fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun?(Lukas 3, 10)

Auch wenn Johannes es zunächst ziemlich schroff angeht, wird er doch geduldig und nachsichtig, versucht auf jeden Fragenden einzugehen und ihm anhand seiner Lebensumstände Wege aufzuzeigen, die im Glauben zu Jesus hinführen.

Auch im Advent 2010 sind Vorbereitungen zu treffen.
Dazu gehört es, zur Ruhe zu kommen – still zu werden. Aus Hektik und Lärm heraus lässt
sich schlecht etwas vorbereiten. Wie will ich dem Weihnachten in mir entgegen gehen,
wenn ich es nicht einmal schaffe 1 Stunde abzuschalten.

Ich will in dieser Zeit nachspüren, wo ich Mangel habe, was zu kurz kommt.
Wo sind meine persönlichen Täler, die ich von Gott füllen lassen möchte.
Trotz äußerem Wohlstand gibt es so viele innere Bedürfnisse, die es zu erkennen und
stillen gilt.
Ich will erkennen, welche Berge ich aufgetürmt habe, mit Arbeit, Wichtigkeit und Ballast.
Vieles scheint unaufschiebbar, lebensnotwendig und drückt mich manchmal förmlich an die Wand.
Was kann ich davon loslassen; welchen Dingen den richtigen Platz in meinem Leben
einräumen, damit ich wieder frei atmen kann und genug Zeit für wirklich Wichtiges habe.
Ich will auf die Wege achten, die ich gehe.
Wo mache ich Umwege, verlaufe ich mich, ende manchmal in Sackgassen, weil ich
mein Ziel gar nicht so klar vor Augen habe. ;Manchmal lege ich mir auch selber Steine in
den Weg, oder mich lockt die prächtig beleuchtete Straße mehr, als der schlichte Pfad.
Zur Ruhe kommen muss ich allein, zum Nachdenken hat mir Gott einen Verstand gegeben.

Diese Vorbereitung wird mir helfen, die Spur zu finden zum Kind im Stall und zum Heiland
der Welt.

(Heidi Taut)

 

Nicht wir müssen das Heil machen.
Es wird uns geschenkt.
Dem suchenden Menschen kommt die ewige Liebe entgegen.
Seinem Dunkel das Licht.
Seiner Unrast die Geborgenheit.
Seiner Krankheit das Heil.

(Peter Völkel)

 

Andacht für den 2. Advent - zweiter Sonntag des neuen Kirchenjahres

(Woche vom 05.12.2010 bis zum 11.12.2010)

 

Und Jesus ging hinaus und vom Tempel hinweg. Und seine Jünger traten herzu, um ihm die Gebäude des Tempels zu zeigen.
Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht dieses alles? Wahrlich, ich sage euch, hier wird kein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen wird!
Als er aber auf dem Ölberge saß, traten die Jünger zu ihm besonders und sprachen: Sage uns, wann wird das alles geschehen, und welches wird das Zeichen deiner Wiederkunft und des Endes der Weltzeit sein?
Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, dass euch niemand irreführe!
Denn es werden viele unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin Christus, und werden viele irreführen.
Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören; sehet zu, erschrecket nicht; denn es muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende.
Denn ein Volk wird sich wider das andere erheben und ein Königreich wider das andere; und es werden hin und wieder Hungersnöte, Pest und Erdbeben sein.
Dies alles ist der Wehen Anfang.
Alsdann wird man euch der Drangsal preisgeben und euch töten; und ihr werdet gehasst sein von allen Völkern um meines Namens willen.
Und dann werden viele Anstoß nehmen und einander verraten und einander hassen.
Und es werden viele falsche Propheten auftreten und werden viele verführen.
Und weil die Gesetzlosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe in vielen erkalten;
wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.
Und dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt gepredigt werden, zum Zeugnis allen Völkern, und dann wird das Ende kommen.
Matthäus 24. 1-14

 

„Jammern ist nicht christlich!“
Vor einigen Wochen las ich diesen Satz, der eingebettet war in die aufmunternde Frage wo er sei, der vitale, lebensbejahende gläubige Christ voller Humor.
Der Gedanke hat mir gefallen, nicht einzustimmen in das allgemeine Seufzen und Stöhnen über die momentane Zeit. Der Begriff „Endzeitstimmung“ wird ja auch durchaus in nichtchristlichen Kreisen gerne benutzt, wenn es darum geht Stagnation und Ausweglosigkeit einen Namen zu geben.

Jesus zählt im heutigen Bibeltext die gesamte Palette der menschlichen und gesellschaftlichen Verfehlungen auf .
Die Jünger um Jesu wollen verstehen und begreifen, was Jesus da gerade gepredigt hat.
Und vor allem wollen sie wissen WANN wird das alles geschehen.

Aber: Jesus nennt keinen genauen Zeitpunkt – und das finde ich richtig gut.


Das Gegenteil von vital, lebensbejahend, gläubig und voller Humor ist nämlich:
schläfrig, abgestumpft, ablehnend skeptisch und pessimistisch.
Und leider trifft das auch auf einen großen Teil der Menschen zu, die sich durchaus als Christen bezeichnen.

Jesus sagt zu seinen Jüngern: Sehet zu, dass euch niemand irreführt.

Vielleicht ist es ein Problem aller und auch der heutigen Zeit, sich persönlich angesprochen zu fühlen.
Wir schauen kurz hin, gucken mal eben, haben auch davon gehört....
Dann wird abgewogen, ob es uns persönlich betrifft.
Liegt keine persönliche Betroffenheit vor, kehren wir nur allzu schnell zu unseren eigenen Angelegenheiten und Bedürfnissen zurück.
Meiner Meinung nach will Jesus genau das verhindern, indem er KEINEN GENAUEN Zeitpunkt nennt.
Mit  seinem Sehet zu will er uns wach und aufmerksam halten, nicht nur für uns selbst, sondern auch für das, was um uns herum passiert.
Die Gebote, die Gott seinem Volk gab waren da sehr eindeutig - DU sollst nicht..!
Also versuche ich es einmal so:

Ich soll wachsam sein, gegenüber Menschen, die versuchen, die Worte Jesu so zu biegen und zu drehen, bis sie in ihr Lebensschema passen und nicht mehr Christus der Ausgangspunkt für ihr Handeln und Leben ist.
Ich soll Frieden halten, in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Gemeinde, mit meinem Nächsten.
Ich soll Sorge tragen, dass alle Menschen genug zum täglichen Leben haben.
Ich soll mitwirken beim Zurückführen von Ausbeutung und Beschädigung der Erde.
Ich soll Zeugnis ablegen von meinem Glauben und mich für die einsetzen, die auch in der heutigen Zeit dafür verfolgt werden.
Ich soll anderen nicht neiden, was ich selber gerne hätte und dabei meine Seele mit Hass und üblen Gedanken vergiften.
Ich soll mich nicht einreihen in das Wort „Das machen doch alle“, sondern mich an Gesetz und Gebote halten.
Ich soll gerade in schwierigen Zeiten „Meinen Nächsten lieben wie mich selbst“.
Ich soll einen langen Atem in der Umsetzung der Worte Jesu haben, denn am Ende sagt der:

Wer aber ausharrt bis an Ende, der wird gerettet werden.

Da habe ich genug zu tun und keine Zeit zum Jammern

Ich soll in der Aufmerksamkeit bleiben. Jesus will nicht, dass ich mich auf irgendeinen genauen Zeitpunkt festlege und kurz vorher einen kleinen Endspurt hinlege.
Jesus will, dass ich im täglichen Hier und Jetzt bereit bin und mein Leben in Ordnung halte.
Er hat nicht gesagt, dass es einfach ist.

Und Gott hat in Offenbarung 21 Vers 7 sein väterliches Wort noch dazugegeben:
Wer überwindet, der wird alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein.

Also: vitale, lebensbejahende gläubige Christen gesucht, durchaus auch mit Humor; auf jeden Fall aber mit der Aufmerksamkeit und Ausrichtung auf Jesus Christus, den Mittelpunkt ihres persönlichen Lebens.
(Heidi Taut)

 

 

Ihr lieben Christen, freut euch nun,
bald wird erscheinen Gottes Sohn,
der unser Bruder worden ist,
das ist der lieb Herr Jesus Christ.

Der Jüngste Tag ist nun nicht fern,
komm, Jesu Christe, lieber Herr!
Kein Tag vergeht, wie warten dein
und wollten gern bald bei dir sein.

Du treuer Heiland Jesu Christ,
dieweil die Zeit erfüllet ist,
die uns verkündet Daniel,
so komm, lieber Immanuel.

Der Teufel brächt' uns gern zu Fall
und wollt' uns gern verschlingen all'.
Er tracht' nach Leib, Seel', Gut und Ehr'.
Herr Christ, dem alten Drachen wehr'.

Ach lieber Herr, eil zum Gericht.
Lass sehn dein herrlich Angesicht,
das Wesen der Dreifaltigkeit.
Das helf' uns Gott in Ewigkeit.


Erasmus Alber (1546)

Melodie

 

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Andacht für den 1. Advent - erster Sonntag des neuen Kirchenjahres

(Woche vom 28.11.2010 bis zum 04.12.2010)
 

Siehe, es kommt die Zeit – spricht der Herr, dass ich dem David ein gerechtes Gewächs erwecken will, und soll ein König sein, der wohl regieren wird und Recht und Gerechtigkeit auf Erden anrichten.
Zu seiner Zeit soll Juda geholfen werden und Israel sicher wohnen.
Und dies wird sein Name sein, dass man ihn nennen wird: Der Herr unsere Gerechtigkeit.
Darum siehe, es wird die Zeit kommen, spricht der Herr, dass man nicht mehr sagen wird:
So wahr der Herr lebt, der die Kinder Israel aus Ägyptenland geführt hat!
Sondern: So wahr der Herr lebt, der den Samen des Hauses Israels herausgeführt aus dem Lande der Mitternacht und aus allen Landen, dahin ich sie verstoßen hatte, dass sie in ihrem Lande wohnen sollen! (Jeremia 23, 5-8
)



Beim ersten Lesen des Bibeltextes kommen mir Zweifel, ob ich mich damit überhaupt anfreunden kann. 
Die Verheißungen der Propheten zur Zeit des Alten Testaments wirken auf mich sprachlich ziemlich 
hinterm Mond und kaum in die heutige Zeit tragbar.

Wenn ich in der Bibel diesen Text im Zusammenhang des ganzen Kapitels lese wird schnell klar, dass Jeremia sich da in einer schwierigen Zeit für das Volk Israel Gehör verschafft hat. Und schon komme ich in meiner Zeit an.

Die Aufforderung Gottes „siehe“ muss sich erst einmal Gehör verschaffen, erfordert Ruhe äußerlich und auch innerlich. Das war für Jeremia damals sicherlich nicht leichter als es heute wäre:
Sieh mal – Süßer die Glocken nie klingen – hör mir zu – Jingle bells, jingle bells – weißt du schon – Vom Himmel hoch, da komm ich her – das ist doch kaum zu glauben – I’m dreaming of a white christmas  - Frohe Weihnachten !
Was dringt da eigentlich noch wirklich zu mir durch?
Falsche Versprechungen, Zusagen und Enttäuschungen haben das Hören schon eingeschränkt.
Können Gottes Verheißungen da überhaupt noch vordringen?
 

Siehe, es kommt die Zeit – Zukunftsmusik contra Weihnachtsgedudel

Gott lässt den Jeremia verkünden, dass dem Volk Israel bessere Zeiten bevorstehen,
ja sogar sehr gute Zeiten. Einen König wird er senden, der für Recht und Gerechtigkeit sorgen wird. 
Frieden wird es geben, Freiheit, Zuversicht und Wahrhaftigkeit – und Heimat wird er geben.

Eigenartig, sind das nicht genau die Wünsche, die Menschen heute noch genauso haben wie das Volk Israel zu Zeiten des Jeremia?
Die jüdische Gemeinde wartet immer noch auf diesen König, den Messias – wir Christen glauben, dass dieser König in Bethlehem zur Welt gekommen ist.

Advent ist auch Fastenzeit. So wie die Passionszeit mich in Stille auf das Sterben Jesu und seine Auferstehung hinführt, kann ich mich in der Adventszeit vorbereiten, auf seinen Geburtstag.
Weihnachten bedeutet nicht nur, mich von dem Bild um die Krippe herum anrühren zu lassen, sondern in dem kleinen Kind die erfüllte Verheißung Gottes zu sehen.

Siehe, es kommt die Zeit – ich will still werden im Advent, will sehen und hören
wo Gottes Verheißungen in meinem Leben schon Wirklichkeit geworden sind.
(Heidi Taut)  

 

Öffnet euer Ohr den hellen Klängen,
denn die Freude klingt aus den Gesängen,
die die Welt erstaunt vernimmt.
Wer ganz still ist, wird begreifen,
dass die Pläne Gottes reifen
und das die Verheißung stimmt.

Öffnet euren Blick dem fernen Glänzen,
denn das Licht, das aufbricht, sprengt die Grenzen
und vertreibt die dunkle Nacht.
Wer im Licht steht, wird erkennen,
dass ringsum die Feuer brennen.
Gott erscheint in seiner Pracht.

Öffnet euer Herz der großen Stunde
und stimmt dankbar ein mit frohem Munde,
denn die Rettung ist uns nah.
Gott hat seinen Sohn gegeben.
Er gibt uns in ihm das Leben
und sein väterliches JA.

(Johannes Jourdan)

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Andacht für den letzten Sonntag des Kirchenjahres Ewigkeitssonntag
(Woche vom 21.11.2010 bis zum 27.11.2010)

Ich möchte den heutigen Predigttext gerne einbinden in diese beiden Verse des 90. Psalms.
(der komplette Psalm steht am Ende des Andachtstextes)

…. Wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz(Vers 9b)
....Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden(Vers 12)

Wochentext

"Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde, denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wie ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht, Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiß! Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Wer überwindet, der wird alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein."Offenbarung 21, 1-.7

Der Blick in die Zukunft ist in dieser Zeit so eine Sache.

Kaum eine Fernsehzeitung, die nicht mit dem Ausblick auf das Programm der nächsten Woche gleich das Horoskop mitliefert. Frau Medusa mit ihrem kleinen fahrbaren Hexenhäuschen liest auf der Kirmes aus der verwunschenen Kristallkugel, einfachen Spielkarten oder gar den Handlinien ihrer Kunden, was diese in Zukunft zu erwarten haben.

…. Wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz(Psalm 90, 9b)

In Wirtschaft und Politik wird auch gerne in die Zukunft geblickt. Da sehe ich allerdings unterschiedliche Strategien.
Die Politiker weisen gerne mit positiven Ausblicken auf die nächste Zeit hin, um von ihrem momentanen stümperhaften Tun abzulenken. Die Verantwortlichen in Gesellschaft und Wirtschaft versuchen ein eher negatives Bild aufzuzeigen, damit der einfache Bürger nur nicht auf den Gedanken kommt, an dem unglaublichen Gewinn, der auch jetzt wieder -oder immer noch -  fließt, teilzunehmen.
Beide Gruppen bedienen sich da gerne der ihnen nahestehenden Institute und Statistikern, um den Bürgern ihre ganz eigene Sicht der Zukunft aufzuzeigen.

…. Wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz(Psalm 90, 9b)

Auch ich selber mache mir Gedanken um die Zukunft.

Bleiben meine Lieben und ich selber wohl gesund? Was wird aus den Kindern, welche Chancen haben sie beruflich – werden sie ihr Auskommen haben und in Frieden leben können? Wird das familiäre und soziale Netz mich halten und auffangen, wenn ich älter werde und nicht mehr selber für mich sorgen kann? Und dazu noch jede Menge täglicher und alltäglicher Sorgen. Werde ich dies und jenes in einem bestimmten Zeitfenster schaffen? -Die Urlaubsplanung für das nächste Jahr. Wünsche, Pläne, Organisation für morgen, übermorgen, die nächsten Wochen und manchmal auch für Jahre im Voraus !!

…. Wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz(Psalm 90, 9b)

 

- Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden(Psalm 90, 12) –

Mitten in dieser Zukunftsgrübelei nimmt mich der Text aus der Offenbarung ein.
Gott lässt Johannes sehen, was er längst bereithält; einen Ort wo alle, die an Gott glauben und auf ihn vertrauen, zur Ruhe kommen.
Und ich denke, hier ist träumen, schwärmen und abschalten vom Hier und Jetzt durchaus angemessen und auch erwünscht.

Während ich den Text wiederholt lese frage ich mich, warum ich ihn nicht auswendig kann wie den 23. Psalm oder das ‚Vater unser’.?
Die Offenbarung mag viele Abschnitte haben, die schwer zu verstehen sind – dieser hier ist ganz einfach und klar:

- Es gibt einen wunderbaren Ort, den Gott für mich bereithält. 
  Dieser Ort wird alles was ich hier in meinem Leben gesehen habe in den Schatten stellen.
- An diesem Ort wartet Gott nicht nur auf mich, er selber wird auch dort leben.

- Mein Glaube, mein Vertrauen zu Gott gehen auf in seiner leibhaftigen Gegenwart.

- Gott selber wird meine Tränen abwischen, Schmerzen und Leid für immer von mir nehmen
  und mit dem Wasser vom Brunnen des Lebens wird er nicht nur meinen physischen Durst
  stillen, sondern auch den Durst nach Antworten, Erklärungen, der tiefen Sehnsucht endlich
  Gerechtigkeit zu erfahren. Alles Fragen, Zweifeln und Bedenken wird Gott zur Ruhe
  bringen.

Und das Alles umsonst – ohne Gegenleistung und Aufrechnung.

Wer überwindet wird dies alles erben.(Offenb.21, 7a)

Überwinden heißt, einen Blick auf mein Leben und Erleben hier und jetzt zu werfen.
In manchen Situationen fällt es mir leicht, Glauben und Vertrauen zu fühlen und zu zeigen.
Es gibt aber auch Momente und Gelegenheiten, in denen ich, immer wieder in alte Ängste und Sorgen falle, nicht loslassen kann und verzage.
Und oft lasse ich mich vom Alltag überrollen und verliere Gottes ausgestreckte Hand aus den Augen, lasse mich von Menschen und Situationen mitreißen und auch in die Tiefe ziehen.

In genau diesen Momenten will ich mich an Gottes Zusage erinnern, der sagt:
“ Ich bin das A und O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von dem Brunnen des lebendigen Wassers umsonst.“(Offenb. 21, 6)

Es kann in meinem Leben nichts Wichtigeres geben, als mich meinem Gott anzuvertrauen und meine Bedürfnisse von ihm stillen zu lassen!

Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.(Psalm 90, 12)


(Heidi Taut)

Wochenlied

Wachet auf! ruft uns die Stimme
Der Wächter sehr hoch auf der Zinne,
Wach auf, du Stadt Jerusalem!
Mitternacht heißt diese Stunden,
Sie rufen uns mit hellem Munde:
Wo seid ihr klugen Jungfrauen?
Wohlauf, der Bräut'gam kömmt,
Steht auf, die Lampen nehmt!
Halleluja!
Macht euch bereit zu der Hochzeit,
Ihr müßet ihm entgegengehn!
2. Zion hört die Wächter singen,
Das Herz tut ihr vor Freuden springen,
Sie wacht und stehet eilend auf.
Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig,
Von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig,
Ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf.
Nun komm, du werte Kron',
Herr Jesu, Gottes Sohn!
Hosianna!
Wir folgen all' zum Freudensaal
Und halten mit das Abendmahl.
3. Gloria sei dir gesungen
Mit Menschen- und mit Engelzungen,
Mit Harfen und mit Zimbeln schö;n.
Von zwölf Perlen sind die Pforten
An deiner Stadt, wir sind Konsorten
Der Engel hoch um deinen Thron.
Kein Aug, hat je gespürt,
Kein Ohr hat mehr gehört
Solche Freude.
Des jauchzen wir und singen dir
das Halleluja für und für.

 

Psalm 90
1 Gott, du bist unsre Zuflucht für und für. 
2 Ehe denn die Berge wurden und die Erde und die Welt geschaffen wurden, bist du, Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit,  
3 der du die Menschen lässest sterben und sprichst: Kommt wieder, Menschenkinder!
4 Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist, und wie eine Nachtwache.
5 Du lässest sie dahinfahren wie einen Strom; sie sind wie ein Schlaf, gleichwie ein Gras, das doch bald welk wird,
6 das da frühe blüht und bald welk wird und des Abends abgehauen wird und verdorrt.
7 Das macht dein Zorn, dass wir so vergehen, und dein Grimm, dass wir so plötzlich dahin müssen. 
8 Denn unsere Missetaten stellst du vor dich, unsre unerkannte Sünde ins Licht vor deinem Angesicht. 
9 Darum fahren alle unsere Tage dahin durch deinen Zorn; wir bringen unsre Jahre zu wie ein Geschwätz. 
10 Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und wenn's köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon. 
11 Wer glaubt aber, dassdu so sehr zürnest, und wer fürchtet sich vor solchem deinem Grimm?
12 Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. 
13 HERR, kehre doch wieder zu uns und sei deinen Knechten gnädig! 
14 Fülle uns früh mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang.
15 Erfreue uns nun wieder, nachdem du uns so lange plagest, nachdem wir so lange Unglück leiden. 
16 Zeige deinen Knechten deine Werke und deine Ehre ihren Kindern.
17 Und der HERR, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unsrer Hände bei uns; ja, das Werk unsrer Hände wolle er fördern!

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Andacht für den Sonntag Judica - Gott schaffe mir Recht
(Woche vom 29.03.2009 bis zum 04.04.2009)

Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, um was wir dich bitten werden. Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue? Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den  Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das steht mir nicht zu, euch zu geben, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist. Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele
(Markus 10,35-45)  

Wie bei vielen Texten der Bibel erlebe ich auch hier die ganze Palette meiner Zwiespältigkeit.
Ich glaube ohne den Zweifel der Kleingläubigen und habe oft genug erlebt, wie
nahe mir Jesus ist, wie seine Hilfe und kleine und große Wunder
mich durch jeden Tag meines Lebens tragen.
Ich sehe und staune wie die Präsenz meines Herrn mich zu einem zufriedenen
Menschen macht.

UND DOCH – bin ich auch wie Jakobus und Johannes
Trotz aller Nähe meines Herrn, meiner Glaubenserfahrung und der spürbaren Führung
durch mein Leben suche ich nach noch mehr Sicherheit, Bestätigung und so
manches mal nach einem bevorzugten Platz an der Seite Jesu.

Ich bin wie Jakobus und Johannes, presche gerne vor und möchte Jesus so nahe wie möglich sein, traue mir alles zu, würde wie Petrus auf dem Wasser gehen.
Ich vergesse Zeit und Raum, bin erfüllt von Ideen und Wegen der Nachfolge, bin
ganz eins mit dem himmlischen Vater und meinem Bruder Jesus Christus.

UND DOCH – bin ich auch wie die anderen zehn Jünger. Bin mürrisch, weil andere
Menschen scheinbar bevorzugt sind, schneller an meinem Wunschort Platz genommen
haben, mitten in der Gemeinschaft stehen, während ich mich am Rand herumdrücke
und selber blockiere.

Heute erfahre ich neu, dass Jesus um all diese Zwiespältigkeit in mir weiß.
Er kennt meinen Mut, meine Ideen, meine Begeisterung,  Wünsche und Bedürfnisse.
UND ER  - kennt meine Schwäche, meine Verzagtheit, meinen Neid, meine
eigene Unfähigkeit mich aus diesen Zwängen zu befreien.
UND ER - ist den Weg gegangen, für den meine Kraft nicht reicht.
UND ER – ruft seine Nachfolger zusammen und verbindet die Fordernden
mit den Zögernden, die Mutigen mit den Zaghaften.
UND ER – weiß um die Machthungrigen und die Leidenden, damals und auch heute.
UND ER – ist es, der mir Mut macht, nicht zu fordern, sondern zu geben; nicht Größe
auszuspielen, sondern  mich selber zurückzunehmen; nicht zu warten, bis Andere
auf mich zukommen, sondern ihnen entgegen zu gehen.
UND ER – fordert mich auf zu dienen;
darüber muss ich auch ganz neu nachdenken !

“Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.“
UND das ist meine Glaubens- und Lebensgrundlage, die mich in all meiner
Zwiespältigkeit hoffnungsvoll auf  Ostern sehen lässt.
(H.Taut)

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Andacht für die Adventszeit 2008

Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir!  Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer. Sogleich wird er sie euch überlassen. Das geschah aber, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht:  »Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers.« Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte,  und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf und er setzte sich darauf.  Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Menge aber, die ihm voranging und nachfolgte, schrie: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! 
(Mt 21, 1 - 9)  

Was für eine Schau !!

Die Menschen sind völlig aus dem Häuschen.
Da reitet dieser Jesus von Nazaret doch tatsächlich auf einem
Esel Richtung Jerusalem.

Immer mehr Menschen kommen dazu und die Sache wird zu einem Selbstläufer,
wie wir heute sagen.

Aus ein paar Menschen die die Szene beobachten, wird eine feiernde Menge.
Einer ruft es dem anderen zu: "Schau mal, da reitet einer auf einem Esel,
das musst du sehen."
Der Nächste beginnt zu rufen: "Hosianna!" und es dauert nicht lange, bis daraus
ein lautstarker Chor wird: "Hosianna, gelobet sei, der da kommt, Hosianna."

Endlich ist etwas los auf der Straße - um den Alltag zu vergessen,
kommt Jesus auf dem Esel gerade recht.

Auch die Menschen unserer Tage lassen sich allzu gerne aus ihrem Alltagstrott
entführen; der gestresste Manager genauso wie der zurückgezogen lebende
Arbeitslose.

Ob es große Sportveranstaltungen, Konzerte oder Auftritte Prominenter auf dem
roten Teppich sind, hier kann jeder problemlos eintauchen in das sogenannte
'Bad in der Menge', da wird schon mal etwas gesungen und gerufen, was der
Einzelne bei näherer Betrachtung so eventuell nicht äußern würde.

So wird aus der Suche nach ein wenig Abwechslung und Entspannung oft ein
gedankenloses Mitmachen.

War doch nur ein Spaß, sagen die einen.
Am Aschermittwoch ist alles vorbei sagen die anderen und holen sich
Absolution und Aschekreuz.

Wenn alle singen kann ich doch nicht stumm dabei  stehen - halb so schlimm!

Halb so schlimm?

Ob die Menschen damals bemerkt haben, dass einer ganz still war?

Jesus !

Er nimmt den Trubel um sich herum kaum wahr.
So sicher, wie er weiß, wo seine Jünger den Esel finden und zu ihm bringen werden,
so genau weiß er, dass aus dem „Hosianna“ der Menge um ihn herum
ein „kreuzige ihn“ wird.

Er nimmt diesen Esels-Ritt auf sich, um den Willen seines Vaters zu
erfüllen: Sage der Tochter Zion: Siehe dein König kommt zu dir
sanftmütig und reitet auf einem Esel.

Jesus befindet sich auf dem  Weg zwischen seiner Geburt in Bethlehem und dem Kreuz in Jerusalem.

Die Adventszeit 2008 beginnt auf diesem Weg.

Während wir in unserer Zeit auf die Geburt Jesu zugehen,
ist er schon auf dem Weg nach Jerusalem.
Jesus geht voran und bereitet uns den Weg.

Unsere Adventszeit gleicht eher dem Treiben der Hosianna-Rufer,
laut und von der Masse gelenkt.
Von unentwegtem Musikgedudel begleitet scheint es kein Entrinnen zu geben.

O doch, möchte ich sagen !

Jeder hat die Möglichkeit, aus der lauten Menge herauszutreten
und sich mit Jesus auf den Weg zu machen.

Mit jedem Adventssonntag, mit jeder Kerze, die ich mehr anzünde,
sehe ich den Weg zur Krippe deutlicher, leuchtet der Stern über dem Stall heller,
singen die himmlischen Herscharen jubelnder.

Ich wünsche jedem von Herzen, dass im Advent genügend Raum und Zeit ist,
aus der von uns selbst gemachten lärmenden Hektik herauszutreten
und der Erinnerung an die Geburt Jesu  voller Freude und Erwartung entgegenzugehen.
(Heidi Taut)

 

Die Nacht ist vorgedrungen

1. Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern.
So sei nun Lob gesungen,
dem hellen Morgenstern!
Auch wer zur Nacht geweinet,
der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet
auch deine Angst und Pein.

 

2. Dem alle Engel dienen
wird nun ein Kind und Knecht.
Gott selber ist erschienen,
zur Sühne für sein Recht.
Wer schuldig ist auf Erden,
verhüll nicht mehr sein Haupt.
Er soll errettet werden,
wenn er dem Kinde glaubt.

3. Die Nacht ist schon im Schwinden,
macht euch zum Stalle auf.
Ihr sollt das Heil dort finden,
das aller Zeiten Lauf
von Anfang an verkündet,
seit eure Schuld geschah.
Nun hat sich euch verbündet,
den Gott selbst ausersah

 

4. Noch manche Nacht wird fallen
auf Menschenleid und -schuld.
Doch wandert nun mit allen
der Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte,
hält euch kein Dunkel mehr.
von Gottes Angesichte,
kam euch die Rettung her.

 

5. Gott will im Dunkel wohnen
und hat es doch erhellt.
Als wollte er belohnen,
so richtet er die Welt.
Der sich den Erdkreis baute,
der lässt den Sünder nicht.
Wer hier dem Sohn vertraute,
kommt dort aus dem Gericht.

 

 

               

 

 

 

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Wochenspruch für den 17.08.-23.08.2008.08.2008

Christus spricht: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern,
das habt ihr mir getan. Matthäus 25,40


Ja, es war schon einmal leichter, der geringen Brüder zu gedenken.
Als es mit der deutschen Wirtschaft UND den Menschen in unserem
Land vorwärts und bergauf ging, taten sich die Menschen leicht, an die
viel genannten Kinder in Afrika und die Ärmsten der Welt zu denken
- und zu spenden. Lastwagen voller überlüssiger Kleidung rollten nach
Tschernobil, die Deutschen gaben für für kirchliche, caritative
und staatliche Spendenaufrufe die eine oder mehrere Mark.

Schleichend, aber unaufhörlich hat sich das Leben in unserem Land
verändert. Die deutsche Wirtschaft macht Gewinne in Milliardenhöhe doch nur
ein geringer Prozentsatz unserer Gesellschaft nimmt an einem immer
größeren Luxus teil.
Die daran nicht teilnehmen müssen mit ansehen, dass es niemals mehr
größere und teurere Autos auf unseren Straßen gab, die Auslagen der Geschäfte
überquellen von kostspieligen Designerklamotten, feine Restaurants aus dem Boden
wachsen, trotz des laut bejammerten Rückgangs in dieser Branche
- und wir Deutschen sind nach wie vor Weltmeister im Reisen !!

Die geringsten Brüder, wie Jesus sie nennt kommen mir immer näher.
Sie leben nicht mehr auf einem anderen Kontinent, sondern nebenan.
Menschen, die einmal mitten im Leben standen, müssen erleben wie es
mit ihnen bergab geht.
Der Lohn reicht auf einmal nicht mehr für das tägliche Leben, oder der
Arbeitsplatz wird ganz wegrationalisiert. Da heißt es, nicht das Gesicht zu
verlieren, irgendwie weiter am Leben teilnehmen.

Alleinerziehende Frauen in Deutschland bekommen zu spüren, dass die Armut
zunehmend "weiblich" ist.

Viele Senioren müssen feststellen, dass sie ihr ganzes Leben gearbeitet haben und
es am Ende nicht reicht um in Würde alt zu werden.

Die Verlierer sind für mich aber die Kinder und Jugendlichen.
Unsere Regierung tut eine Menge mit sehr scheinheiligen Mitteln,
dass Kinder geboren werden - um dann die Familien genauso schamlos
mit den Problemen alleinzulassen.
Statt dafür zu sorgen, dass ein Verdienst wieder reicht, um den Familieunterhalt zu
bestreiten - so dass Kinder in der Familie aufwachsen - profiliert sich eine Frau dadurch,
dass sie für die Zeit nach der prämierten Geburt der Kinder genügend Krippenplätze
und andere Aufbewahrungsorte bereitstellt.
Wieviele Kinder dabei auf der Strecke bleiben, ist dann aber das Problem der Schulen,
der Jugendrichter und der zahlreichen Erziehungseinrichtungen und natürlich der
hilflosen Eltern.
An diesem Punkt wäre es Zeit, dass unsere Familienministerin ihr telegenes Lächeln
einfach mal zuhause lässt und sich Gedanken über ihr Tun macht.

Armes Deutschland !!

Mitten hinein in dieses Desaster einer angeblich so kultivierten Gesellschaft noch einmal
die Aufforderung Jesu: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüder
das habt ihr mir getan.

Das fordert meinen barmherzigen Einsatz.
Barmherzigkeit heißt: Das Herz für fremde Not öffnen.

Heute öffnet mir Jesus das Herz
meinen eigenen Reichtum zu erkennen
und den Menschen, mit dem ich ihn teilen soll.
(Heidi Taut)

 

    

  Herr, öffne mir die Augen
 für den Reichtum, in dem ich lebe
 Herr, öffne mir die Augen
 für den Menschen neben mir.
 Schenk mir den Mut,
 meinen Blick und seine Sorgen zu teilen.

  Herr, öffne meine Ohren
 dass ich deine Stimme neu vernehme.
 Herr, öffne meine Ohren
 für das Klagen meines Nächsten.
 Schenk mir die Kraft
 mein Hören und sein Klagen zu teilen.

  Herr, öffne mein Herz
 mach es weit und mitfühlsam.
 Herr, öffne mein Herz
 für den Geringsten in meiner Nähe
 lass Geben und Nehmen
 Ein Tun in Liebe und Würde sein.
 (Heidi Taut)
 

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Wochenspruch für den 10.08.-16.08.2008

Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen,
und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. Jesaja 42, 3

Ach, was ist denn mit dir passiert?

Hallo, wer ist denn da, hier kann man ja kaum etwas sehen?

Ich bin es, die Kerze hier oben auf dem Bord - tut mir leid,
mein Lichtschein ist etwas funzelig.

Jetzt wo du es sagst - Lichtschein ist ja wohl echt übertrieben.
Aber sag mal, wo bin ich hier eigentlich gelandet?

In der Werkstatt des Meisters, auch Klinik oder Reha genannt.

Aha - ja nötig hab ich es wohl.

Keine Sorge, der kriegt fast alles wieder hin.

Da bin ich aber beruhigt.

Nun erzähl doch mal, was überhaupt passiert ist, du siehst ja
ziemlich zerknickt aus.

Ich könnte jammern - ein so schönes Rohr war ich, glänzend und
sehr stabil, dachte ich zumindest.
Irgendwie bin ich aus dem Stapel der anderen Rohre herausgerollt
und ehe mich jemand wieder zurücklegen konnte - ich darf garnicht
daran denken - kam wie aus dem nichts dieser schwere Lastwagen
und hat mich überrolt.
Gut, dass es hier so schummrig ist, sonst würdest du das ganze Elend
noch deutlicher sehen. Jedenfalls habe ich jetzt einen gewaltigen Knick
und liege hier gekrümmt und ziemlich ramponiert herum.

Oh, das tut mir aber wirklich leid, da hast du ja was mitgemacht.
Das bekommt der Meister bestimmt wieder hin, ich habe hier schon
einige unvorstellbare Heilungen miterlebt.

Mach mir nur Mut, ich kann es vertragen.
Aber jetzt will ich auch wissen, wie es zu deiner Funzeligkeit
gekommen ist.

Ja also, garnicht so was Spektakuläres wie bei dir, mehr so ein
schleichendes Absterben.
Beim ersten Anzünden meines Dochtes war da dieses helle, strahlende
Licht, das ein ganzes Zimmer in Wärme tauchen konnte.
Dann ging so eine Art Unzufriedenheit los.
Erst wurde ich in Zugluft gestellt und dann hieß es, meine Flamme
flackere zu sehr. Dann wurde am Doch herumgeschnippelt und
ein bischen mit dem Wachs gekokelt.
Dann warf man mir vor, einseitig abzubrennen und drehte mich
ständig, bis mir ganz schwindelig war und mir zu guter Letzt
der Wachs fast an der Spitze des Dochts stand.
Das war zuviel für mich und irgendwann konnte ich einfach nicht
mehr richtig entflammt werden und bin genau wie du hier gelandet.
Der Meister hat mich lange angeschaut und wusste dann genau, was zu
tun war.
Zuerst hat er etwas von dem festen Wachs entfernt, bis er meinen Docht
wieder anzünden konnte. Dann hat er geduldig gewartet und nach und
soviel Wachs entfernt, bis ich wieder ohne Probleme das Feuer halten konnte.
Was für eine Freude, endlich wieder frei brennen.
Zum Schluss hat er noch sehr sanft meinen abgekokelten Rand gerichtet,
so dass ich mich auch selber wieder ansehlich fand.
Gut, ich bin nicht mehr die Alte, der Lichtschein nicht mehr so hoch
aufgerichtet wie früher, aber wenn man sich an meine kleine Funzel gewöhnt
hat, reicht sie auf jeden Fall, den Raum mit etwas warmen Licht zu füllen.
Und der Meister entzündet mich jeden Tag und ist pfleglich zu mir.

Hm...das macht ja Hoffnung....was ist denn jetzt los?

...das ist der Meister, und ich kann sehen, dass er sein
weiches Poliertuch mitgebracht hat.
Jede Wette, dass er sich jetzt um dich kümmert!
Wenn er dich erstmal gereinigt hat und du wieder glänzt
wie vor dem Unfall, wirst du dich viel besser fühlen
und so wie ich ihn kenne, hat er bestimmt schon etwas im Sinn
mit dir, wobei dich der Knick nicht stören wird - und den Meister
schon garnicht.

(Heidi Taut)

  
  Herr, in unserer Welt zählen Ausdauer,  Kraft und Stärke
  Wo ist mein Platz, wenn mich das Leben überrollt hat
  Wem kann ich noch unter die Augen treten,
  Wenn ich geknickt und ramponiert auf dem Boden liege?

   Du Herr hebst mich auf
   Du versorgst und heilst meine Wunden
   Du schenkst mir neue Kraft
   Du kennst den Lebensort für das geknickte Rohr.

  Herr, in unserer Welt ist es wichtig schön und klug zu sein.
  Wo ist mein Platz, wenn ich den Forderungen nicht genüge,
  Wenn ich es nicht jedem recht machen kann und will
  Wenn ich in meiner Funktion versage?

   Du Herr gibst mir wieder Luft zum Atmen
   Du richtest den Doch und hälst das Wachs unter Kontrolle
   Du schützt mich vor Willkür und Beschädigung
   Du schenkst mir ein neues Leuchten.
  (Heidi Taut)  
 

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Monatsspruch - August 2008 . . 

Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.
Psalm 127, 3

Kinder - Wunder des Lebens und Reizthema der Gesellschaft

Kinder - Gabe Gottes und wunderbares Geschenk

Kinder - Grund zur Freude und Pflicht zur Fürsorge

Kinder - Berufung zur Erziehung und zur Bewahrung

Dass es etwas Besonderes ist, Kinder zu haben und nicht immer leicht ist bzw. war,
sie in das Leben zu begleiten und zu erziehen, war mir schon stets bewusst.
Der Gedanke, dass meine Kinder eine  der Gaben Gottes sind, die er mir im Laufe meines
Lebens anvertraut hat, darüber denke ich genauer nach.

Die Gabe:
Ich werde ganz still, sehe auf die letzten 27 Jahre zurück.
Wieviel Freude, Geduld und Vestand hat mir Gott als Mutter mitgegeben.
Wenn es Engpässe und Probleme gab, hat Gott mir Menschen an die
Seite gestellt, die mitgetragen haben.
Aber auch da, wo ich als Mutter Fehlentscheidungen getroffen habe, die Kinder
kritisch waren, Umdenken von mir gefordert war, habe ich erfahren, wie
liebevoll Gottes Korrektur ist. Er wollte nie, dass ich an seiner Gabe scheitere,
sondern lerne, wachse und neue Wege des mutigen Glaubens beschreite.

Das Geschenk:
Meine Kinder wurden voller Freude erwartet und mit Liebe empfangen,
durften in einem verbindlichen Geflecht der Fürbitte aufwachsen.
Gott hat uns zusammen bewahrt, vor Unheil, Unglück und jeglicher Art des
Unfriedens und der Trennung.
Meine Kinder sind fleißig und strebsam, bescheiden und fürsorglich.
Sie sind verträglich und humorvoll, gehen achtsam mit sich
selbst und ihrem Nächsten um;
und sind eine spürbare Bereicherung für die Menschen
in deren Mitte sie sind.
Was für ein wunderbares Geschenk.

So hat Gott begabt und beschenkt
mit seinen liebenden Augen begleitet und bewahrt
Freude und Dankbarkeit in
Berufung und Verantwortung gelegt.

Sie sind nun nicht nur beide erwachsen, sondern haben
auch räumlich gesehen, das Nest verlassen.
Der Zeitpunkt für mich, (in dieser Andacht sehr persönlich)
Gott zu danken, für sein Vertrauen in mich, Kinder
zu erziehen und in ihre eigene Verantwortung zu entlassen.
- und siehe, Gott hat es Gut gemacht !!
(Heidi Taut)

Weil es uns so lange begleitet hat hier das Kindermutmachlied:

Refrain: Lalalalala, lalalalala, lalalalalalalalalala, lalalalala, lalalalala, lalalalalala.

 1. Wenn einer sagt: " Ich mag dich du, ich find dich ehrlich gut"
Dann krieg ich eine Gänsehaut und auch ein bißchen Mut.


      2. Wenn einer sagt: " Komm geh mit mir, zusammen sind wir was."
               Dann werd ich rot, weil ich mich freu, dann macht das Leben Spaß.

     3. Wenn einer sagt: " Ich brauch dich du ich schaff es nicht allein."
            Dann kribbelt es in meinem Bauch, ich fühl mich nicht mehr klein.

       4. Gott sagt zu dir: " Ich hab dich lieb, ich wär so gern dein Freund,
        und das was du allein nicht schaffst, das schaffen wir vereint."

(Detlef Jöcker)


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Wochenspruch für den 20.07.-26.07.2008

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen;

und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.

Lukas 12, 48

Was ist schon "VIEL"?
In der Fastenaktion "7 Wochen ohne" wurden die Teilnehmer in diesem Jahr zur
Verschwendung ermutigt.

In der Vertiefung hieß es:

"Die Menschen in unserer Welt brauchen dringend einen Frühling der Herzen. Die ständigen Fragen – was bringt es mir? was nützt es? –, die Erwartung, dass man für heute Investiertes schon morgen Erträge bekommen müsse, tötet jede spontane Geste. Eine geizige Welt schliddert in eine zweite, in eine soziale Klimakatastrophe – außen die Erderwärmung, innen die Eiszeit kalter Berechnung.
Wenn alle aufhören, mit ihren Gaben zu geizen – seien sie materieller, seelischer oder geistiger Art –, dann taut das Eis in den Herzen.
Verschwenden Sie Menschlichkeit – IHRE Menschlichkeit
verschwenden Sie Zeit an Ihre Freunde,
verschwenden Sie Ihr Geld für eine gute Sache,
verschwenden Sie Liebe."

Wie reich bin ich doch:
Freiheit, soziale Sicherheit, Gesundheit, Besitz, Heimat,
Verstand, Gefühl und - Liebe !
Mit Talenten und Gaben beschenkt !

Das kann ich wohl zu recht als "VIEL" bezeichnen!

Gott will, dass ich diese Fülle für mich und in mir
nicht nur wahrnehme und annehme
ich soll sie teilen, weitergeben - verschwenden
Meine Erfahrung: - je freigiebiger ich bin umso reicher sprudelt die Quelle -
Geiz und Sparsamkeit sind hier völlig fehl am Platz.

Wenn ich mir bewusst mache, WIE "VIEL" ich habe
Wenn ich mich verschwende,
wenn ich teile und schenke
Wenn ich einsetze, was Gott mir anvertraut hat
Wenn ich in Wort und Tat weitergebe, womit Gott mein Leben reich macht
- fängt ein Stück Himmel auf Erden an! 
(Heidi Taut)

Herr, oft fehlt mir der Blick
für den Reichtum in mir.
Öffne mein Herz,
dass ich deine Gegenwart spüre.

Herr, oft fehlt mir die Feinfühligkeit
für die Nöte meines Nächsten.
Öffne mein Herz,
dass ich seine Gegenwart spüre

Herr, oft fehlt mir die Kraft
die Fülle in mir zu teilen.
Mach aus dem "Wenn" ein "Jetzt"
und sei mit mir auf Weg.
(Heidi Taut)
 

 

1. Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht, bringe ich vor dich.
  Wandle sie in Weite: Herr, erbarme dich.

2. Meine ganze Ohnmacht, was mich beugt und lähmt, bringe ich vor dich.
  Wandle sie in Stärke: Herr, erbarme dich.

3. Mein verlornes Zutraun, meine Ängstlichkeit bringe ich vor dich.
  Wandle sie in Wärme: Herr, erbarme dich.

4. Meine tiefe Sehnsucht nach Geborgenheit bringe ich vor dich.
  Wandle sie in Heimat: Herr, erbarme dich.

 

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Wochenspruch für den 13.-19.07.2008

Lebt als Kinder des Lichts;

Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.

Epheser 5, 8+9

Kind bin ich durch meine Eltern, eingebettet in eine bunte Schar von Ahnen und aktueller Verwandtschaft – der FAMILIE . 
Wie aber bin ich ein Kind des Lichts und wo sind meine Wurzeln?

Petrus schreibt: Ihr tut gut daran, dass ihr auf das prophetische Wort achtet als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen. (2. Petrus 1,19)


Als Christ muss ich hier sicher nicht um mein Leben fürchten, wie es die Menschen taten, denen Petrus dieses Wort zusprach.
Dunkle Orte gibt es aber genug um mich herum und ganz sicher auch in mir.
Durch seine Verheißungen und Zusagen schenkt mir Gott das Licht, zeigt mir den Weg aus der Dunkelheit, führt mich wie ein Vater – nimmt mich an als sein Kind.
Weil  Gott weiß, dass ich schwach bin und immer Kind bleiben werde, hat er mir einen Bruder zur Seite gestellt: Jesus Christus; ihm hat er das Licht mit hinein in mein Leben gegeben.
Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. (Johannes 8,12)

So sind meine Wurzeln bei Gott und hier bin ich eingebettet in eine bunte Schar von Mitglaubenden und Kindern des Lichts.
In diesem Licht zu leben bedeutet auch selber Licht zu sein.

Die Frucht des Lichts ist lauter GÜTE und  GERECHTIGKEIT und WAHRHEIT.
Dieser Bibelvers ist so alt und so aktuell.
Wenn die Menschen in der heutigen  Zeit und gerade auch in Deutschland etwas dringend brauchen, sind es Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.

Ich möchte dich einladen

zu den Verheißungen Gottes und in sein Licht
zum Glauben an Jesus Christus und das Licht des Lebens
selber Licht zu sein und deinem Nächsten mit
Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit zu begegnen.
(H.T)

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Wochenspruch für den 06. - 12. Juli 2008

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.
Epheser 2,19

 

 (Abendmahl von  Sieger Köder)

Hier haben Menschen sich einladen lassen nach Hause zu kommen.
Da sitzen sie nun, wie das Leben sie auf den Weg geschickt hat:
aufmerksam, klein, müde, fragend, staunend, liebend.

Der Durstige schließt die Augen und genießt das Trinken,
die Frau neben ihm blickt aufmerksam, abwartend.
Das Kind kann kaum über den Rand schauen, doch es hat seinen Platz sicher am Tisch
Die Liebenden gegenüber sind einander zugewandt und doch genau wie ihre
Tischnachbarn mit gespanntem Blick nach oben.

Die Frau hinten rechts, noch gezeichnet von den Strapazen, hat die Augen geschlossen
und sich eng an die Hand des Hausherrn geschmiegt.

Der Herr selber deckt den Tisch.
Seine durchbohrten Hände brechen das Brot des Lebens und im Kelch in der
Mitte spiegelt sich sein Angesicht.

Das ganze Bild ist in herrlich kräftigen Regenbogen-Farben gehalten.
Hier verbinden sich der Regenbogen, dem Zeichen des alten Bundes und das Abendmahl,
dem Zeichen des neuen Bundes.

Gott schafft Frieden unter den Völkern und an seinem Tisch.

Das vorne offene Ende des Tisches lädt dich und mich ein, Platz zu nehmen, am Tisch des Herrn und in der Gemeinschaft der Geheiligten und Hausgenossen.
(Heidi Taut)

Eingeladen zum Fest des Glaubens, eingeladen zum Fest des Glaubens.

Aus den Dörfern und aus Städten, von ganz nah und auch von fern,
mal gespannt, mal eher skeptisch, manche zögernd, viele gern,
folgten sie den Spuren Jesu, folgten sie dem, der sie rief,
und sie wurden selbst zu Boten, das der Ruf wie Feuer lief:

Eingeladen zum Fest des Glaubens, eingeladen zum Fest des Glaubens.

Und so kamen die in Scharen, brachten ihre Kinder mit,
ihre Kranken, auch die Alten, selbst die Lahmen hielten Schritt.
Von der Straße, aus der Gosse kamen Menschen ohne Zahl,
und sie hungerten nach Liebe und nach Gottes Freudenmahl.

Eingeladen zum Fest des Glaubens, eingeladen zum Fest des Glaubens.

Und dort lernten sie zu teilen Brot und Wein und Geld und Zeit;
und dort lernten sie zu heilen Kranke, Wunden, Schmerz und Leid;
und dort lernten sie zu beten, dass dein Wille, Gott, geschehe;
und dort lernten sie zu leben, dass das Leben nicht vergehe.

Eingeladen zum Fest des Glaubens, eingeladen zum Fest des Glaubens.
(Alejandro Veciana/Eugen Eckert)

 

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